Im Frühlingswald

In den letzten Tagen hatte ich ja meine Kamera mit zu unseren Gassirunden genommen. Unter anderem waren wir einem kleinen Wäldchen, das wir gerne aufsuchen, da es ist nicht so weit zu laufen ist wie in den Büdinger Wald, den wir aber nächste Woche wohl auch mal wieder besuchen werden.

Was mir als Erstes auffiel, dass viele junge Buchen durch den letzten Sturm umgekippt und von den Forstarbeitern zersägt und von den Wegen geräumt worden waren. Und etliche offensichtlich trockenheitsgeschädigte Bäume vielen mir ebenfalls auf.

An der Wolfsbachquelle (Bild ganz rechts) saßen kurz zuvor sicher zehn oder mehr Buchfinken. Leider flogen sie alle auf und davon, obwohl wir uns ganz leise und langsam näherten …

Hier hat wohl jemand sein Bad renoviert und den ganzen Sch… einfach in den Wald gekippt. Ist ja auch zu praktisch. 😦 Denn die Bundesstraße ist an dieser Stelle nur rund 100 Meter (oder weniger) entfernt. Auch dieser hübsche Korbsessel – er lag beim letzten Besuch noch im Unterholz – steht jetzt an der Seite. Wäre der Weg nicht zu weit nach Hause, ich hätte ihn mitgenommen. Ich mag Korb und Rattan sehr gerne, zumal ich nichts Schadhaftes feststellen konnte. – Vielleicht sollte ich mit dem Auto an den Waldweg, an der Bundesstraße, fahren und ihn mir holen, sofern er noch da ist?

Remo gefiel der Sessel auch, denn er setzt sich gerne auf Bänke & Co. zum Ausgucken. Allerdings passte er hier nicht wirklich rein, zu groß der Kerl ;-). Er stand dann nur mit den Vorderpfoten drauf.

Was mir mal wieder auffiel, Rotmilane lassen sich gerne von mir fotografieren. Aber Mäusebussarde entziehen sich immer wieder. Man glaubt es kaum, aber ich habe noch keinen Bussard richtig gut „erwischt“. Eine Bachstelze wurde windbedingt unscharf und der Buchfink unten rechts hat sich gut getarnt 😉

Am nächsten Tag waren wir in einem anderen kleinen Wäldchen, am Keckenstein. Ein Nutzwald mit fast ausschließlich Fichten, nur auf der Südseite mit jungen Buchen und anderen Laubbäumen bewachsen. Er wirkt auf mich so ein bisschen verwunschen. Was ich natürlich sehr schön finde. 🙂 Aber am schönsten sind die Wildblumen, die hier wachsen: Huflattich, Lerchensporn, Sauerklee, Rote Taubnesseln und gaaaaaanz viele Zwiebel-Zahnwurze, dazu bemostes Totholz, Veilchen, Salomonssiegel und viel frisches Buchengrün.

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Ostern. Osterspaziergang.

Zum in Ruhe fotografieren fehlt mir momentan die Zeit und Muße. Dazu kommt, dass mein Begleiter schwer verliebt 😉 ist und wenig Geduld hat, um auf Frauchen zu warten, bis sie mit ihrer Fotografiererei fertig ist.

Aber ein paar Schnappschüsse mit dem Smarty sind hin und wieder drin und habe euch ein paar Pics von unserer Nachmittagsrunde gestern mitgebracht. So schön. Endlich blühen die Bäume und Sträucher alle auf. Jedes Jahr aufs neue einfach wunderbar, wenn die Natur so richtig zum Leben erwacht. Überall summt und brummt es. Dazu Sonne satt. (Obwohl: Regen wird inzwischen schon wieder sehr vermisst …)

Und hier noch ein paar Impressionen von meinem Topfgarten, der inzwischen sehr grün geworden ist. Meine Knoblauchsrauke blüht bald. Der Oregano (stand eine Weile im Flur und ist deshalb schon recht groß) steht gut da und die Wolfsmilch will auch blühen. Auch alles andere ist fein ausgetrieben. Die Minzen, Zitronenmelisse, die Storchschnäbel, meine Wildblumen-Pflanztasche sieht dieses Jahr richtig üppig aus. Der Mannstreu und alles andere sowie die im Herbst gesäten Wildblumen wachsen ebenfalls.

Damit es noch ein bisschen bunter wird und vielleicht ein paar mehr Wildbienen zu mir finden, habe ich noch einen weiteren Balkonkasten mit Wildblumen eingesät. – Bin gespannt, was aufgeht.

Ich hoffe, dass ich demnächst auch mal wieder ein paar „ordentliche“ Fotos zeigen kann und wünsche euch jetzt noch einen schönen Ostermontag! 🙂

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Der Frühling startet durch

Seit fast zwei Wochen Dauerblau. Sonne satt. Um 20 Grad. Aber auch bis vor 1-2 Tagen immer noch leichter Bodenfrost, was die Natur aber nicht weiter interessieren zu scheint. Sie startet einfach durch. Herrlich.

