Neues aus der Tomaten-Kinderstube

Vielleicht habt ihr meinen >> ReGrow-Beitrag gelesen, dann wisst ihr um meine spontane Idee, die Direktsaat aus frischen Bio-Tomaten, Tomaten für meine Topfkultur zu ziehen.

Bisher ging alles gut und habe die Pflänzchen, die ja viel zu viele waren, vor ein paar Tagen vorsichtig auseinander „gefisselt“ und die kräftigsten acht (eigentlich auch noch zu viele) Pflänzchen pikiert. Was soll ich sagen, sie entwickeln sich prächtig am Küchenfenster und werden vom „Küchenzwerg Wolli“ mit Argusaugen bewacht, damit auch ja keine Pflanze zu Schaden kommt. 😉

Eigentlich wollte ich die Tomätchen tagsüber gerne für ein paar Stunden zum Abhärten rausstellen. Aber bei dem scheußlichen April-Wetter wäre das keine gute Idee. Entweder hätte sie der immer wieder stark-böige Wind längst umgeknickt oder einer der Regen-/Hagelschauer längst zerstört. Also bleiben sie vorerst am Küchenfenster stehen und warten auf besseres Wetter.

Hoffentlich klappt es, spätestens Anfang Juni meine „Spezial“-Tomaten ins Freie zu pflanzen. Drückt mal die Daumen, dass das Wetter mitspielt und ich trotz der späten Anzucht einige Tomaten ernten kann. Auch bin ich gespannt, welche Tomatenart/-sorte es sein wird. Cocktailtomaten, wie Mama und Papa? Denn ich weiß ja nicht, ob es samenfeste Tomaten waren, die ich gekauft hatte …

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Alles spät dran, spontane Ideen und ReGrow-Projekte

Heute ein paar aktuelle News aus meinem Topfgarten.

Mit dem Shoppen ist das ja so eine Sache. Ich meine hier speziell das Einkaufen von Pflanzen und Gartenzeugs. – Mit Maske halte ich es nicht lange aus, also alles schnell erledigen und raus aus dem Geschäft. Dann wurde ja zwischenzeitlich alles Mögliche wieder geschlossen (u. a. auch Garten-/Baumärkte & Co.) bzw. braucht man jetzt nicht nur eine Maske, sondern auch einen Termin (mit festem Zeitfenster) und einen Negativtest. Ganz ehrlich, da vergeht mir die Lust und verzichte lieber auf neue Pflanzen.

Also habe ich aus der Not quasi eine Tugend gemacht. >> Regrow (Gemüsereste einfach weiterwachsen lassen), ist so genial. Letzten Herbst fing ich damit an. Zuerst habe ich ein paar Frühlingszwiebeln getestet. Einfach ein paar Zentimeter abschneiden – mit dem Wurzelrest – und in etwas Wasser stellen. Warten bis es treibt und ab in die Erde. Ging gut, allerdings hat mir der erste Frost die Pflänzchen dahingerafft. Aber ein bisschen Zwiebellauch konnte ich vorher noch ernten.

Mein zweites Regrow-Projekt war Staudensellerie. Er wuchs sehr schön, sodass ich immer mal ein paar Blätter für Suppen ernten konnte und habe ihn sogar überwintert. Als es im Februar so bitterkalt wurde, durfte er in die warme Wohnung (im Flur), da blieb er rund zwei Wochen und jetzt wächst er wieder. Zwar etwas zögerlich, wie alles (es ist einfach zu kalt), aber es wird 🙂

Staudensellerie Herbst 2020, vor der Überwinterung.

Das nächste „normale“ Projekt (Samen säen) – oder besser gesagt Projekte – waren Radieschen im Topf (hatte noch Samen von 2020). Normalerweise keimen sie ja innerhalb weniger Tage. Aber nein, ihnen war es zu kalt. Sie haben rekordverdächtige 23 Tage gebraucht und jetzt verharren sie im Wachstum wie eingefroren, die aktuelle Kälte ist schuld. Es geht einfach nichts voran.

Übrigens: Der 2021er ist der kälteste April seit 1977 und der trockenste seit ca. 30 Jahren.

Parallel zu den Radieschen habe ich am Bürofenster einen Topf mit Bio-Korianderkörnern (eigener Samen von 2020) angesät. Eigentlich keimt Koriander sehr langsam, hier ging es ungewöhnlich schnell. Nach knapp einer Woche keimte er. Verkehrte Welt.

Korianderanzucht – etwas „gakelig“ am Bürofenster

Inzwischen hatte ich auch wieder ein paar Frühlingszwiebeln gekauft und mich daran erinnert, wie gut das Regrow letztes Jahr geklappt hat und wieder einige Pflanzen „gezogen“ und vor ein paar Tagen in einen kleinen Terracotta-Kasten gesetzt.

Eine weitere Regrow-Story gibt es zu meiner Süßkartoffel. Ich hatte sie fast vergessen und als ich nach einiger Zeit mal in Kartoffelbox schaute, hatte die Süßkartoffel ein paar kleine Keime entwickelt. Also habe ich den oberen Teil mit den Keimen abgeschnitten und ins Wasser gehängt. Es dauerte nicht lange und es zeigte sich die erste zarte Wurzel und die Keime wuchsen recht schnell zu langen Trieben mit Blättern.

Süßkartoffel – Regrow-Prokekt 2021

Als die Wurzel(n) kräftiger wurde, habe ich sie eingetopft. Aber nach draußen kann sie noch nicht. Sie hält keinen Frost aus und die anhaltende Kälte würde ihr auch nicht guttun. Also bleibt sie vorerst am Küchenfenster stehen. Sie hat zwar ein paar Blattläuse, aber das ist nicht weiter schlimm. Das wird schon, wenn sie erst mal nach draußen kann, nach den Eisheiligen, hoffentlich!

Dann wäre da noch meine „Tomatenüberraschung“. Auch so eine spontane Idee. Eigentlich war ich zu spät dran (19. April). Egal. Ein Versuch. Da ich keine Samen mehr hatte und Pflanzen kaufen (s. o.) schwierig ist, habe ich einfach von einer gekauften Bio-Tomate, die Kerne rausgedrückt und ein bisschen mit Erde bedeckt. Ich glaube, sämtliche Kerne sind gekeimt. Sobald das zweite „echte“ Blatt da ist, werde ich die kräftigsten Pflanzen pikieren. Bin gespannt, was aus ihnen wird, ob sie das deutsche Klima mögen und auch ohne Gewächshaus wachsen und gedeihen.

