Wie ich zum Gärtnern und auf die Wilden Schönheiten kam

Wie alles begann, wie ich zum Gärtnern und auf die Wilden Schönheiten kam.

Dazu muss ich ein bisschen ausholen. Zu meinen Kindertagen hatte meine Oma mütterlicherseits viele Jahre einen wunderbaren Schrebergarten. Obwohl in unmittelbarer Nähe zu viel befahrenen Bahngleisen, hat man davon kaum etwas mitbekommen. Um zum Garten zu kommen, musste man ein ganzes Stück durch die Stadt (Hanau) laufen bis wir zu einer Brücke kamen, da ging es dann drunter durch und über eine sehr steile Treppe ging es hinunter, an den nahen Bahngleisen vorbei – ich erinnere mich noch an mächtiges Brombeergestrüpp das überall auf den freien Flächen, am Rand, wuchs. Das ist nun viele, viele Jahre her.

Meine Großeltern vor der Gartenlaube, ca. Anfang 70er Jahre. © wildpeppermint-design.de

Ich kann mich auch noch gut erinnern, dass meine Oma immer am liebsten draußen war und im Garten gewerkelt hat. Das Kochen und Konservieren der Früchte und Gemüse war weniger ihr Ding. Meine Mom dagegen hat auch trotz der vielen Arbeit, die damit verbunden war, immer mit viel Freude eingekocht und div. Vorräte angelegt.

60er Jahre, Garten, Kind, © wildpeppermint-design.de
Klein Heidrun im spätwinterlichen Vorgarten meiner Eltern

Warum auch immer, ganz besonders sind mir die leckeren Himbeeren in Oma’s Garten in Erinnerung geblieben und das alles so wunderbar grün und zugewuchert war. Wenn ich im Sommer einige Tage bzw. später einen Teil meiner Ferien bei Oma und Opa verbrachte, war das für mich wie ein kleiner Abenteuerurlaub. So fühlte es sich damals zumindest an.

Denn: Als Landkind in der „großen“ Stadt zu sein und dann dieses grüne Paradies. Es war so aufregend 😉 – lag vielleicht auch daran, dass ich so viel Pippi Langstrumpf geguckt habe und die Fantasie mit mir durchgegangen ist. Egal, es sind schöne Kindheitserinnerungen. – Gerne würde ich mir den Garten mit heutigen Augen noch einmal ansehen, auch um mich besser an Details erinnern zu können.

Schrebergartenglück & Stadt-Garten-Abenteuer.

Wie bereits erwähnt, auch meine Mom war gerne im Garten, hat gepflanzt, gesät, geerntet, gejätet. Was eben dazu gehört. Mein Dad war mehr für das Grobe zuständig, wie Graben, Bäume schneiden beim Gießen helfen usw. Auch hat meine Mom immer gerne Blumensträuße ins Haus geholt. Bauernblumen. Einfach bunt durcheinander. – Tja, ich denke es sind wohl die Gene, dass auch ich so gerne gegärtnert habe. Meine Liebe zur Natur. Na ja, so ein bisschen gärtnere ich ja noch immer, in Töpfen.

Landgarten, Bauerngarten, Gärtnern Generationen
Gärtnern auf dem „Ländchen“, ca. 2010 © wildpeppermint-design.de

Als ich älter wurde, ich denke es war so mit Beginn der Schulzeit, habe ich meiner Mom im Garten und der Küche schon etwas mitgeholfen (im Hausgarten und im großen Garten außerhalb, unserem „Ländchen“. Als meine Mom einmal ins Krankhaus musste, ich war so um die 16 Jahre alt – glaube ich – hat meine Oma vor allem die Gärten versorgt und geerntet und ich habe eingekocht von Morgens bis Abends und die Vorräte im Keller wuchsen stetig an, bis meine Mom wieder zuhause war. Bohnen, Möhren, Mixed Pickels, Erbsen, Konfitüren und anderes. Auch das mache ich noch heute gerne, vor allem Konfitüren, Kräuterpasten u. ä.

Wenn ich so drüber nachdenke, wird mir so richtig bewusst, wie lange das alles schon zurück liegt, wie alt ich schon bin … oh je 😉 Meine Oma wurde stolze 93 Jahre alt, meine Mom wird dieses Jahr 87 Jahre …

Fast 20 Jahre mit eigenem Naturgarten.

