Kraniche. Durch den Wind.

Das Wetter spielt verrückt. Und die armen Kraniche sind auch ein bisschen crazy. Na ja, was sollen sie auch machen? Erst ist es ewig mild bis Mitte Dezember und rund (wenn ich es richtig in Erinnerung habe) 30.000 Tiere waren deswegen noch immer in Mecklenburg-Vorpommern. Es gab genug Nahrung, warum die Strapazen der Reise gegen Süden/Westen in Kauf nehmen? Dann wurde es in Norddeutschland sehr frostig und es gab auch Schnee. Die Futtersuche wurde schwierig, der Wind war günstig, also sind sie losgezogen. Das war rund um den 11. Dezember.

Wie ich bereits in meinem >> „Rückblick“ berichtete, zogen dann am 29. Dezember, morgens gegen 09.30 Uhr – ich traute ich meinen Ohren kaum – Kraniche über uns hinweg – ich dachte, weil es jetzt wieder mild war. Sie zogen aus nordwestlicher Richtung zuerst südlich und drehten dann auf Südost bis Ost. Rund 50 Tiere.

Kraniche am 29. Dezember 2021 Richtung Südost/Ost

Einen Tag später las ich einen Beitrag, dass rund 3.000 Tiere in der Wetterau (ich wohne am östlichen Rand der Wetterau), genauer gesagt im Bingenheimer Ried, rasten. Wahnsinn, dachte ich. Wie schön. Dann waren das gestern sicher welche von den 3.000 Tieren, die ich gesehen hatte. Vielleicht finden sie sich auch hier mal (kurz) zum Futtern ein, nicht nur wie vor etlichen Jahren im November, als sie vorm Ort auf einer Anhöhe gerastet haben, weil der Nebel zu dicht war.

Videoclip „Hessenschau“ > Kraniche rasten in der Wetterau >>

Und vorhin auf dem Rückweg von unserer Gassirunde, gegen 14.30 Uhr, trötete es plötzlich, wurde lauter und lauter. Den Himmel abgesucht. Und da waren sie. Zirka 25-30 Tiere kamen aus Westen und flogen in östlicher Richtung – sehr hoch, bei kräftigem Westwind. Ob es wieder welche aus dem Bingenheimer Ried waren? Oder andere, die wieder nach Nordosten zurückkehren? Ich weiß es nicht.

Wie auch immer, gut kann dieses Hin- und Hergeziehe sicher nicht sein, verbrauchen die Tiere doch jedes Mal viel Energie, die dann vielleicht fehlt, wenn es noch mal richtig kalt werden sollte, Schnee fällt und Futtermangel sie zwingt, die große Reise für ein paar Wochen doch noch in Kauf zu nehmen …

Denn die ersten kehren meist schon Mitte Februar zurück.

Kraniche über Bindsachsen/östliche Wetterau

2 Gedanken zu “Kraniche. Durch den Wind.

  1. Ja, das ist seltsam mit den Kranichen. Dann haben wir uns doch nicht verhört… Wir wunderten uns auch, warum um diese Zeit noch Vögel unterwegs sind… Wir drücken ihnen die Daumen ! Liebe Grüße, Birthe

    1. Ja, es ist in der Tat außergewöhnlich. Kürzlich las ich, dass Kraniche in Großbritannien gar nicht mehr ziehen, wird ja auch in aller Ergel nicht so kalt wie hier in manchen Jahren und Schnee ist auch eher selten. Alles verändert sich … Ich drücke ihnen auch die Daumen! LG und noch ein frohes neues Jahr dir, liebe Birthe! 🙂

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