Pilze? Pilze!

Gefühlt schon ewig will ich einen (neuen) Beitrag in Sachen Pilze schreiben. Und jetzt habe ich es endlich geschafft. Nun muss ich jedoch gleich vorwegschicken, ich bin keine gute Pilzkennerin. Nur ein paar kann ich sicher bestimmen. Aber ich fotografiere sie gerne, wenn ich welche finde. (Dieses Jahr sind sie besonders rar und erst im letzten Oktoberdrittel habe ich ein paar entdeckt.)

Jetzt fragt ihr euch womöglich, warum ich trotz meiner geringen Pilzkenntnisse, einen Beitrag schreibe? Weil sie enorm wichtig für die Natur, für unsere Ökosysteme sind, was viele gar nicht wissen.

Aber jetzt erst mal ein paar Fotos (aus der „Konserve“ und aktuelle) …

Pilze spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, nicht nur im Wald.

Pilze sind Recycling-Spezialisten und wichtige Nährstofflieferanten. Sie beziehen ihre Nährstoffe aus toten und lebenden Organismen. Es gibt winzig kleine Pilze, die nur unter dem Mikroskop sichtbar sind und riesige Exemplare, die oberirdisch zu sehen sind, wie zum Beispiel der Riesenbovist, den ich dieses Jahr zum ersten Mal entdeckt habe. Und kilometerlange Pilzgeflechte, die unterirdisch wachsen in Symbiose mit Bäumen.

ca. 100.000 Pilzarten sind bekannt

Bis heute wurden ca. 100.00 Pilzarten beschrieben, man geht jedoch davon aus, dass es bis zu fünf Millionen geben könnte.

Pilze bilden gemeinsam mit den Bakterien  die Zersetzungsorganismen im Stoffkreislauf der Ökosysteme. Sie bauen die unterschiedlichsten organischen Materialien ab. Als Symbiosepartner von Bäumen kommt ihnen eine weitere bedeutende Rolle zu.

Da unsere Wälder leider zu einem Großteil nicht mehr in bester Verfassung sind, geht es auch Pilzen nicht gut. Viele sind inzwischen bedroht oder schon ausgestorben. Stirbt der Wald, sterben auch Pilze. Bzw. ist durch die Verflechtung der beiden Lebensformen, passiert das Aussterben parallel. Pilze sind zudem recht empfindliche Gewächse und reagieren oft stark auf Umweltbelastungen und Veränderungen ihrer Lebensräume.

Wiesen-Champignons

Auch den Wiesenpilzen geht es nicht besser. Sie werden immer seltener, durch Kunstdünger, Gülle, Intensivbewirtschaftung. Und auch der Klimawandel macht ihnen das Leben schwer. Naturnahe Bewirtschaftung und Schutzgebiete wären wichtig, um das Aussterben weiterer Arten zumindest zu bremsen.

Mehr Infos/Wissenswertes über >> Pilze

PS: Und noch ein paar ältere Beiträge in Sachen Pilze …

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Oktoberbunt im Topfgarten

Heute, am letzten Oktobertag, meint es die Sonne noch einmal gut mit uns und schenkte mir heute Morgen schönes Licht. Ich habe versucht, die schöne Stimmung in meinem kleinen Topfgarten ein wenig einzufangen …

Wie ihr seht, es ist noch ein bisschen Grün und Bunt in meinem Topfgarten. Besonders schön ist die Chrysantheme, die jetzt die unangefochtene „Herrscherin“ ist. Aber auch die Herbstastern sind noch hübsch anzusehen. Und, obwohl nur noch eine Blüte, die unglaublich schöne schwarz-rote Kapuzinerkresse sticht zumindest farblich alle anderen Blüten aus. Ein paar hellblaue Highlights setzten die Borretsch-Blüten und die kleinen Glockenblumen, die teilweise zum zweiten Mal blühen (ohne Foto, weil vom Winde verweht 😉 ).

Schönen Sonn(en)tag!

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Der Oktober von der goldenen Seite

Der Oktober wird seinem Image auf die letzten Tage doch noch gerecht. 😉 Er zeigt sich doch noch von seiner goldenen Seite.

