April-Winter

Als der Winter noch einmal wiederkam. Am Freitag, letzter Woche. Es schneite und schneite. Den ganzen Tag. Bis zum Samstagmorgen. Zum Glück kam der Frost erst in der Nacht zum Samstag, sodass nur einige Zentimeter liegen blieben. Nun ist es ja nicht wirklich ungewöhnlich, dass der April auch gerne noch mal Schnee bringt, aber so argen Frost? Es waren 7 bis 8 Grad Minus angekündigt. In manchen Gegenden bis Minus 15 Grad … Ich hatte richtig Bammel, dass mal wieder (wie vor einigen Jahren schon einmal, damals war es im März) die Hälfte oder mehr meiner Topfpflanzen die Segel streicht, denn es war/ist ja alles schon ausgetrieben.

Aber: Es ging alles gut. 🙂 Es gab nur 2/3 Grad Minus. Zudem hatte ich einige meiner liebsten Pflanzen mit Kartons und Folie etwas geschützt und ein paar Pflanzen in den Flur geräumt.

Ich hoffe sehr, dass es nun richtig Frühling wird und es keinen schlimmen Frost mehr gibt.

Momentan überlege ich noch, ob ich ein paar Tomaten und evtl. Chili säen soll? Radieschen? Noch einmal mit Petersilie versuchen? – Ich war schon mal motivierter … – Ich fürchte, ich habe das „Getöpfere“ so ein bisschen satt. :-/ Die meisten Pflanzen müssten eigentlich umgetopft werden, die Erde ist verbraucht bzw. der Topf längst viel zu klein. Aber: Die Einkauferei (nicht gerade meine Leidenschaft 😉 ) und Schlepperei. Die Zeit. Hach … ich weiß nicht …

Na ja, ich warte mal ab. Vielleicht packt es mich ja doch noch. Wenn nicht, dann müssen die Pflanzen eben sehen, wie sie klarkommen. Sorry.

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Rückblick – Ausblick

Da ist es nun. Das neue Jahr. Was uns 2022 wohl bescheren wird? Wird es wieder solche heftigen Wetterextreme geben wie 2021? Werden die zwei letzten Winterdrittel eher mild? Oder wird es wieder so viel Schnee und argen Frost geben? Who knows …

Wird es ein eher milder Winter?

Meine Prognose 2021 hat (leider) ziemlich gut zugetroffen. Also wage ich auch für den restlichen Winter 2022 eine Prognose: Es wird ein eher milder, überwiegend grüner Winter, mit etwas Frost und auch die eine oder andere Flocke ist möglich. Und ich hoffe, es kommt nicht wie schon ein paar Mal im März noch zu strengem Frost, sodass wieder alles Mögliche in meinen Töpfen erfriert, weil es schon zu weit ausgetrieben ist.

Apropos Ausgetrieben: Mein Kugellauch schaut schon 6-7 cm aus der Erde. Spinat und Rauke sind trotz einiger Frostnächte (bis -7 Grad) noch top. Meine Christrose blüht munter vor sich hin, kein Wunder bei den frühlingshaften Temperaturen (vorgestern: 15 Grad!). Und auch sonst sieht es in meinen Töpfen noch relativ grün aus.

Christrose im Dezember

Der Winter: Weiß. Eisig. Nass.

Es war ein eher durchwachsenes Jahr, was meinen kleinen Topfgarten angeht und auch die Natur rings ums uns herum hatte nicht ihr bestes Jahr. Der Winter war lang, schneereich und insbesondere im Februar eiskalt (bis -15 Grad). Am 29. Januar hatten wir Land unter. Vor allem in Büdingen (die komplette Altstadt stand zum Teil bis knapp zum 1. OG unter Wasser) und auch hier im Ort und vielen anderen Orten im Umkreis gab es so schlimmes Hochwasser, wie noch nie – oder zumindest seit vielen Jahrzehnten nicht. „Unser“ Wolfsbach, ein kleines Rinnsal mit im Schnitt 20 cm Wasserstand, war zu fast zwei Meter Höhe angewachsen …

Feldlerchen und Kraniche kehren zurück

Trotz Eiseskälte kamen die Feldlerchen und die Kraniche Mitte Februar wie immer zurück aus ihren Winterquartieren. Der März war auch sehr kalt, mit viel Frost, aber zum Ende hin mit ein paar schönen warmen Tagen. Der April war außergewöhnlich trocken. Der Mai recht nass. Der Juni sommerlich und meist sehr schön. Der Juli war durchwachsen und der August relativ unterkühlt, eher wenig sommerlich und immer wieder Regen, wenn auch keine größeren Mengen. – Sieht man von dem einen Tag im Juli einmal ab, als die Flutkatastrophe u. a. das Ahrtal zerstörte – auch hier regnete es fast den ganzen Tag, aber ohne Schäden zu hinterlassen. So ging der Sommer 2021 als einer der regenreichsten in die Geschichte ein.

