Ökologisch Topfgärtnern: Erde, Dünger, Pflanzgefäße

Ein kleiner Erfahrungsbericht von meinem Topf-/Terrassengarten.

Topfpflanzen optimal zu versorgen, ist etwas anspruchsvoller als bei Gartenpflanzen. Warum? Durch den begrenzten Raum im Topf wirken sich „unpassende“ Erde, Nährstoffdefizite bzw. Überdüngung einfach schneller und unter Umständen gravierender aus, als im Garten.

Terrassengarten, Gärtnern in Töpfen, Topfgarten im Sommer

Ich pflanze ausschließlich in torffreie BioErde. Für meine „Südländer“ wie Rosmarin, Salbei und Thymian, mische ich ein paar kleine Steinchen unter die Erde und gemörserte, getrocknete Eierschalen. Auf den Topfboden gebe ich als Dränageschicht entweder zerkleinerte Tonscherben (von aufgefrorenen Tontöpfen) oder unterschiedlich kleine Steine (oder Hydrokulturkügelchen).

Vor ein paar Jahren hatte ich testweise einen Sack Terra Preta (Werbung, unbeauftragt & unbezahlt) gekauft und unter die Erde einiger Pflanzen gemischt. Das tat ihnen sichtlich gut. Die Feuchtigkeit hielt sich länger und die Pflanzen sahen besonders gesund und kräftig aus. Auch hatte ich den Eindruck, dass die Erde weniger schnell auslaugt & austrocknet, die Erde über einige Jahre eine gute Struktur behält. Leider ist Terra Preta ziemlich teuer.

Ein weiterer Versuch war es, Laubkompost selber herzustellen. Da ich keinen großen Aufwand und Investition für einen Komposter betreiben wollte und auch nicht genug Platz habe, habe ich im Herbst einfach das Laub von meinen Pflanzen zusammengekehrt und als Winterschutz auf den Töpfen verteilt. Im Frühjahr alles runtergesammelt und einfach in einen „Gelben Sack“ gefüllt. Diesen habe ich locker mit einem aufgelegten Stein verschlossen und ein Jahr lang sich selbst überlassen. Letzten Sommer habe ich das Ganze inspiziert und für gut befunden und etwas vom Kompost beim Umtopfen zur gekauften Erde gegeben. Einen besonderen positiven Effekt habe ich nicht festgestellt. Aber auch keinen negativen.

RegenwurmWas ich gerne probieren möchte, ist Wurmkompost und will mich hier mal durchschmökern >>

Gedüngt habe ich bis 2019 ausschließlich mit Neudorff-Gartendünger (Werbung, unbeauftragt, unbezahlt). Da da „mein“ GartenBaumarkt ihn nicht (mehr) führt, bin ich auf ein Bio-Produkt mit Schafwolle ausgewichen, das mich leider nicht wirklich überzeugt hat. Es ist für Töpfe (da eigentlich für Hochbeete gedacht) schwer genau zu dosieren (>> s. Ziest) und passt auch nicht für alle Pflanzen von der Zusammensetzung her. Die Tomaten waren 2019 allerdings wirklich wunderbar geworden.

Entweder werde ich nächstes Jahr meinen für gut befundenen Biodünger im Internet bestellen oder versuche ausschließlich mit meinem selbsthergestellten Naturdünger zu düngen. Dafür sammele ich Kaffeesatz, Bananen- und Eierschalen (alles Bio). Mische das Ganze, gebe etwas Wasser dazu und dann ab in den Mixer bis eine schöne homogene Masse entstanden ist. Manche Leute geben die Pampe direkt auf die Erde. Das mache ich nicht, weil es dann doch manchmal schimmelt. Ich verteile die Masse auf einem alten Backblech und lasse es trocknen. Wenn ich den Backofen verwende, schiebe ich das Blech nach Benutzung rein, um die Restwärme zu nutzen, dann geht es schneller.

Naturdünger selber herstellen, Kaffeesatz, Eierschalen, Bananenschalen
Naturdünger selbstgemacht aus: Kaffeesatz, Bananen- und Eierschalen

Was die Dosierung angeht, habe ich kein exaktes Rezept. Ich gebe (dieses Jahr) seit Anfang Mai alle paar Wochen ein paar Löffel davon auf alle Töpfe.

Ein weiteres Experiment steht noch aus: Das Granulat Aqua Crystal (ein Wasserspeicher) wurde mir vor einer Weile (unaufgefordert) zugeschickt. Ich habe mich auf der Website informiert und bin etwas unsicher, ob ich es wirkich testen soll, weil es kein Naturstoff ist.

Auf der Website steht: „Aqua Crystal ist ein hochabsorbierendes anionisches Polyacrylamidpolymer. Es ist ein vernetztes Copolymer bestehend aus Acrylamid und Kaliumacrylat, das wasserunlöslich ist. Polyacrylate sind von Natur aus nicht toxisch, nicht reizend und nicht korrosiv. Tests haben ergeben, dass sie mit einer Abbaurate von 10% bis 15% pro Jahr biologisch abbaubar sind. Sie zeigen ein hohes Wasserabsorptionspotential und können 95% davon durch den Saugdruck der Pflanzenwurzeln freisetzen.“

Kennt ihr das? Schon mal verwendet? Wie steht ihr dazu?

Pflanzgefäße: Die meisten meiner Pflanzen wachsen in Tontöpfen, ein paar auch in Kunststofftöpfen, diese habe ich vor allem für Pflanzen die etwas mehr Wasser benötigen, weil die Erde einfach nicht so schnell austrocknet wie bei einem Tontopf. Und dann kaufte ich mir – als Test – vor ein paar Jahren Pflanztaschen aus recyceltem Kunststoff für meine Tomaten. Eine sehr gute Investition. Denn endlich kippten meine Tomaten nicht bei jedem Wind um und sie wuchsen auch insgsamt besser. Leider lösen sie sich jetzt, da ich die Pflanztaschen ganzjährig draußen lasse, langsam auf. Kann sie dennoch empfehlen – auch für andere Pflanzen. Wer Platz hat, einfach im Herbst Erde entfernen und im Haus lagern. So solltet ihr sie viele Jahre nutzen können.

Ups, jetzt hätte ich fast die Pflanzenbrühen/-jauchen vergessen. Wie ihr sie ansetzt, dazu gibt es ja genug Quellen im Netz. Aber, was nicht jeder weiß, nicht nur Brennesseln und Schachtelhalm sind tolle Wildkräuter für Pflanzenstärkungsmittel, auch Giersch eignet sich hervorragend – falls ihr den >> Giersch nicht einfach aufesst 😉

2 Gedanken zu “Ökologisch Topfgärtnern: Erde, Dünger, Pflanzgefäße

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