Es war einmal ein Wald

Es war zwar nur ein relativ langweiliger, von Menschenhand gepflanzter Fichtenwald. Aber, es gab ein paar schöne Wege hindurch, die wir vor allem im Sommer gerne gelaufen sind, wenn es im freien Feld einfach zu warm oder gar heiß war.

Und es wuchsen am Wegrand teilweise auch Laubbäume, wie Wildkirschen, Sträucher wie der Schwarze Holunder und es fühlten sich trotz Monokultur etliche Tiere, vor allem diverse Vögel dort wohl. Nun ist er nicht mehr. Sieht man von ein paar kleinen Resten am ehemaligen Waldrand ab.

So ein Kahlschlag ist furchtbar, egal ob Monokultur oder nicht. Es sieht eben nicht nur schlimm aus, sondern macht auf dramatische Weise klar, wie es um unseren Wald insgesamt bestellt ist. Es geht unseren Wäldern wahrlich nicht gut. Nicht nur Fichten leiden unter Trockenheit, den heißen Sommern, den Stürmen, die immer öfter und heftig(er) ausfallen. Auch Buchen und andere Laubbäume sind inzwischen sehr im Stress und leider sehe ich immer mehr vertrocknete, tote Bäume, nicht nur im Wald, auch in den Hecken sterben die Bäume und Sträucher reihenweise.

Und, als ob das nicht schon schlimm genug wäre, wurden dieses Jahr die Hecken so arg zurecht gestutzt, wie ich es noch nicht erlebt habe. Ich hätte heulen können. Es ist ja o.k., dass auch an Feldwegen von Zeit zu Zeit geschnitten werden muss, damit die Wege nicht irgendwann zuwachsen. Aber in der Art und Weise wie es dieses Jahr der Fall war, das ging weit über ein angemessenes Maß hinaus. Selbst an Stellen, an denen nicht mal ein richtiger Weg ist, wurde ohne Hirn und Verstand geschreddert 😦 So traurig. Und es macht mich wütend.

Nun aber zurück zum Wald, der nicht mehr ist. Teilweise wurden trotz besseren Wissens wieder Fichten angepflanzt, die nun aber schon ein paar Jahre alt sind. Auf dem frisch kahlgeschlagenen Gelände wurden zwei Teilbereiche eingezäunt und mit Buchen und Eichen neu angepflanzt. Meiner Meinung nach zu dicht, aber das muss wohl so sein, weil ja immer auch Bäumchen eingehen. Bin gespannt wie sie gedeihen werden, so ohne den Schutz großer Bäume, die Schatten spenden. Vor allem in den ersten Jahren dürften sie es nicht leicht haben.

Im Büdinger Wald (überwiegend Buchen/Buchen-Mischwald), zumindest der Teil hier in meiner Nähe ist seit ein paar Jahren PEFC-zertifiziert. (Das FSC-Siegel ist strenger, was die Nachhaltigkeit angeht, aber immerhin etwas.) Dort haben sie einen Bereich eingezäunt in dem jetzt div. Baumarten (?) getestet werden, um zu erfahren, wie sie mit den veränderten Klimabedingungen klarkommen, welche Baumarten in Zukunft gepflanzt werden.

Zu diesem Thema gab es übrigens vor kurzem im HR Fernsehen einen interessanten Bericht >> „Die Zukunft des Waldes“.

So, das war’s, was ich mal in Sachen Wald loswerden wollte. 🙂

5 Gedanken zu “Es war einmal ein Wald

  1. Ein Artikel, der zu Herzen geht. Leider entspricht er der Wahrheit, die wir Menschen nicht gerne hören. Es ist unser Werk, wir sind die Verursacher für die Klimaveränderung und damit auch für die enorme Zunahme des Borkenkäfers, der unsere Fichten absterben läßt. Wenn die Kinder von heute noch den Wald und seine Tiere kennenlernen sollen, dann müssen wir jetzt handeln. Für Flora und Fauna in unserer Welt, bevor sie sich für immer verabschieden!

    1. Ja, es ist einfach nur noch traurig und ich frage mich, wohin das alles noch führt. Es läuft so viel falsch … :-/

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