Fast hätte ich meine Pastinake vergessen. Noch ein Regrow-Baby. Vor ein paar Wochen hatte ich mir Pastinaken gekauft und eine blieb einsam und alleine im Gemüsefach liegen, irgendwie passte sie immer nicht zu meinen Gerichten 😉 und dann fing sie an zu wachsen, sprich, sie trieb aus.

Also habe ich ca. 90 Prozent weggeschnitten (das landete in einer Gemüsesuppe) und das obere Teil mit dem Grün ins Wasser gehängt, Sie wuchs weiter. Da es jedoch noch sehr kalt war, wartete ich noch etwas und pflanzte sie schließlich vor ca. 2 Wochen in einen Topf, in den ich später ein oder zwei der Tomaten pflanzen will. Vielleicht auch die „normalen“ Kartoffeln, denn da sind mir auch wieder ein paar verkeimt ;-). Ob sie sich vertragen?

Ihr seht, man kann vielen Gemüsen ein zweites Leben schenken – und ganz nebenbei auch noch Geld sparen! Und, ich finde es so genial, dass die Natur, die Pflanzen, so (über-)lebenswillig sind und immer weiter wachsen wollen! Bewundernswert. Sie hat meinen vollen Respekt. Danke, du liebe Natur! Du bist einfach wunderbar!

Zum Schluss noch ein Wort zum Wetter: Soweit ich weiß, haben wir Mai, gefühlt ist eher es April. Weil: Klassisches April-Wetter in den letzten Tagen. Es hagelt. Es stürmt. Dazwischen etwas Sonne, Gewitter und Regen … fehlt nur noch Schnee 😉 Und, obwohl es gestern endlich mal etwas Regen gab, es ist noch immer vieeeeeeel zu trocken :-/

Schönes Wochenende und ein, zwei schöne Sommertage (?). Genießt sie.

Mai-Wetter 2021
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Teil 3 Terrassengarten-Inventur: Fruchtpflanzen

Würde ich über meine diesjährigen Fruchtpflanzen schreiben, wäre ich schnell fertig, denn zum ersten Mal seit zehn Jahren habe ich nur ein paar „Nasch“-Erdbeeren, vier spontan gepflanzte Kartoffeln (sie waren gekeimt) und die Heidelbeere, die dieses Jahr exakt drei (!) Beeren trägt.

Wie das? Nun, ich hatte in den ersten zwei/zweieinhalb Monaten des Jahres so viel mit meinem Business zu tun, dass ich den optimalen Zeitpunkt zum Anziehen von Chilipflanzen und Paprika schlicht versäumt habe. Für Tomaten hätte ich noch Zeit gehabt, als ich wieder etwas Luft hatte, aber meine Samen waren wohl zu alt und/oder nicht optimal gelagert und versagten kläglich beim Keimtest Mitte März.

Tomaten selbser ziehen, Tomatensämlinge
Tomaten und Basilikum, Anzucht auf der Fensterbank

Und dann kam Corona und machte mir endgültig einen Strich durch die Rechnung. – Ich komme nur sehr schlecht mit der Maskenpflicht klar. – Es kostet mich schon enorm viel Überwindung, meinen Wocheneinkauf damit zu erledigen und hatte/habe einfach keine Lust und Motivation, das Ding noch länger zu tragen, um damit in den Gartenbaumarkt zu fahren. Zumal, das eine Mal, das ich dennoch dort war, war das Angebot an Frucht-Pflanzen sehr bescheiden, die Qualität so lala …

Andererseits, vielleicht hätte ich auch ohne Corona dieses Jahr nichts gesät/gepflanzt. Vieles wächst nicht mehr wirklich gut – die Krux mit dem Topfgärtnern –  irgendwann hilft auch der beste Dünger nicht mehr. Die Erde ist ausgelaugt, die Wurzeln haben keinen Platz mehr. Und Umtopfen – vor allem von größeren Pflanzen – eine mühsame Angelegenheit, die ich noch nie wirklich gerne gemacht habe. Im Garten ist das etwas Anderes, das Pflanzen, Anlegen von Beeten, Gestalten … Hach ja … ein Garten, das wäre schön. 80 oder 100 qm würden mir schon reichen … Nun denn. Ist nicht und wird wohl auch in absehbarer Zeit nichts damit.

Fruchtpflanzen: Was im Topf wächst …

Bisher im Topf kultiviert habe ich an ausdauernden Pflanzen: Erdbeeren (je ein kleiner und großer Balkonkasten), Kulturheidelbeere, Johannisbeere und Cranberries (die bereits im zweiten Jahr eingegangen sind).

Einjährige: ca. 10 Tomatensorten (Wildtomaten, Cocktailtomaten, Fleischtomaten, Salattomaten), ca. 8-10 Chilisorten (von Habanero über Türkische Pepperoni bis Cayenne), Spitz-, Tomaten- und Blockpaprika, vier Sorten Auberginen, Zucchini, Stangen- und Buschbohnen, Süßkartoffeln, Spinat, Feldsalat, Ur-Karotten, Kartoffeln, Physalis, Kohlrabi, Fenchel, Lauchzwiebeln, Lauch, Erbsen, Mangold, Snackgurken und sogar Zuckermais, der immerhin zwei Kolben hervorbrachte (als Starkzehrer hätte er sicher einen noch viel größeren Topf gebraucht).

 

Mit zwei Erdbeerpflanzen habe ich vor drei Jahren angefangen. Dann bekamen die beiden so viele „Kindel“ von denen ich die kräftigsten Ende August abgenommen habe und in einen langen Balkonkasten gepflanzt habe, sie stehen jetzt im zweiten Jahr und sehen leider – wie vieles andere auch – etwas mickrig aus. Dennoch habe ich genauso viele Früchte wie 2019 geerntet, gut 800 Gramm. Nicht viel. Aber immerhin hat es für einige leckere Erdbeer-Müslis gereicht.

Nun sind alle Beeren gegessen und warte jetzt auf die Kindel (die alten Pflanzen werde ich entsorgen), die ich in frische Erde eintopfen will und hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder gesunde und vielleicht ein paar Gramm mehr Erdbeeren ernten kann.

Meine Kulturheidelbeere ist dieses Jahr ein einziges Trauerspiel. Ich habe sie nun schon etliche Jahre (ich denke sicher schon sieben oder acht Jahre) und sie wurde jedes Jahr größer und blühte und fruchtete jedes Jahr mehr. 2018 und 2019 konnte ich jeweils knapp zwei Kilo Heidelbeeren ernten. Für eine Solitärpflanze im Topf finde ich die Menge klasse.