Brombeer-Segen

Der September versöhnte mich mit dem mäßigen August und ich freute mich über die vielen Brombeeren, die ich zu allerlei leckeren Sachen verarbeitete. Nicht nur zu Konfitüre, sondern auch zu einem leckeren >> Likör. Rund fünf Kilogramm habe ich gesammelt. Eine wahre Sisyphusarbeit, denn die Wilden sind bekanntlich nicht die Größten 😉

Holunder gab es zwar nur wenig, aber an ein paar Stellen hingen die Sträucher voll. Saft und Gelee wurde daraus. Und zum ersten Mal habe ich auch >> Hagebutten in mehreren Etappen gesammelt. Leckeren Fruchtaufstrich, Konfitüre daraus gemacht und die Kerne und Fruchtreste für Tee getrocknet.

Hagebutten und getrocknete Kerne für Tee

Mein Tomatenexperiment (Kerne direkt aus den Früchten in die Erde) war geglückt. Allerdings war die Ausbeute eher bescheiden. Es fehlte Wärme und es war zu feucht (Krautfäule). Und, was ganz seltsam ist (hatte ich noch nie): Ich habe noch immer Tomaten, die ich Mitte Oktober grün geerntet habe und die eigentlich längst hätten nachreifen sollen. Tun sie aber nicht. Sie sind noch immer grün bzw. hellgelb. Seit Wochen tut sich nichts mehr. Schmecken tun sie auch nicht …

Dafür gab es wieder ein paar leckere Kartoffeln aus dem Topf. Ein Flop war auch meine Süßkartoffel. Die „dicksten“ waren noch nicht mal so dick wie mein kleiner Finger. Auch mein Roter Sonnenhut war mit dem deutschen Sommer nicht zufrieden. Blieb sehr mickrig und bekam später noch einen Pilz …

Wie wird wohl das Gartenjahr 2022?

Nun, ich hoffe auf ein besseres (Topf-)Gartenjahr als 2021. Ich habe im Herbst ein paar Wildblumen gesät bzw. gepflanzt und bin gespannt, ob sie sich in den Töpfen wohlfühlen, blühen und (neue) Insekten anlocken. Pläne habe ich noch keine gemacht, was ich dieses Jahr an Früchten/Gemüse anbaue oder ändere. Das hat aber noch Zeit.

Ach ja, was mir besonders positiv in Erinnerung geblieben ist: Die Tierchen, die ich dieses Jahr (erstmalig) entdeckt habe, die Pflanzen, die ich nach Jahren wiederentdeckt habe (u. a. >> Teufelsabbiss) und die Hainbänder-Schnecken-Parade. Eine wahre Freude.

Hainbänderschnecken

Und, zum Schluss noch eine kleine Kuriosität. Die letzten Kraniche sind am 11. Dezember Richtung Süden über uns hinweg gezogen, um am 29. Dezember (zumindest zum Teil) schon wieder zurückzukehren und sogar im >> Bingenheimer Ried (länger) zu rasten. Ob sie wieder Richtung Süden wegziehen, wenn es kälter wird oder sie weiter nach Norden/Osten ziehen oder sogar hier in der Wetterau überwintern, darüber sind sich die Fachleute noch nicht einig/im Klaren.

Update: Gestern entdeckt > (lustig wie die Rehe zwischen den Kranichen herumspazieren).

Kranichzug über der Wetterau

PS:
Euch allen ein
gutes, zufriedenes,
glückliches & gesundes
2022!

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Vom Gewitter gejagt

Hui, war das ein „Ritt“ vorhin. So hatte ich mir unsere „Gassi-Runde“ nicht vorgestellt.