Nun zu meinem Garten. Fast 20 Jahre lang hatte ich einen. Genauer gesagt: Einen kleinen Vorgarten, Weinreben am Haus und einen knapp 400 qm großen Garten, den ich nach und nach komplett umgestaltete und neu anlegte und einen Naturgarten daraus machte. – Den Garten hatte ich von meiner SchwiMu nach und nach übernommen. Ziemlich chaotisch das Ganze und hoffnugslos mit „Blaukorn“ überdüngt.

Hier ein paar Eindrücke von meinem „alten“ Garten …

Nach der Umgestaltung zum Naturgarten, gab es Hochbeete, Gemüsebeete, viele Stauden, Blumenbeete, heimische Wildsträucher und Beerensträucher, rund 160 (Wild-)Kräuter, ein Trockenbachbett, Wildblumenecken, überall wuchernde Walderdbeeren, dazu  bestehende Obstbäume und –sträucher, eine Sitzecke, die ich mit alten Backsteinen pflasterte. Keine Ahnung wie viele Stunden ich dort verbracht habe … Es müssen Tausende gewesen sein.

Da mir die Natur und besonders die Wildpflanzen schon immer besonders am Herz lagen, ich Ende der 90er nach einer Neuausrichtung im Job suchte, absolvierte ich eine 2-jährige Ausbildung zur „Wohn- und Umweltberaterin“. Ihr könnt euch sicher denken, was mein Lieblingsthema war? Ja, das ökologische Gärtnern. So konnte ich mein bis dahin angelesenes Wissen noch vertiefen, ökologische Zusammenhänge besser verstehen und ersetzte nach und nach nahezu alle nicht heimischen Gewächse im Garten, machte Bodenanalysen, setzte Gründung ein und pflanzte und säte Wildblumen.

„Wie sieht das denn aus? Dieses ganze Unkraut …“

Im Ort war ich eine der ersten, und eine von wenigen, die so gärtnerten. Auch in den Balkonkästen und auf der Dachterrasse, im Vorgarten ersetzte ich die meisten Exoten durch Wildblumen, heimische Farne, Gräser, (Klein-)Sträucher und erntete dafür viele blöde Bemerkungen, im Sinne von: „Was willst du denn mit dem Unkraut?“ oder „Wie sieht das denn aus, pflanze lieber Geranien, das sieht schön aus ….“ Ja, ja …

Aber es kam noch doller: Insbesondere ein Nachbar mockierte sich ständig über meinen „hässlichen“ Wildwuchs, dass seinen schönen 😉 Garten (ein langweiliger, ungepflegter Rasen mit einer nutzlosen Konifere und Forsythie) „angriff“. So wurde in Nacht-und-Nebel-Aktionen öfter mal Glyphosat über die Grundstücksgrenze hinaus gespritzt. Über einen halben Meter auf „meiner“ Seite war einen Tag später alles gelb. Darauf angesprochen: „Nein, er war das nicht.“ Ein anderes Mal, gab er es halbherzig zu, denn es sähe ja auch wirklich schlimm bei mir aus und würde alles zu ihm rüberwachsen – was nicht stimmte. Egal. Das ist Geschichte. Aber manchmal ärgere ich mich doch noch etwas darüber.

Terrassengarten im Juli, topfgarten, wilde schoenheiten
Mein vierbeiniger Gartenhelfer © wildpeppermint-design.de

Tja, und dann nach fast 20 Jahren war es vorbei mit dem Garten. Geblieben ist meine Liebe zu den Wilden Schönheiten und der Spaß am Gärtnern.

>> 10 Jahre „Wilde Schönheiten“ <<

So startete ich vor fast genau zehn Jahren meinen Blog „Wilde Schönheiten“ und meinen Topf-/Terrassengarten vorm Haus – als kleinen Ausgleich zum „Gartenverlust“. // Update 1. Juli 2020 – Nur wenige Tage später waren die „Wilden Schönheiten“ Geschichte. Lest dazu meinen >> Beitrag, warum mein Blog jetzt „Wild. Grün. Bunt“ heißt.

PS: Im nächsten Beitrag geht es um die Heilpflanze des Jahres: Der >> Lavendel!

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