Kulturheidelbeeren

Letztes Frühjahr habe ich sie vor der Blüte umgetopft, weil sie ziemlich durchwurzelt war, was ihr offenbar auch gut tat. Sie sah gesund aus und lieferte ja auch tüchtig Früchte. Als dieses Frühjahr die ersten Triebspitzen zu sehen waren, freute ich mich schon auf eine erneut gute Ernte. Aber daraus wurde nichts. Der Austrieb war mickrig, es gab nur ein paar einzelne Blüten (die ich an zwei Händen abzählen konnte) aus denen, die schon erwähnten drei Beeren wuchsen. Gedüngt habe ich wie letztes Jahr. Die Erde gelockert. Mäßig gegossen, gleicher Standort. Aber sie ist bis jetzt nicht in die Gänge gekommen. Zudem leidet sie jetzt auch noch an Chlorose, die unterschiedliche Ursachen haben kann. Was genau das Problem oder ob es eine Kombination aus div. Faktoren ist, ich weiß es nicht. Auch mein >> Naturdünger zeigt bisher keinerlei positive Wirkung.

Vielleicht schneide ich sie im Herbst (wobei man das eigentlich nicht oder nur sehr selten machen soll) und setze sie wie die ErdbeerKindel in komplett frische, neue Erde. Mal sehen. Einfach aufgeben möchte ich sie nicht.

Da ich euch nicht mit ellenlangen Gemüsestories langweilen will, noch ein paar Erfahrungen kurz und knapp: Super im Topf sind stets alle Arten von Chili und Paprika gewachsen, Auberginen auch (da wir ja seit Jahren sehr warme Sommer haben), am besten die „Schlangen“- und Thai-Auberginen. Tomaten waren bis auf die Buschtomaten alle bestens (mein Tipp für’s Pflanzgefäß: nehmt Pflanztaschen, dort wachsen sie besonders gut und ihr könnt sicher sein, dass der Wind sie nicht umkippt.

Möhren und Kohlrabi waren ganz o.k., aber der Topf hatte wohl etwas zu wenig Tiefe. Stangenbohnen gehen super, wenn sie windgeschützt stehen. Zu viel Wind und Sonne und die Blätter verbrennen und brauchen dann lange, bis sie sich wieder erholen. Aus einem Tontopf mit ca. 38 cm Durchmesser und ca. 8-10 Bohnenkernen habe ich 2018 ca. 1,5 Kilo Bohnen geerntet. 2019 deutlich weniger, weil der gewählte Standort zu sonnig und windig war. Gerankt sind sie an extra langen Tomatenstäben. Erbsen sind uninteressant für den Kübel, zu wenig Ausbeute, fällt eher in die Kategorie Liebhaberei 😉

Fenchel geht gut, wenn man ihn zu richtigen Zeit pflanzt. Ansonsten schosst er schnell. Mangold ging auch gut. Die Gurken waren o.k., jedoch funktioniert nicht jede Sorte gleich gut. Am besten war eine Snackgurke, die ich an einem Rankgerüst wachsen ließ. Halbschattig und windgeschützt aufgestellt.

 

Johannisbeere
Rote Johannisbeere im Topf

Süßkartoffeln lassen sich auch sehr gut im Topf anbauen. Allerdings sollte das Pflanzgefäß sehr geräumig sein. Ich hatte eine Bio-Knolle wie einen Avocadokern mit drei Zahnstochern ins Wasser gehängt und gewartet bis viele kleine Triebe und Wurzeln zu sehen waren und dann das komplette „Teil“ zur Hälfte die Erde gesetzt. Sie wuchs sehr schnell und rankte munter an Tomatenstäben empor. Vor dem ersten Frost leerte ich den Topf aus und freute mich über eine recht ansehnliche Ernte. Die meisten Knollen waren zwar recht klein (zu kleiner Topf), aber es zeigt, es geht.

Last but not least: Meine Rote Johannisbeere. Sie tauchte ohne mein Zutun irgendwann im „Rosentopf“ auf. Zuerst dachte ich, es ist eine Blutjohannisbeere, aber es stellte sich nach (ich denke es waren zwei Jahre) heraus, dass es eine Rote Johannisbeere ist. Wie sie bei mir gelandet ist? Keine Ahnung. Ich habe sie gehegt und gepflegt und vor zwei Jahren konnte ich eine gute Handvoll Beeren ernten. Und letztes Jahr fing sie an zu kränkeln. Dazu kamen noch Raupen in Massen, die in kürzester Zeit fast die komplette Pflanze kahlgefressen hatten. Dieses Elend mochte ich nicht mehr sehen, gab sie auf und schnitt im Herbst bis auf eine Handbreit alles ab und wollte sie dieses Frühjahr mit der Grünschnittabholung entsorgen.

Tja und was macht das dusselige Ding? Genau. Es treibt wieder aus, mit schönen kräftigen Blättern. Also darf sie bleiben und werde sie zusammen mit den anderen Beeren im Herbst umtopfen und ihr noch mal eine Chance geben.

Und, das Leckerste zum Schluss, ein paar Ernte-Impressionen …

 

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Ökologisch Topfgärtnern: Erde, Dünger, Pflanzgefäße

Ein kleiner Erfahrungsbericht von meinem Topf-/Terrassengarten.

Topfpflanzen optimal zu versorgen, ist etwas anspruchsvoller als bei Gartenpflanzen. Warum? Durch den begrenzten Raum im Topf wirken sich „unpassende“ Erde, Nährstoffdefizite bzw. Überdüngung einfach schneller und unter Umständen gravierender aus, als im Garten.

Terrassengarten, Gärtnern in Töpfen, Topfgarten im Sommer

Ich pflanze ausschließlich in torffreie BioErde. Für meine „Südländer“ wie Rosmarin, Salbei und Thymian, mische ich ein paar kleine Steinchen unter die Erde und gemörserte, getrocknete Eierschalen. Auf den Topfboden gebe ich als Dränageschicht entweder zerkleinerte Tonscherben (von aufgefrorenen Tontöpfen) oder unterschiedlich kleine Steine (oder Hydrokulturkügelchen).

Vor ein paar Jahren hatte ich testweise einen Sack Terra Preta (Werbung, unbeauftragt & unbezahlt) gekauft und unter die Erde einiger Pflanzen gemischt. Das tat ihnen sichtlich gut. Die Feuchtigkeit hielt sich länger und die Pflanzen sahen besonders gesund und kräftig aus. Auch hatte ich den Eindruck, dass die Erde weniger schnell auslaugt & austrocknet, die Erde über einige Jahre eine gute Struktur behält. Leider ist Terra Preta ziemlich teuer.