Da Regen/Gewitter für heute Nachmittag angekündigt waren, habe ich mir trotz Sonnenschein den Regenradar angeschaut, bevor wir gestartet sind. Ja, da war eine Regen-/Gewitterfront unterwegs, in unsere Richtung, aber noch weit weg. Wenn es so kommen würde wie die Vorschau es anzeigt, schaffen wir locker unsere Runde und ich kann noch eine kleine Portion wilde Brombeeren pflücken – für Scones oder Muffins. So dachte ich zumindest.

Ich habe noch überlegt, nehme ich eine Jacke mit oder binde ich mir nur mein leichtes Hemd um? Falls wir doch ein paar Tropfen abbekommen? Gedacht. Getan. Denn es war sehr warm und sonnig und dunkle Wolken waren noch weit weg.

Also sind wir los. Bei der ersten Brombeerhecke Halt gemacht und in kürzester Zeit hatte ich schon eine gute Menge zusammen, die für mein Backvorhaben reichen würde. Aber es war so eine gute Stelle und ich pflückte munter weiter, bis plötzlich (in der Ferne) Donner zu hören war und der Himmel ziemlich schnell sehr bedrohlich und düster wurde. Tja, was machen? Himmel beobachtet. Wie ziehen die Wolken? Oh je …

Ich so zu Remo: „Ich fürchte wir werden nass, das sieht nicht gut aus. Es zieht genau in unsere Richtung. Was machen wir? Umdrehen oder weitergehen? Die Strecke ist fast gleich lang.“ Hm …

Ich entschied mich fürs Weitergehen, da die dunklen Wolken nach Nordosten abdrehten und kein Regen kam. Dafür blies uns jetzt ein kräftiger Wind entgegen. Um die Hecke gebogen, den Berg hoch und da sah ich, was auf uns zukommen würde. Das wird wohl nicht gut gehen. Um zumindest eine kleine Chance zu haben, wenigstens zum nächsten größeren Baum zu kommen und die Schauer dort halbwegs trocken auszusitzen, sind wir gerannt und haben einige irritierte Blicke von Autofahrern geerntet (die wegen einer Triathlon-Veranstaltung statt Umleitung durchs Feld gefahren sind).

Kurzer Stopp. Schnell noch ein weiteres Foto. Den Blick in Richtung Büdingen … oh nein: „Das wird auch nichts mit Unterstellen, Remo.“ Es rauscht schon … Mist. Tja und so blieb uns nichts anderes übrig, als weiter zu gehen bzw. zu rennen und die warme Dusche anzunehmen.

Oft hatten wir bei den letzten Schauern und Gewittern Glück und kamen noch trocken nach Hause, heute eben nicht. Aber macht nichts. Ist nur Wasser. Und es war warm. Alles halb so wild. Im Gegenteil. Eigentlich liebe ich solche Wetterüberraschungen. Die Elemente spüren, die Muskeln mal wieder so richtig „ran“ nehmen. Herrlich. Belebend. Und das Duschen gespart 😉

Schönen Sonntag noch! Eure frisch geduschte Heidrun,
die jetzt die Gewitter-Brombeeren in leckere Gebäck-Teilchen „verwandeln“ geht 🙂

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Naturzerstörung: Sinnloses Mähen 2.0

Ihr erinnert euch? Mein >> Beitrag zum sinnlosen und überflüssigen Mähen der Randstreifen im Feld, der Ackerränder? Mein Engagement hat leider Null gebracht. Es scheint keinen zu interessieren. Gleichgültigkeit? Ignoranz? Beides? Who knows? Auch die Landwirte, denen Teile ihrer Wiesen und Getreidefelder abgemäht wurden und werden scheint es auch egal zu sein …

Hier mal ein aktuelles Beispiel … (mir fehlten schlicht die Worte)

Es wäre so einfach. Es kostet noch nicht mal Geld. Im Gegenteil, es würden sogar Steuergelder, Kraftstoff usw. gespart.

Warum kann man die Randstreifen nicht belassen, wie die Natur sie schafft?

An den Bundesstraßen geht es doch auch, hier wird nur zweimal pro Jahr gemäht! Im Feld wäre sogar ein einmaliges Mähen im Spätherbst völlig ausreichend, wenn die Pflanzen ihren Samen verteilt haben. Wobei, man könnte auch ganz darauf verzichten oder nur mähen, wenn sich Sträucher ansiedeln wollen.