Die Rinder grasen noch auf den Wiesen. Das Laub wird zunehmend bunter. Der Senf blüht vor einem fast wolkenlosen blauen Himmel. Die Eiche präsentiert sich in modischem Herbstbraun. Meine Heidelbeere hält eisern am letzten Blatt fest. Die Herbstastern blühen trotz leichtem Frost gestern und heute Nacht. Und die Chrysantheme schmückt meinen Eingang (ohne Foto). Ein Parasolpilz (vermutlich) hält einsam und verlassen Stellung auf einer Wiese.

Wenn auch nicht wirklich hübsch anzusehen, die Windräder, vor allem, die im Wald stehen. Aber der Vollständigkeit halber, fand ich, gehört das auch zu meiner kleinen Fotostory von heute Nachmittag.

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Nach dem Sturm

Nach dem gestrigen Sturm, der mich auf der Morgenrunde tatsächlich fast weggeweht hätte, haben wir uns heute Nachmittag an den Waldrand – rund um den Keckenstein – getraut. Es war zwar immer noch sehr windig mit starken Böen, aber kein Vergleich zu gestern.

Es liegt viel Laub auf den Wegen, klar. Und viele kleine und mittelgroße Äste. Nette Stolperfallen, wenn man nicht aufpasst 😉 Aber mit Ausnahme von zwei, drei umgestürzten Bäumen, die schon dürr waren, gab es im näheren Umkreis keine nennenswerten Schäden, zumindest soweit ich es weiß/gesehen habe.

Die Kamera hätte ich mir heute Nachmittag sparen können. Denn kurz nach dem wir losgegangen waren, verdunkelte sich der Himmel. So wurde es nichts mit dem schönen Licht zum Fotografieren. Schade. Nun ja, ich habe dennoch ein paar Mal abgedrückt und euch ein paar Impressionen mitgebracht.

Habt ein schönes Wochenende!

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Es geht wieder los: Der Kranichzug hat begonnen

Bereits am Freitag haben wir die ersten Kraniche Richtung Südwesten fliegen sehen, in Büdingen. Und heute waren sie so nett und haben ihre Route über unseren Ort gewählt. Es war ein richtiger große Trupp und mehrere kleine, die innerhalb von etwa 30 Minuten über uns hinweggezogen sind. Wir hatten einen fast komplett blauen Himmel und so sind sie sehr hoch geflogen. Keine guten Bedingungen für ein schönes Foto.

Aber das macht nichts. Ich habe ja schon so manches Gute bekommen und vielleicht ergibt sich auch dieses Jahr noch einmal eine bessere Gelegenheit.

Kraniche. Gegen 16.00 Uhr. Flugrichtung: Ost – West. // 10. Okt. 2021

Ja, es ist so richtig Herbst geworden. Heute Morgen hatten wir den ersten Bodenfrost. Aber am Haus merkte man noch nichts davon und so werde ich die Tomaten, die Chili und die Süßkartoffel noch nicht abräumen bzw. ausbuddeln. Die Herbstastern haben erst kürzlich zu blühen begonnen – sie sind immer etwas später, da ab Spätsommer kaum noch Sonne bis zur Terrasse kommt.

Die Kapuzinerkresse und Ringelblumen blühen noch. Sogar die Tomaten haben, obwohl sie kaum noch Blätter haben, Seitentriebe ausgebildet und blühen. Verrückt. Die Kulturheidelbeere hat wieder ihr hübsches rotes Herbstkleid angezogen … Und die Blätter werden langsam überall bunter, sofern die Bäume (besonders Wildkirschen) nicht schon fast komplett kahl sind.

Was wächst sonst noch in meinen Töpfen? Der Spinat dürfte bald reif zu einer ersten Ernte sein. Die Salatrauke habe ich schon mehrfach beerntet. Und die einzige Stangenbohne, die aufgegangen ist (hatte ich sehr spät gesät) hat mir immer zwei Mini-Portionen geschenkt und blüht noch …

Kräuter ernte ich natürlich auch noch: Minze, Zitronenmelisse, Rosmarin, Thymian und Vervain unter anderem. Ich hoffe, der Herbst zieht sich noch lange und der Winter bliebt entsprechend lange fern. Bloß nicht wieder so einen eisigen und schneereichen wie 2020/2021! 🙂

Schönen Sonntag noch!

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Nebelsonne.