Ein weiterer Versuch war es, Laubkompost selber herzustellen. Da ich keinen großen Aufwand und Investition für einen Komposter betreiben wollte und auch nicht genug Platz habe, habe ich im Herbst einfach das Laub von meinen Pflanzen zusammengekehrt und als Winterschutz auf den Töpfen verteilt. Im Frühjahr alles runtergesammelt und einfach in einen „Gelben Sack“ gefüllt. Diesen habe ich locker mit einem aufgelegten Stein verschlossen und ein Jahr lang sich selbst überlassen. Letzten Sommer habe ich das Ganze inspiziert und für gut befunden und etwas vom Kompost beim Umtopfen zur gekauften Erde gegeben. Einen besonderen positiven Effekt habe ich nicht festgestellt. Aber auch keinen negativen.

RegenwurmWas ich gerne probieren möchte, ist Wurmkompost und will mich hier mal durchschmökern >>

Gedüngt habe ich bis 2019 ausschließlich mit Neudorff-Gartendünger (Werbung, unbeauftragt, unbezahlt). Da da „mein“ GartenBaumarkt ihn nicht (mehr) führt, bin ich auf ein Bio-Produkt mit Schafwolle ausgewichen, das mich leider nicht wirklich überzeugt hat. Es ist für Töpfe (da eigentlich für Hochbeete gedacht) schwer genau zu dosieren (>> s. Ziest) und passt auch nicht für alle Pflanzen von der Zusammensetzung her. Die Tomaten waren 2019 allerdings wirklich wunderbar geworden.

Entweder werde ich nächstes Jahr meinen für gut befundenen Biodünger im Internet bestellen oder versuche ausschließlich mit meinem selbsthergestellten Naturdünger zu düngen. Dafür sammele ich Kaffeesatz, Bananen- und Eierschalen (alles Bio). Mische das Ganze, gebe etwas Wasser dazu und dann ab in den Mixer bis eine schöne homogene Masse entstanden ist. Manche Leute geben die Pampe direkt auf die Erde. Das mache ich nicht, weil es dann doch manchmal schimmelt. Ich verteile die Masse auf einem alten Backblech und lasse es trocknen. Wenn ich den Backofen verwende, schiebe ich das Blech nach Benutzung rein, um die Restwärme zu nutzen, dann geht es schneller.

Naturdünger selber herstellen, Kaffeesatz, Eierschalen, Bananenschalen
Naturdünger selbstgemacht aus: Kaffeesatz, Bananen- und Eierschalen

Was die Dosierung angeht, habe ich kein exaktes Rezept. Ich gebe (dieses Jahr) seit Anfang Mai alle paar Wochen ein paar Löffel davon auf alle Töpfe.

Ein weiteres Experiment steht noch aus: Das Granulat Aqua Crystal (ein Wasserspeicher) wurde mir vor einer Weile (unaufgefordert) zugeschickt. Ich habe mich auf der Website informiert und bin etwas unsicher, ob ich es wirkich testen soll, weil es kein Naturstoff ist.

Auf der Website steht: „Aqua Crystal ist ein hochabsorbierendes anionisches Polyacrylamidpolymer. Es ist ein vernetztes Copolymer bestehend aus Acrylamid und Kaliumacrylat, das wasserunlöslich ist. Polyacrylate sind von Natur aus nicht toxisch, nicht reizend und nicht korrosiv. Tests haben ergeben, dass sie mit einer Abbaurate von 10% bis 15% pro Jahr biologisch abbaubar sind. Sie zeigen ein hohes Wasserabsorptionspotential und können 95% davon durch den Saugdruck der Pflanzenwurzeln freisetzen.“

Kennt ihr das? Schon mal verwendet? Wie steht ihr dazu?

Pflanzgefäße: Die meisten meiner Pflanzen wachsen in Tontöpfen, ein paar auch in Kunststofftöpfen, diese habe ich vor allem für Pflanzen die etwas mehr Wasser benötigen, weil die Erde einfach nicht so schnell austrocknet wie bei einem Tontopf. Und dann kaufte ich mir – als Test – vor ein paar Jahren Pflanztaschen aus recyceltem Kunststoff für meine Tomaten. Eine sehr gute Investition. Denn endlich kippten meine Tomaten nicht bei jedem Wind um und sie wuchsen auch insgsamt besser. Leider lösen sie sich jetzt, da ich die Pflanztaschen ganzjährig draußen lasse, langsam auf. Kann sie dennoch empfehlen – auch für andere Pflanzen. Wer Platz hat, einfach im Herbst Erde entfernen und im Haus lagern. So solltet ihr sie viele Jahre nutzen können.

Ups, jetzt hätte ich fast die Pflanzenbrühen/-jauchen vergessen. Wie ihr sie ansetzt, dazu gibt es ja genug Quellen im Netz. Aber, was nicht jeder weiß, nicht nur Brennesseln und Schachtelhalm sind tolle Wildkräuter für Pflanzenstärkungsmittel, auch Giersch eignet sich hervorragend – falls ihr den >> Giersch nicht einfach aufesst 😉

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Giersch zum (Fr)essen gern haben

Update: 5. Juli 2020

Fragt man einen (Hobby-)Gärtner nach Giersch, wird er vermutlich erst einmal stöhnen oder sogar die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Denn Giersch ist wohl eines der hartnäckigsten und meist gehassten Wild(un-)kräuter. Zu Unrecht.

Giersch blühend, Ideen mit Giersch, Giersch essenRichtig ist, Giersch wuchert besonders an halbschattigen/schattigen und eher feuchten Stellen immens. Die vielen langen verzweigten Wurzelausläufer machen es in der Tat schwer, dem Grünen „Monster“ 😉 Einhalt zu gebieten.

Bevor man dem ungeliebten Wildkraut jedoch versucht den Garaus zu machen, möchte ich einmal die guten Seiten des Giersch beleuchten. Ihr glaubt nicht, dass Giersch auch gute Seiten hat? Na, dann lest unbedingt weiter.

Doch zuerst ein kleiner Steckbrief: Aegopodium podagraria gehört zu der Gruppe der Doldenblütengewächse, ist mehrjährig und kann bis ca. 90 cm hoch werden (je nach Standort und Nährstoffangebot). Die weißen Doldenblüten erscheinen etwa ab Mai. Die Blüte kann bis in den Juli andauern. Wie schon erwähnt, man findet den Giersch vor allem an eher schattigen und leicht feuchten Stellen. Wie zum Beispiel am Waldrand, in Hecken und Gebüschen. Und eben auch im Garten, hier besonders gerne auf nährstoffreichen Böden.

Nun zu den guten Seiten des Giersch.

Giersch einfach aufessen.

Aus Giersch lässt sich Salat, Spinat, ein grüner Smoothie oder eine grüne Suppe zubereiten. Auch im (Wild-)kräuter-Quark, in würzigen Pfannkuchen macht er eine gute Figur. Entweder solo oder zusammen mit anderen wilden oder „zahmen“ Kräutern und Salaten.