Die ersten Sträucher werden langsam grün. Die Schlehen fangen an vollsonnigen Stellen an zu blühen. Sogar eine Wildkirsche im Wald hat sich schon getraut und blüht. Myriaden von blühenden Scharbockskraut- und Buschwindröschen-Teppichen. Gartenabfälle in der Hecke lassen auch dort Osterglocken, Blausterne und Schneeglöckchen blühen. Duftveilchen-Teppiche.

Kunterbuntes Vogelgezwitscher. Den ersten Rotschwanz heute Nachmittag gesichtet. Die Bienen sind eifrig an den Weidekätzchen zugange. Nur das Gras will (noch) nicht so recht. Es ist einfach zu trocken. Das wird sich jedoch, wenn die Wettervorhersagen stimmen, bald ändern. Nur leider kommt mit dem Regen (oder sogar Schnee?) auch die Kälte zurück. Das ist weniger schön.

Auch in meinem Topfgarten wird es langsam immer grüner. Dieses Jahr, dank des recht milden Winters, gab es keine Ausfälle. Zumindest bisher. Meinen Zitronenstrauch habe ich gestern an die frische Luft gestellt. Da muss er jetzt durch, auch wenn es noch mal kälter wird.

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Was blüht im März

Um meine Serie „Was blüht wann?“ zu vervollständigen, habe ich mein Bildarchiv durchforstet und neun Wildblumen zusammengestellt, die im März (je nach Witterung und Lage natürlich auch schon früher oder später) am Start sind.

Von links oben: Blaustern | Schneeglöckchen (ggf. sogar schon Ende Januar bzw. mancherorts jetzt schon abgeblüht) | Wilde Krokusse | Veilchen | Gänseblümchen (eigentlich blühen sie ja fast das ganze Jahr) | Rote Taubnessel (auch sie blüht sehr lange) | Hohler Lerchensporn | Leberblümchen | Buschwindröschen (bis April). Weiterhin blühen noch Nieswurz/Christrosen, Winterlinge (oft schon im Februar), Persischer Ehrenpreis, Märzenbecher, Scharbockskraut, Primeln und Wildtulpen. Sie alle gehören zu den frühesten Blühern.

Was im April blüht? Hier lang >>

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Naturkunst: Einfach FaMoos

Habt ihr mich vermisst? 😉 Ich bin momentan sehr eingespannt, vor allem im Business und so ist kaum Zeit für andere „Baustellen“. Dazu kommt, vor lauter Grau, Braun und Nass sind die Fotomotive rar gesät und spannendes zu Berichten habe ich zurzeit auch nicht.

Aber ich wollte wenigstens ein Lebenszeichen hierlassen: Eins der wenigen schönen Motive, welche mir in den letzten Wochen begegnet sind. Sieht das nicht genial aus? Magisch. Die Natur steckt voller Magie. Man muss nur genau hinsehen 🙂

Bis die Tage, habt es fein und fliegt nicht weg heute Nacht/Morgen!

Bye, eure Heidrun 🙂

PS: Vor ein paar Tagen sind die Feldlerchen zurückgekehrt. Kraniche flogen am Sonntag über uns hinweg … Die Zeichen stehen nicht nur auf Sturm, sondern auch auf Frühling. 🙂

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Rückblick – Ausblick

Da ist es nun. Das neue Jahr. Was uns 2022 wohl bescheren wird? Wird es wieder solche heftigen Wetterextreme geben wie 2021? Werden die zwei letzten Winterdrittel eher mild? Oder wird es wieder so viel Schnee und argen Frost geben? Who knows …

Wird es ein eher milder Winter?

Meine Prognose 2021 hat (leider) ziemlich gut zugetroffen. Also wage ich auch für den restlichen Winter 2022 eine Prognose: Es wird ein eher milder, überwiegend grüner Winter, mit etwas Frost und auch die eine oder andere Flocke ist möglich. Und ich hoffe, es kommt nicht wie schon ein paar Mal im März noch zu strengem Frost, sodass wieder alles Mögliche in meinen Töpfen erfriert, weil es schon zu weit ausgetrieben ist.

Apropos Ausgetrieben: Mein Kugellauch schaut schon 6-7 cm aus der Erde. Spinat und Rauke sind trotz einiger Frostnächte (bis -7 Grad) noch top. Meine Christrose blüht munter vor sich hin, kein Wunder bei den frühlingshaften Temperaturen (vorgestern: 15 Grad!). Und auch sonst sieht es in meinen Töpfen noch relativ grün aus.

Christrose im Dezember

Der Winter: Weiß. Eisig. Nass.