Das ist es, was ich am Herbst so liebe. Diese ganz besondere Stimmung. Morgens. Wenn der Nebel sich langsam lichtet, die Sonne durch Nebel und Wolken blinzelt, der Tau in den Wiesen glitzert …

Und diese Dahlien. Diese üppigen Blüten, die fast etwas Barockes haben … Die zum Teil Frühstücksteller großen Blüten, die sich vor der Nebelsonne in diesem besonderen Licht präsentieren.

Der Nebel lichtete sich und diese Wolken legten sich wie eine himmlische Decke übers Land. Dazu die Sonne, die dieses irre Licht zauberte … es hatte etwas Magisches.

Es baumelten die reifen Birnen ganz sachte vor sich hin, am liebsten hätte ich sofort in eine reingebissen ;-), so verführerisch-lecker sahen sie im Morgenlicht aus. Die vorwitzigen Rotkleeblüten, die tau-glitzernden Spinnennetze … die verträumte Katze, die rot glühenden Hagebutten … Es war einfach wundervoll. An diesem Septembermorgen, vor ein paar Tagen.

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Spätsommermorgen. Im ehemaligen Wald.

Vor ein paar Tagen. Morgens. Bei strahlendem Sonnenschein. Der Herbst klopft deutlich sichtbar an die Türe und möchte wohl hereingelassen werden …

Der Holunder reift. Langsam. Und sehr unterschiedlich. Nur an vollsonnigen Stellen ist er bereits gut, leider meist unerreichbar hoch … Also gedulde mich noch ein wenig und hoffe, es klappt dieses Jahr endlich mal wieder mit dem Sammeln für leckeren Holunder-Gelee!

Brombeeren gibt es massig und habe schon über zwei Kilogramm gesammelt und zu Konfitüre verarbeitet bzw. Kuchen (Scones & eine Torta Nua).

Was mich sehr verwundert hat, dass vor ein paar Tagen in dem >> „Kein“-Wald einzelne der verbliebenen Fichten gefällt wurden, die gesund waren (soweit ich es erkennen konnte) und sicher zehn oder mehr Wildkirschen. Sehr merkwürdig. Was das wohl soll? Übrigens die gepflanzten Buchen und Eichen sind komplett von Disteln überwachsen, ob die Bäumchen noch leben? Ich bin gespannt.

Auf den Rodungsflächen machen sich nicht nur Disteln breit – worüber sich zahllose Insekten gefreut haben -, auch etliche andere Wildblumen haben sich eingefunden. Leider auch Neophyten wie die Kanadische Goldrute und das Drüsige Springkraut. Auch, wenn sie hier nicht heimisch sind, sie bieten immerhin einigen Insekten Nahrung. Ein kleiner Trost.

Gefreut habe ich mich über die Weiße Lichtnelke, die ich hier am Waldrand zum ersten Mal entdeckt habe. Kenne aber ein paar andere Stellen wo es sich gut etabliert hat und eine abgeblühte Große Königskerze (ohne Foto).

PS: Ich sehe gerade, dies war übrigens mein sechshunderteinster (in Zahlen: 601!) Beitrag. Wahnsinn, was sich so in elf Jahren angesammelt hat. 🙂

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Nachmittags, unterwegs in der …

… östlichen Wetterau. An einem Sommertag. Kommt ihr mit zu einer unserer Gassirunden? 🙂

Wir starten hinter’m Haus, den Berg hoch, durch eine Wiese, Richtung >> Keckenstein, die höchste Erhebung im näheren Umkreis, mit knapp 400 m. Am Ende der Wiese links und weiter bergauf, entlang einer Hecke und dann biegen wir rechts ein, vorbei an einem „wilden“ Misthaufen, wo uns ein paar Sonnenblumen entgegen Leuchten. – Auf dem Mist wachsen auch ein Kürbis und etliche Wildkräuter und -blumen.

Weiter geht es auf dem Schotterweg unterhalb vom Keckenstein, vorbei am Hochbehälter, hinter dem letzten Strauch, da steht sie plötzlich, diese hübsche Braunschwarze Kuh … *Knips*. Flott – wie immer – geht es weiter, Richtung Büdinger Wald. Halt, hier wachsen diese hübschen rosa Plattterbsen. *Knips* Auf dem fast höchsten Punkt am Keckenstein angekommen, hat man einen schönen Blick ins Tal und auf den Taunus, einmal um eigene Achse gedreht, erhebt sich ebenfalls gut sichtbar der Vogelsberg.