Ein Rezept zum probieren: Giersch-Pfannkuchen (Für 2 Personen)

Zutaten: 200 g Mehl, 2 Eigelb, ein guter ¼ Liter Milch (od. Milchgetränk eurer Wahl), Meersalz, 2 Eiweiß, 4 – 5 Eßl. (möglichst) junge Gierschblätter (gewaschen und feingeschnitten), Öl zum Ausbacken.

Zubereitung: Alle Zutaten – außer Eiweiß und Giersch – gut verrühren und den Teig etwa eine halbe Stunde ruhen lassen. Dann die Gierschblätter unterrühren. Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unterziehen. Im heißen Fett Pfannkuchen goldbraun backen. Lecker dazu ist ein Joghurtdip (mit Knobi) oder ein frischer Salat (mit Wildkräutern, gerne auch hier mit Giersch).

Heilsamer Giersch

In alten Kräuterbüchern wird davon berichtet, dass Giersch unter anderem für Umschläge bei Gicht verwendet wurde und als Tee bei Ischias und Rheuma.  In der Volksmedizin galt der Giersch ebenfalls als Heilmittel bei Gicht sowie bei Durchfall und als Wundmittel wurde er ebenfalls verwendet. Heute findet Giersch jedoch keine Verwendung mehr. Dafür aber umso mehr in der Wildkräuterküche.

Giersch im Frühling
Giersch: Erste Triebe im Frühling

Und nicht vergessen will ich, dass ihr Giersch – ebenso wie Brennnesseln – für eine Pflanzenjauche/-brühe zur Pflanzenstärkung verwenden kann!

Wächst der Giersch euch dann noch immer über den Kopf 😉 dann steckt am besten mit einem Spaten einen Bereich ab, in dem der Giersch wachsen darf (denn viele Insekten lieben seine Blüten). Baut eine Wurzelsperre z. B. aus alten Ziegeln oder anderen natürlichen Materialien ein – was ihr eben gerade zur Verfügung habt – je tiefer umso besser und schneidet ihn vor der Blüte, spätestens kurz vor Samenreife, damit er sich nicht zusätzlich zu den Wurzelausläufern auch über den Samen vermehrt.

Giersch, Wildkraut zum essenAlles was außerhalb des geduldeten Gierschbereichs wuchert, lockert ihr am besten tiefgründig mit der Grabgabel und zieht vorsichtig die Wurzelstücke heraus. Je gründlicher ihr arbeitet umso eher bekommt ihr den Wucherer in den Griff. Wenn ihr dann hin und wieder das Procedere wiederholt, wird nicht mehr viel übrig sein und ihr könnt ihn vielleicht sogar nahezu ganz loswerden – so ihr das denn wollt.

Etwas Zeit lässt sich übrigens sparen, indem man eine dicke Mulchschicht (oder dunkle Folie) einige Zeit auf dem zu befreienden Bereich legt. So findet ihr schneller die Wurzel-Kindel und könnt Sie nach dem Lockern relativ leicht herausziehen – wie oben beschrieben.

Giersch im Topf

Wer keinen Giersch im Garten hat (oder haben möchte), aber gerne einmal das Wildkraut versuchen will, empfehle ich die Kultur im Topf. So hat er keine Chance sich auszubreiten und vielleicht sogar den Nachbarn zu ärgern. Er lässt sich ja ganz easy mit einem Wurzelstückchen oder Samen kultivieren.

Ach ja, Giersch ist auch gut für die Fitness: Das kontinuierliche Jäten hält fit 😉

Und, habe ich zu viel versprochen? Gar nicht so übel der Giersch, oder?

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Inventur Terrassengarten Teil 2 – Blühpflanzen

Wie versprochen, hier kommt Teil 2 meiner Inventur, heute: Blühpflanzen.

Zurzeit wachsen bei mir: Roter Sonnenhut, >> Diptam (Brennender Busch), Echter Ziest, Rose de Resht (die zusammen mit einer mir unbekannten Rose in einem Topf wächst), Hundsrose, Hängepolster- und Pfirsichblättrige Glockenblume, Herbstaster, Chrysantheme, Christrose, Frauenmantel, Stinkender Storchschnabel, Australisches Gänseblümchen (eigentlich 1-jährig, hat überwintert und blüht wieder), >> Schwarzer Geißklee, Wildblumen-Mix (noch offen, was es alles wird), >> Akelei, Mauerpfeffer, Hauswurz, Zymbelkraut, Klatschmohn, Glockenheide & Erika und Frauenmantel.

23 verschiedene Blühpflanzen in
ca. 26 Töpfen/Kästen (zum Teil mit anderen Pflanzen in Gesellschaft).

Wenn das Grün in meinem Terrassengarten auch überwiegt, es blüht fast das ganze Jahr etwas.

Leider verabschieden sich immer wieder Pflanzen. Sei es durch Spätfröste, die oft begrenzte Lebensdauer im Topf und hin und wieder wohl auch Pflegefehler oder Schädlinge, die manchen Pflanzen so zusetzen, dass sie die Segel streichen, wie zum Beispiel mein Buchsbäumchen (Zünsler) letztes Jahr. – Gegen Schädlinge gehe ich nicht vor – höchstens mal ne kräftige Dusche. Was nicht robust genug ist oder wenn nicht genügend Feinde der Schädlinge da sind, dann ist es eben so. Auch mit Hausmittelchen, wie verdünnte Frischmilch bei Krautfäule oder Mehltau, habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Was nicht will, wird eben nicht mehr gepflanzt. 🙂 (Zum Thema Dünger kommt die Tage noch ein extra Beitrag.)

Verabschiedet haben sich über die Jahre (soweit ich mich erinnere): Jakobsleiter, Zistrose, Lavendel, Rainfarn, >> Orchideen-Primel, Blattgeranie (wuchterte unförmig/sparrig und hatte noch nicht mal Miniblüten, auch der angeblich zitronige Duft lies sehr zu wünschen übrig (so habe ich sie nach zwei Jahren einfach erfrieren lassen … sorry), Agastasche (hatte ich vor allem als Blühpflanze für die Bienen), >> Erdrauch, Wiesenglockenblume, Johanniskraut, Echte Gemswurz, Osterglocken (Tete a Tete), Wildtulpen, Echte Schlüsselblume, Dahlie, Canna, Islandmohn, Bechermalve, einjährige Astern, Primeln, Ginster, Karthäusernelke, Cosmée und >> Kapuzinerkresse (für mich in erster Linie Blühpflanze, aber auch als Gewürz- und Heilkraut toll (Samen sind d. J. schon wieder nicht gekeimt, obwohl es frisches Saatgut war).