Aber nein. Kein Interesse. Noch nicht einmal ein Einzeiler „Danke für Ihre Nachricht …“ bekomme ich auf meine Anfragen/Vorschläge. Nichts. Weder von der Gemeinde, noch von der Bürgermeisterin direkt (eine Bekannte hatte sie auf Facebook markiert und um Stellungnahme gebeten). Nothing. Zwei Verlage (Lokalpresse) angeschrieben. Dasselbe.

Und es bleibt mir ein Rätsel, warum die Gemeinde dieses Jahr noch mehr und öfter, zudem an „neuen“ Stellen mäht, die sie meiner Meinung absolut nichts angehen …

Es ist so traurig. Mein Engagement in dieser Sache ist damit Geschichte. Kostet mich nur Kraft und bringt nichts. 😦 Sehr schade.

Update: 15. Aug. 2021

Mal zum Vergleich: So darf es im Gegensatz zu den ständig gemähten Randstreifen im Feld hier an der/den Bundesstraße/n aussehen …

PS: Ich bleibe übrigens dran. Habe „anderes“ angeleiert, mal schauen, ob oder was dabei herauskommt.

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Wie ich zum Gärtnern und auf die Wilden Schönheiten kam

Wie alles begann, wie ich zum Gärtnern und auf die Wilden Schönheiten kam.

Dazu muss ich ein bisschen ausholen. Zu meinen Kindertagen hatte meine Oma mütterlicherseits viele Jahre einen wunderbaren Schrebergarten. Obwohl in unmittelbarer Nähe zu viel befahrenen Bahngleisen, hat man davon kaum etwas mitbekommen. Um zum Garten zu kommen, musste man ein ganzes Stück durch die Stadt (Hanau) laufen bis wir zu einer Brücke kamen, da ging es dann drunter durch und über eine sehr steile Treppe ging es hinunter, an den nahen Bahngleisen vorbei – ich erinnere mich noch an mächtiges Brombeergestrüpp das überall auf den freien Flächen, am Rand, wuchs. Das ist nun viele, viele Jahre her.

Meine Großeltern vor der Gartenlaube, ca. Anfang 70er Jahre. © wildpeppermint-design.de

Ich kann mich auch noch gut erinnern, dass meine Oma immer am liebsten draußen war und im Garten gewerkelt hat. Das Kochen und Konservieren der Früchte und Gemüse war weniger ihr Ding. Meine Mom dagegen hat auch trotz der vielen Arbeit, die damit verbunden war, immer mit viel Freude eingekocht und div. Vorräte angelegt.

60er Jahre, Garten, Kind, © wildpeppermint-design.de
Klein Heidrun im spätwinterlichen Vorgarten meiner Eltern

Warum auch immer, ganz besonders sind mir die leckeren Himbeeren in Oma’s Garten in Erinnerung geblieben und das alles so wunderbar grün und zugewuchert war. Wenn ich im Sommer einige Tage bzw. später einen Teil meiner Ferien bei Oma und Opa verbrachte, war das für mich wie ein kleiner Abenteuerurlaub. So fühlte es sich damals zumindest an.

Denn: Als Landkind in der „großen“ Stadt zu sein und dann dieses grüne Paradies. Es war so aufregend 😉 – lag vielleicht auch daran, dass ich so viel Pippi Langstrumpf geguckt habe und die Fantasie mit mir durchgegangen ist. Egal, es sind schöne Kindheitserinnerungen. – Gerne würde ich mir den Garten mit heutigen Augen noch einmal ansehen, auch um mich besser an Details erinnern zu können.

Schrebergartenglück & Stadt-Garten-Abenteuer.

Wie bereits erwähnt, auch meine Mom war gerne im Garten, hat gepflanzt, gesät, geerntet, gejätet. Was eben dazu gehört. Mein Dad war mehr für das Grobe zuständig, wie Graben, Bäume schneiden beim Gießen helfen usw. Auch hat meine Mom immer gerne Blumensträuße ins Haus geholt. Bauernblumen. Einfach bunt durcheinander. – Tja, ich denke es sind wohl die Gene, dass auch ich so gerne gegärtnert habe. Meine Liebe zur Natur. Na ja, so ein bisschen gärtnere ich ja noch immer, in Töpfen.