Nach dem kurzen Stopp biegen wir nun links ab und gehen in Richtung Steinbachtal. Während mein felltragender Begleiter Remo eine offenbar wichtige Nachricht „liest“, schaue ich mich um und entdecke am Wegrand die übervoll hängenden Brombeersträucher. Die ersten Beeren sind bereits schwarz, muss ich probieren … uah … noch arg sauer.(Anm.: Inzwischen sind sie nachgereift, gestern eine Portion gepflückt und die ersten Gläser Konfitüre gekocht.)

Ich lasse den Blick schweifen und entdecke über mir einen kreisenden Rotmilan. Sicher hält er Ausschau nach einer leckeren Maus.

Wir sind jetzt an der sonnigen Westseite des Wäldchens, wo nicht nur viele Brombeeren wachsen, sondern auch Wasserdost. Unzählige Insekten tummeln sich an den Blüten. Die eine oder andere Schwebfliege war so nett und hielt eine Weile still für ein Foto. Unter anderem die Hornissen-Schwebfliege, die ich dieses Jahr schon ein paar mal beobachten konnte.

Bevor es wieder leicht bergab geht, ein Blick zurück. Huch, was ist das denn? Landart? Nein, aber man könnte meinen, der Landwirt hätte die Silageballen absichtlich so hübsch aufgereiht, als Landart-Installation.

Nun sind wir quasi schon wieder auf dem Rückweg, auf der Südseite des Keckenstein, mit Blick ins Steinbachtal. Ich liebe diesen Winkel. Obwohl inzwischen alle Wiesen abgemäht sind, Kühe die Vegetation „gekürzt“ haben und die Ortschaften ringsum und die Bundesstraße nicht weit sind, ist es im Steinbachtal dennoch herrlich idyllisch und ruhig. – Vor einiger Zeit las ich in der Lokalpresse einen Artikel, das „man“ sich darum bemüht, dass dieses Kleinod als Naturschutzgebiet ausgewiesen wird.

Denn es wachsen hier einige Wildblumen und -kräuter, die ringsum eher selten oder gar nicht anzutreffen sind. Zum Beispiel Sumpfdotterblumen in den fast immer feuchten Zonen am Rand des Steinbachs. An der Quelle des Steinbachs, der später in den Seemenbach fließt, kann man viele Libellen beobachten, gelegentlich auch Graureiher verschiedene Falter, wie den Aurorafalter und andere Insekten.

Ein etwas älteres Foto vom Steinbachtal, mit Quelle, Blick Richtung Süd-Westen …

Landidyll östliche Wetterau, © wildpeppermint-design.de

Nun gehen wir vorbei an weiteren Brombeerhecken, legen noch einen kurzen Stopp bei einigen Wiesen-Bärenklau-Stauden ein, beobachten eine Weile die beiden Schimmel, die sich gerade in ihrem Unterstand „verstecken“. Ich lausche dem herrlichen Vogelgezwitscher, träume so vor mich hin und plötzlich … was ist das? Remo bleibt stehen, hält die Nase in die Luft, wittert … Läuft doch tatsächlich in aller Seelenruhe ein Reh auf dem Weg vor uns her. Just in dem Moment, als ich Kamera hochnehme und auslöse, verschwindet es leider ums Eck, durch die Hecke und weg war es. So blieb mir nur der unscharfe „Rehpopo“ 😉

Remo und mir ist es inzwischen ziemlich warm geworden *schwitz*, also legen wir noch einen Zahn zu und lassen die angrenzenden Wiesen, Heckenabschnitte mehr oder weniger links liegen, vorbei an der mächtigen Eiche, noch ein kurzer Blick ins Tal, ein paar Schnappschüsse, dann links hoch, wieder runter und ein letzter kurzer Stopp an „unserer“ Wildkirsche. – Remo sitzt hier gerne und beobachtet, was sich ringsum so tut. – Noch fünf Minuten bergab, wieder durch die Wiese und wir sind zu Hause. – Gesamtstrecke: ca. 5,5 km

Ich hoffe, euch hat unsere Gassirunde ein wenig Freude gemacht.

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