Und, ein paar Kandidaten möchte ich wieder etwas genauer beleuchten.

Der Rote Sonnenhut macht mir dieses Jahr etwas Kummer. Ich denke es ist ein Pilz, der meine Staude befallen hat. Sie hat sehr viele gelbe Blätter bekommen, die zudem braune Flecken haben/hatten. Inzwischen ist es weniger geworden und die Blütenknospen sind erkennbar. Da ich nur ein paar Stunden Sonne vorm Haus habe, sind sie immer etwas spät dran mit dem Blühen.

Meinen Ziest habe ich wohl etwas zu viel Dünger verpasst 😉 Er hat lange Zeit nur riesige Blätter entwickelt, aber jetzt legt er los. Ich hatte schon die Befürchtung, dass der „Allzweck-Bio-Dünger“ zu viel Stickstoff hat und er nur Blätter treibt. Noch mal Glück gehabt. 🙂

Meine Akeleien sind fast alle verschwunden, es gefiel ihnen wohl nicht so recht bei mir. Aber eine hat im Erdbeerkasten überlebt und eine noch sehr kleine fand ich heute zwischen den Glockenblumen … (s. u.)

Sommergruß-von der Terrasse mit noch mehr Glockenblumen, Terrassengarten, Hängepolster-Glockenblumen

Die Hängepolster-Glockenblumen sind zwar sehr schön und auch die Hummeln lieben sie, aber mir wird das langsam zu viel. Sie tauchen überall auf. In allen Töpfen, in den Pflasterfugen und verdrängen leider (vor allem in meinen Töpfen) andere Blühpflanzen, wie z.B. die Akeleien. Selbst die Pfefferminzen bedrängen sie sehr stark, so dass ich beschlossen habe, sobald sie abgeblüht sind, werde ich bis auf ein, zwei Töpfe alle „entsorgen“, damit die Blütenvielfalt (wieder) besser wird. Denn im Steingarten meiner Vermieterin wachsen noch immer mehr als genug von diesen Glockenblumen, ganze Teppiche in Blau.

Im vergangenen Jahr fand ich in einem Kräutertopf plötzlich eine Hundsrose und habe beschlossen, sie darf bleiben und habe sie in einen eigenen Topf gepflanzt und siehe da, bereits nach einem Jahr hat sie mir zwei Blüten geschenkt. Zu ihr gesellt hat sich übrigens eine Brennessel, die auch bleiben darf. Ich hole mir immer mal ein paar Blätter für meinen Kräutertee.

Ein weiterer Problemfall ist die Herbstaster. Als Zwerg-Herbstaster verkauft, wuchs sie bereits im Folgejahr zu einer normalgroßen Staude heran. Leider sind sie ja für Mehltau recht anfällig. Was mich eigentlich nicht weiter stört. Aber sie ist auch sehr blühfaul. Nur in einem Jahr (s. Foto in der Galerie) sah sie recht gut aus. Ich denke, sie bekommt einfach zu wenig Sonne und für den Topf ist die Staude vielleicht doch nicht so ideal. Ich schaue es mir dieses Jahr noch mal an und dann entscheide ich, was mit ihr passiert. Entweder ich teile sie und topfe sie neu ein oder sie „fliegt“ nächstes Jahr raus und hole mir stattdessen vielleicht noch mal eine Jakobsleiter.

Und zu guter letzt noch der >> Klatschmohn. Er ist irgendwann zwischen den Pflasterfugen aufgetaucht und kommt inzwischen jedes Jahr wieder. Allerdings sind es dieses Jahr deutlich weniger Pflanzen, als in den letzten beiden Jahren. Lustigerweise haben sich die kräftigsten Pflanzen in dem wirklich nur sehr kleinen Topf mit dem Geißklee-Ableger eingefunden. Natürlich dürfen sie bleiben, bis der Samen reif ist und dann streue ich ihn aus. Bin gespannt, wo die roten Leuchten nächstes Jahr auftauchen.

Was mir positiv aufgefallen ist, dass der Klatschmohn im Feld und an Wegrändern jedes Jahr mehr wird. Love it!

Ups, fast vergessen, bis auf ein paar Ausnahmen (Chrysantheme, gefüllte Rosen), stehen alle Blühpflanzen bei div. Insekten hoch im Kurs!

Der nächste Inventur-Beitrag wird sich um Fruchtpflanzen drehen, die bei mir dieses Jahr ein Schattendasein führen. Es gibt nur Erdbeeren und spontan ausgepflanzte Kartoffeln.

Weiterlesen "Inventur Terrassengarten Teil 2 – Blühpflanzen"

Aus meinem KräuterReich: Der Kardamom

Hallo Ihr Lieben, da bin ich schon wieder 😉 Heute ein Gruß aus meinem KräuterReich. Vor ein paar Tagen hatte ich meine >> Kräuterpflanzen ja schon etwas näher beschrieben bzw. mein Leid mit einigen Kandidaten geklagt 😉

Kennt ihr Kardamom? Die kleinen Samenkapseln wahrscheinlich schon, oder? – Bei uns sehr beliebt in der Weihnachtsbäckerei. – Kennt ihr auch die Pflanze dazu? Ich habe dieses Prachtexemplar nun schon viele Jahre. Im Winter leidet er immer etwas, da ich keinen wirklich optimalen Standort habe, aber bis zum Frühsommer erholt er sich stets und sieht dann bis zum ersten Frost sehr fein aus. Dann muss er wieder ins Haus, da er null Frosttoleranz hat.

Kardamom, grüner Kardamom, Blattkardamom
Mein ca. 10-jähriger Kardamom, im Kübel in der Sommerfrische (halbschattig), mit ein paar Macken vom Hagel

Kleiner Steckbrief: Der Kardamom (Elettaria cardamomum) gehört zu den Ingwergewächsen. In seiner Heimat wächst er 2 bis 3 Meter in die Höhe. Die Pflanze, die ihr auf dem Foto seht, ist einen guten Meter hoch und fast genauso breit. Der Kardamom bildet Rhizome, so dass man ihn leicht vermehren kann. Testweise habe ich im Frühjahr einen Ableger eingetopft, der allerdings (noch) nicht so richtig will. Na ja, ein Versuch und vielleicht wird er ja noch. So schnell gebe ich ihn nicht auf.