Landgarten, Bauerngarten, Gärtnern Generationen
Gärtnern auf dem „Ländchen“, ca. 2010 © wildpeppermint-design.de

Als ich älter wurde, ich denke es war so mit Beginn der Schulzeit, habe ich meiner Mom im Garten und der Küche schon etwas mitgeholfen (im Hausgarten und im großen Garten außerhalb, unserem „Ländchen“. Als meine Mom einmal ins Krankhaus musste, ich war so um die 16 Jahre alt – glaube ich – hat meine Oma vor allem die Gärten versorgt und geerntet und ich habe eingekocht von Morgens bis Abends und die Vorräte im Keller wuchsen stetig an, bis meine Mom wieder zuhause war. Bohnen, Möhren, Mixed Pickels, Erbsen, Konfitüren und anderes. Auch das mache ich noch heute gerne, vor allem Konfitüren, Kräuterpasten u. ä.

Wenn ich so drüber nachdenke, wird mir so richtig bewusst, wie lange das alles schon zurück liegt, wie alt ich schon bin … oh je 😉 Meine Oma wurde stolze 93 Jahre alt, meine Mom wird dieses Jahr 87 Jahre …

Fast 20 Jahre mit eigenem Naturgarten.

Nun zu meinem Garten. Fast 20 Jahre lang hatte ich einen. Genauer gesagt: Einen kleinen Vorgarten, Weinreben am Haus und einen knapp 400 qm großen Garten, den ich nach und nach komplett umgestaltete und neu anlegte und einen Naturgarten daraus machte. – Den Garten hatte ich von meiner SchwiMu nach und nach übernommen. Ziemlich chaotisch das Ganze und hoffnugslos mit „Blaukorn“ überdüngt.

Hier ein paar Eindrücke von meinem „alten“ Garten …

Nach der Umgestaltung zum Naturgarten, gab es Hochbeete, Gemüsebeete, viele Stauden, Blumenbeete, heimische Wildsträucher und Beerensträucher, rund 160 (Wild-)Kräuter, ein Trockenbachbett, Wildblumenecken, überall wuchernde Walderdbeeren, dazu  bestehende Obstbäume und –sträucher, eine Sitzecke, die ich mit alten Backsteinen pflasterte. Keine Ahnung wie viele Stunden ich dort verbracht habe … Es müssen Tausende gewesen sein.

Da mir die Natur und besonders die Wildpflanzen schon immer besonders am Herz lagen, ich Ende der 90er nach einer Neuausrichtung im Job suchte, absolvierte ich eine 2-jährige Ausbildung zur „Wohn- und Umweltberaterin“. Ihr könnt euch sicher denken, was mein Lieblingsthema war? Ja, das ökologische Gärtnern. So konnte ich mein bis dahin angelesenes Wissen noch vertiefen, ökologische Zusammenhänge besser verstehen und ersetzte nach und nach nahezu alle nicht heimischen Gewächse im Garten, machte Bodenanalysen, setzte Gründung ein und pflanzte und säte Wildblumen.

„Wie sieht das denn aus? Dieses ganze Unkraut …“

Im Ort war ich eine der ersten, und eine von wenigen, die so gärtnerten. Auch in den Balkonkästen und auf der Dachterrasse, im Vorgarten ersetzte ich die meisten Exoten durch Wildblumen, heimische Farne, Gräser, (Klein-)Sträucher und erntete dafür viele blöde Bemerkungen, im Sinne von: „Was willst du denn mit dem Unkraut?“ oder „Wie sieht das denn aus, pflanze lieber Geranien, das sieht schön aus ….“ Ja, ja …

Aber es kam noch doller: Insbesondere ein Nachbar mockierte sich ständig über meinen „hässlichen“ Wildwuchs, dass seinen schönen 😉 Garten (ein langweiliger, ungepflegter Rasen mit einer nutzlosen Konifere und Forsythie) „angriff“. So wurde in Nacht-und-Nebel-Aktionen öfter mal Glyphosat über die Grundstücksgrenze hinaus gespritzt. Über einen halben Meter auf „meiner“ Seite war einen Tag später alles gelb. Darauf angesprochen: „Nein, er war das nicht.“ Ein anderes Mal, gab er es halbherzig zu, denn es sähe ja auch wirklich schlimm bei mir aus und würde alles zu ihm rüberwachsen – was nicht stimmte. Egal. Das ist Geschichte. Aber manchmal ärgere ich mich doch noch etwas darüber.