Standort und Verwendung: Am liebsten hat er es feucht (aber nicht nass) und warm und steht halbschattig oder schattig, jedoch nie in der direkten Sonne, die Blätter verbrennen sehr schnell! Blüten (und damit Samen) wird er in unseren Breiten leider keine ansetzen, dafür braucht es eine dauerhaft hohe Temperatur und gleichzeitig genügend Tageslicht, soweit ich weiß. Aber das ist nicht schlimm, denn die Blätter haben auch ein wunderbares, zimtähnliches Aroma, wovon man einen leckeren Tee machen kann. Ich gebe gerne ein Blatt zu meinem Grüntee oder mische ihn mit anderen Kräutern, die ich mag – z. B. mit Blättern vom Zitronenstrauch.

Als Gewürz werden die Samen(kapseln) verwendet. Heilwirkungen sollen sie auch haben, besonders bei Verdauungsproblemen.

Weiterlesen "Aus meinem KräuterReich: Der Kardamom"

Inventur im Terrassengarten: Teil 1 – Kräuter

Was wächst dieses Jahr in meinem Topfgarten?

Fangen wir also mit den Kräutern an: Zurzeit habe ich sechs Minzen (je eine Carmagnola, Schweizer, Marokkanische, Englische, Orangenminze und Apfelminze). Dann wäre da der Thymian, Liebstöckel, Schnittlauch, Genoveser Basilikum, Französischer Estragon, Wilde Rauke, Zitronenmelisse, Zitronenstrauch bzw. -verbene (Aloysia citrodora), Kardamom, Sauerampfer, Kaffirlimette, >> Rosmarin, Bohnenkraut, Glatte Petersilie, Lorbeer und Salbei.

17 Kräuter bzw. Gewürzpflanzen,
in 27 Töpfen/Kästen.

Was sich leider nicht sehr lange bei mir gehalten hat: Bärlauch, Winterheckezwiebeln, Schnittkoblauch, Griechisscher Bergtee, Brunnenkresse, Pimpinelle und ein Ananassalbei, der mir leider erfroren ist, weil ich ihn zu lange draußen stehen ließ.

Marokk. Minze, Carmagnola Minze, Bohnenkraut und Glockenblumen (die überall ohne mein Zutun auftauchen)

Da eine reine Auflistung ja ziemlich langweilig 😉 ist, will ich auf ein paar Kräuter näher eingehen.

Meine Pfefferminzen sind dieses Jahr nicht in bester Verfassung. Das liegt vor allem daran, dass ich keine Zeit und (warum auch immer) keine rechte Lust zum Gärtnern und damit auch nicht zum Umtopfen hatte. Gedüngt habe ich sie wie immer im Frühjahr. Dennoch: Sie sahen schon besser aus. Ich denke es ist einfach der Platzmangel in den Töpfen. Vielleicht topfe ich die eine oder andere noch in den nächsten Tagen um. Wenn’s mich packt. 😉 //  Das gleiche gilt für meine beiden Liebstöckel.

Zitronenmelisse nach knapp zwei Jahren.

Dafür ist die Zitronenmelisse eine Pracht. Das Beste daran, ich dachte letztes Jahr meine Pflanze sei erfroren durch den Spätfrost im März, war sie auch. Aber beim Töpfe umräumen sah ich in einem noch unbepflanzten Kübel eine kleine zarte Pflanze mit nur vier Blättern, es hatte sich eine Zitronenmelisse selbst gesät. Da war meine Freude natürlichj groß, denn ich mag sie sehr gerne als Tee. Also topfte ich sie vorsichtig um, in einen passenden kleinen Topf und siehe da, sie wuchs trotz der wenigen Wurzeln an und hat sich dieses Jahr zu einem ordentlichen Busch entwickelt …

Meine Wilde Rauke ist auch so ein „Selbstläufer“. Noch immer wachsen die von mir vor drei Jahren gesäten Pflanzen in einem kleinen Terracottakasten, der 2019 in der Nähe vom Französischen Estragon stand. Und was wächst dieses Jahr in voller Pracht beim Estragon? Genau! Eine neue Wilde Rauke. Dafür ist der Estragon dieses Jahr etwas mickrig.

Mein armer Zitronenstrauch (franz. übrigens als Verveine bekannt) hatte ganz schön zu kämpfen. Besser gesagt beide Pflanzen. Der Große und der Kleine. Denn ich hatte mich dazu entschlossen, weil ich immer wieder zu hören bekam, lass ihn doch draußen, der hält bis 10 Grad Minus aus. Weil der große Strauch, trotz jährlichem Schnitt inzwischen wirklich sehr groß und sperrig geworden war und ich nur sehr wenig Platz zum Überwintern in der Wohnung habe, habe ich gedacht, o.k. dann versuche ich es. Nun war der letzte Winter ja wirklich sehr mild für unsere Breiten, mehr als minus 5 oder 6 Grad hatten wir nicht. Also dachte ich, dann war es eine gute Entscheidung. Das sollte auf jeden Fall gutgegangen sein. (Den Kleinen hatte ich dennoch im Frühwinter in den Flur geholt.)

Zitronenstrauch mit „chaotischem“ Neutrieb an einem alten, verholzten Seitenast.

Der Frühling kam, der April war sehr warm (wenn auch mit kühlen Nächten) und wartetet sehnlichst auf den Austrieb. Nichts zu sehen. Da es kaum noch nach Frost aussah, stellte ich den Kleinen Ende April raus. Blöderweise gab’s dann zu den Eisheiligen doch noch Frost (und ich hatte es verpeilt). Bäm, da hatte ich den Salat. Beim kleinen Strauch waren alle Triebe erfroren und beim Großen noch immer kein Blättchen zu sehen. Oh nein dachte ich, das kann doch nicht wahr sein. Ich war wirklich traurig, denn es ist so ein wunderbares Teekraut.

Es vergingen noch einmal zwei, drei Wochen, kein Grün zu sehen. Nichts. Und dann, als ich es schon fast aufgegeben hatte, dachte ich, ich sehe nicht richtig, kleine grüne Sprenkel zeigten sich am großen Strauch. Yeah, er hatte ich zurück ins Leben gekämpft. 🙂 Mit jedem Tag wurde es deutlicher, er hatte tatsächlich überlebt. Allerdings beim Kleinen sah es weniger gut aus. Ich schnitt ein paar Zentimeter runter, um zu sehen, ob noch Leben im Holz war. Trocken. Noch ein paar Zentimeter. Trocken. Oh je …

Also habe ich die Schere noch etwas weiter unten angesetzt und dort war noch ein wenig Grün zu erkennen. Ich beließ es dabei und hoffte. Und nun? Inzwischen sieht er an der Basis genauso aus, wie der Große an dem einen alten Ast. Also haben es beide geschafft, aber sind ziemlich spät dran, so wird es dieses Jahr wohl nur eine kleine Ernte geben und keine zwei oder gar drei wie sonst.

Nie wieder bleiben die beiden über den Winter draußen. Das riskiere ich nicht noch mal.

Mein Lorbeer ist auch so ein Pflegefall. Ihn habe ich noch nie reingeräumt. Er hält wirklich gut was aus. Aber er macht mir seit dem Winter 2018/2019 Probleme. Auch hier war wohl vor allem der Spätfrost im Frühjahr schuld. Viele Blätter sind verkümmert und abgefallen. Ob der Frost wirklich schuld war oder eine Blattkrankheit, da bin ich mir nicht sicher.

Als auch nach Monaten kein Neutrieb zu sehen war, habe ich auch hier die Schere angesetzt (2019) und alles dürre Holz abgeschnitten. Ich habe ihn gehegt und gepflegt, kein Neutrieb. Eigentlich hatte ich ihn schon abgeschrieben, ließ ihn einfach stehen. Tja, und auch er hat es sich offenbar noch einmal überlegt und vor ein paar Tagen – nach einem jahr ohne neue Triebe – habe ich gesehen, er treibt wieder aus. Allerdings sieht er durch meine Schnibbelei etwas unförmig aus. Übrigens, Lorbeer ist nicht nur ein tolles Würzkraut, lest mal hier >>

Und doch liebe ich meine Misfits im Terrassengarten 😉

Gewürzsalbei – gelöchert von der Weißen Fliege.

Der Salbei, den ihr hier seht, ist ein Gewürzsalbei, der nicht blüht oder nur sehr selten. Die Mutterpflanze war sehr sparrig geworden und ich hatte deshalb im Sommer 2018 einen Steckling eingepflanzt, was sich als gute Tat herausstellte, da die „Alte Dame“ im Winter darauf erfror (wie vieles andere auch). Und der kleine Steckling, nun knapp zwei Jahre alt hat sich prächtig entwickelt (sieht man von den Löchern der Weißen Fliege mal ab).

Wenn ihr Fragen habt oder eure eigene Kräutergeschichte(n) teilen möchtet, dann freue ich mich über eure Kommentare und natürlich auch über ein Like, wenn euch mein Beitrag gefallen hat.

In Teil 2 meiner Inventur werde ich mich den Blühpflanzen widmen, incl. einem Special: Meinem >> selbstgemachten Naturdünger.

PS: Ja ihr seid bessere Fotos von mir gewohnt. 😉 Aber mein Kamera-Akku war heute Morgen leer und so habe ich einfach schnell mit dem Smartphone draufgehalten. Vielleicht tausche ich das eine oder andere Foto auch noch aus 🙂

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Was mache ich mit Rosmarin?

Nach meinem >> Lavendel-Beitrag, bleibe ich noch ein bisschen bei den mediterranen Gewächsen. Wie ihr sicher wisst, wächst Rosmarin im Mittelmeerraum wild und das bis zu zwei Meter hoch. Meine zwei „Kleinen“ sind von solchen Maßen weit entfernt. Aber das reicht auch so 😉

Der ältere Strauch, ca. 5 Jahre alt, misst ca 55 – 60 cm Höhe. Der Kleinere, letztes Jahr gekauft, weil ich dachte mir geht der andere ein (er war völlig durchlöchert von der Weißen Fliege und mickerte arg vor sich hin), ca. 30 cm hoch. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, woran es liegt, aber dieses Jahr ist der ältere Strauch ganz wunderbar saftig grün und der kleine sieht jetzt so ähnlich aus wie der Große 2019. Beide habe ich aufgrund des milden Winters nicht ins Haus geholt und uneingepackt an der Hauswand überwintern lassen.

Weshalb ich heute auf den Rosmarin komme? Nun, es ist eines meiner absoluten Lieblingskräutlein und habe gestern, da Gewitter vorhergesagt waren und es auch die nächsten Tage eher feucht werden soll, meine beiden Pflanzen beerntet. Das heißt, ich habe sie um ca. 6-7 cm eingekürzt.

Rosmarin, blühend

Etwa die Hälfte habe ich zu Rosmarinsalz verarbeitet. Einige Stängel sind in meinem mediterranen Kräuteröl gelandet und den Rest trockne ich pur.

Das Rosmarinsalz mache ich wie folgt: Variante 1 – ca. 1 Teil Rosmarinnadeln und schneide sie klein, aber nicht zu fein. Gebe 3 Teile gutes Meersalz dazu, mische es und trockne das Ganze auf einem Backblech bei ca. 50 Grad im Ofen. Wenn alles trocken ist, kommt die Mischung in den Mixer und anschließend in ein Schraubglas.

Rosmarin für Kräutersalz und Kräuter-Würz-Öl

Variante 2: Das Mischungsverhältnis ist ebenfalls 1:3. Allerdings mit Fleur de Sel. Diese Mischung lasse ich nur trocknen (wie vor) und verwende dieses Salz sie gerne für leckere Rosmarinkartoffeln.

Meine Mischung für das mediterrane Kräuterwürzöl: 3-4 Stängel Rosmarin, 7-8 Stängel Thymian (gerne mit Blüten), zwei hauchdünne Bio-Zitronenschalen (mit dem Sparschäler geschält, damit nichts von der weißen Haut dabei ist, sonst wird das Ganze bitter), 1-2 Knoblauchzehen und ein wenig grob gemörserte, getrocknete Chilischoten (ich habe Habanero verwendet).

Sämtliche Zutaten in eine saubere, trockene Glasflasche füllen und mit gutem Olivenöl auffüllen, so das alles gut bedeckt ist. Einmal kräftig durchschütteln und an einem hellen Ort ca. 14 Tage stehen lassen. Hin und wieder kurz aufschütteln. Nach den zwei Wochen Ziehzeit, gieße ich das Öl einen Papierkaffeefilter in eine ebenfalls saubere, trockene (hübsche) Flasche.

Ich mag dieses Kräuterwüzröl sehr gerne zu Grillgemüse(salat) oder einfach ein wenig davon auf getoastetes (oder kurz gegrilltes) Vollkornbrot, eine Prise Fleur de Sel drüber, dazu ein Tomatensalat. Einfach, schnell gemacht und sehr lecker.

Den Steckbrief spare ich mir, da es ja ohnehin genug Input im Netz gibt. Was die Kultur im Topf angeht: Schaut in meinen Lavendel-Beitrag. Der Rosmarin hat im Grunde die gleichen Wünsche an die Erde, Standort usw. mit einem Unterschied, er ist deutlich frostempfindlicher. Wenn es kälter als -5 Grad wird und das über längeren Zeitraum, holt ihn besser ins Haus. am besten an einen kühlen, hellen Ort.

Wenn euch mein Beitrag gefällt, freue ich mich über ein Like und natürlich auch euer Feedback. Danke! 🙂

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