Terrassengarten im Juli, topfgarten, wilde schoenheiten
Mein vierbeiniger Gartenhelfer © wildpeppermint-design.de

Tja, und dann nach fast 20 Jahren war es vorbei mit dem Garten. Geblieben ist meine Liebe zu den Wilden Schönheiten und der Spaß am Gärtnern.

>> 10 Jahre „Wilde Schönheiten“ <<

So startete ich vor fast genau zehn Jahren meinen Blog „Wilde Schönheiten“ und meinen Topf-/Terrassengarten vorm Haus – als kleinen Ausgleich zum „Gartenverlust“. // Update 1. Juli 2020 – Nur wenige Tage später waren die „Wilden Schönheiten“ Geschichte. Lest dazu meinen >> Beitrag, warum mein Blog jetzt „Wild. Grün. Bunt“ heißt.

PS: Im nächsten Beitrag geht es um die Heilpflanze des Jahres: Der >> Lavendel!

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Hochsommer im Terrassengarten

Hochsommer. Mein Terrassengarten (zurzeit ca. 65 Pflanzen/Töpfe) ist jetzt wieder zum kleinen Dschungel mutiert …

Terrassengarten, Gärtnern in Töpfen, Topfgarten im Sommer

Da mein letzter Lagebericht schon eine ganze Weile zurückliegt, heute ein Update:

Zuerst zu meinen Neuzugägngen – als Dauergäste: ein Ziest (s. a. Video), eine winterharte (bis  ca. -5 Grad) Verbene, eine Schale mit (bisher) zwei Sedum-Arten (Mauerpfeffer & Hauswurz) sowie ein Lavendel (mein alter war ja leider im Winter 2017/2018 erfroren). Weiterlesen

Nachlese: Gartenfest in Hanau

Seit einigen Jahren fahren wir zum Gartenfest nach Hanau. Auch dieses Jahr. Eine lieb gewonnene Tradition. Obwohl, wie ihr wisst, ich ja schon viele Jahre keinen Garten mehr habe und ich mich zurzeit nur mit einem Topfgarten vorm Haus begnüge, freue ich mich jedes Jahr darauf. (Wir besuchen auch gelegentlich andere, ähnliche Veranstaltungen in unserer Nähe, aber Hanau gefällt mir immer noch am Besten.)

Ein paar Impressionen  …

Was mir dieses Jahr auffiel, dass deutlich mehr Wildblumen und Zuchtformen von Wildblumen angeboten wurden. Ich habe mich auch mit anderen Besuchern unterhalten und festgestellt, dass viele darauf achten, möglichst nur bienen-/hummelfreundliche Pflanzen zu kaufen. So war es auch nicht verwunderlich, dass ich viele Hummeln, Bienen und Falter entdecken konnte, die eifrig das bunte Blütenangebot nutzten.

Besonders begehrt waren z.B. Sedumarten (sind offenbar gerade sehr trendy), Skabiosen, „einfache“ Rosen, blühender mehrjähriger Basilikum, Rittersporn, Fingerhut, „einfache“ Dahlien, Lavendel, Zierlauch, Disteln und sogar Wilde Karden, die auch angeboten wurden, waren gut besucht von den Sumsen ;-). Ach ja, auf den Freiflächen darf viel Wildes wachsen (s. u.) wie z.B. der Natternkopf. Ein kleines Paradies mitten in der Stadt.

Ich sag’s euch, hätte ich einen Garten, wäre ich sicher nicht mit „nur“ vier Pflanzen nach Hause gefahren 😉

Wir haben ein paar schöne Stunden dort verbracht. Zumal der Park (Wilhelmsbad) wunderschön gelegen ist und viele schattige Plätze hat und so zum (längeren) Verweilen einlädt. Neben dem Augenschmaus gab es natürlich auch eine ordentliche Auswahl an Gaumenschmaus …

Eine kleine Gaumenfreude habe ich auch mit nach Hause genommen: Zwei Amalfi-Zitronen, die es als Vorspeise gab, ein Zitronensalat. Ja, ihr lest richtig, ein Zitronensalat. Genau das Richtige bei diesem heißen Wetter. War lecker und sehr erfrischend! Falls Ihr diese riesigen Zitronen nicht kennt (meine beiden wogen je ca. 450 g), Amalfi-Zitronen sind kein Vergleich zu den „normalen“. Sie sind deutlich milder und viel aromatischer. Man kann sogar das „Weiße“ mitessen, da es kaum bitter ist.

Noch ein paar Impressionen aus 2018 …

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