Es war ein eher durchwachsenes Jahr, was meinen kleinen Topfgarten angeht und auch die Natur rings ums uns herum hatte nicht ihr bestes Jahr. Der Winter war lang, schneereich und insbesondere im Februar eiskalt (bis -15 Grad). Am 29. Januar hatten wir Land unter. Vor allem in Büdingen (die komplette Altstadt stand zum Teil bis knapp zum 1. OG unter Wasser) und auch hier im Ort und vielen anderen Orten im Umkreis gab es so schlimmes Hochwasser, wie noch nie – oder zumindest seit vielen Jahrzehnten nicht. „Unser“ Wolfsbach, ein kleines Rinnsal mit im Schnitt 20 cm Wasserstand, war zu fast zwei Meter Höhe angewachsen …

Feldlerchen und Kraniche kehren zurück

Trotz Eiseskälte kamen die Feldlerchen und die Kraniche Mitte Februar wie immer zurück aus ihren Winterquartieren. Der März war auch sehr kalt, mit viel Frost, aber zum Ende hin mit ein paar schönen warmen Tagen. Der April war außergewöhnlich trocken. Der Mai recht nass. Der Juni sommerlich und meist sehr schön. Der Juli war durchwachsen und der August relativ unterkühlt, eher wenig sommerlich und immer wieder Regen, wenn auch keine größeren Mengen. – Sieht man von dem einen Tag im Juli einmal ab, als die Flutkatastrophe u. a. das Ahrtal zerstörte – auch hier regnete es fast den ganzen Tag, aber ohne Schäden zu hinterlassen. So ging der Sommer 2021 als einer der regenreichsten in die Geschichte ein.

Brombeer-Segen

Der September versöhnte mich mit dem mäßigen August und ich freute mich über die vielen Brombeeren, die ich zu allerlei leckeren Sachen verarbeitete. Nicht nur zu Konfitüre, sondern auch zu einem leckeren >> Likör. Rund fünf Kilogramm habe ich gesammelt. Eine wahre Sisyphusarbeit, denn die Wilden sind bekanntlich nicht die Größten 😉

Holunder gab es zwar nur wenig, aber an ein paar Stellen hingen die Sträucher voll. Saft und Gelee wurde daraus. Und zum ersten Mal habe ich auch >> Hagebutten in mehreren Etappen gesammelt. Leckeren Fruchtaufstrich, Konfitüre daraus gemacht und die Kerne und Fruchtreste für Tee getrocknet.

Hagebutten und getrocknete Kerne für Tee

Mein Tomatenexperiment (Kerne direkt aus den Früchten in die Erde) war geglückt. Allerdings war die Ausbeute eher bescheiden. Es fehlte Wärme und es war zu feucht (Krautfäule). Und, was ganz seltsam ist (hatte ich noch nie): Ich habe noch immer Tomaten, die ich Mitte Oktober grün geerntet habe und die eigentlich längst hätten nachreifen sollen. Tun sie aber nicht. Sie sind noch immer grün bzw. hellgelb. Seit Wochen tut sich nichts mehr. Schmecken tun sie auch nicht …

Dafür gab es wieder ein paar leckere Kartoffeln aus dem Topf. Ein Flop war auch meine Süßkartoffel. Die „dicksten“ waren noch nicht mal so dick wie mein kleiner Finger. Auch mein Roter Sonnenhut war mit dem deutschen Sommer nicht zufrieden. Blieb sehr mickrig und bekam später noch einen Pilz …

Wie wird wohl das Gartenjahr 2022?

Nun, ich hoffe auf ein besseres (Topf-)Gartenjahr als 2021. Ich habe im Herbst ein paar Wildblumen gesät bzw. gepflanzt und bin gespannt, ob sie sich in den Töpfen wohlfühlen, blühen und (neue) Insekten anlocken. Pläne habe ich noch keine gemacht, was ich dieses Jahr an Früchten/Gemüse anbaue oder ändere. Das hat aber noch Zeit.

Ach ja, was mir besonders positiv in Erinnerung geblieben ist: Die Tierchen, die ich dieses Jahr (erstmalig) entdeckt habe, die Pflanzen, die ich nach Jahren wiederentdeckt habe (u. a. >> Teufelsabbiss) und die Hainbänder-Schnecken-Parade. Eine wahre Freude.

Hainbänderschnecken

Und, zum Schluss noch eine kleine Kuriosität. Die letzten Kraniche sind am 11. Dezember Richtung Süden über uns hinweg gezogen, um am 29. Dezember (zumindest zum Teil) schon wieder zurückzukehren und sogar im >> Bingenheimer Ried (länger) zu rasten. Ob sie wieder Richtung Süden wegziehen, wenn es kälter wird oder sie weiter nach Norden/Osten ziehen oder sogar hier in der Wetterau überwintern, darüber sind sich die Fachleute noch nicht einig/im Klaren.

Update: Gestern entdeckt > (lustig wie die Rehe zwischen den Kranichen herumspazieren).

Kranichzug über der Wetterau

PS:
Euch allen ein
gutes, zufriedenes,
glückliches & gesundes
2022!

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Die Letzten sind die ersten …

… oder so. Zumindest auf die Christrose könnte es zutreffen. Mein Borretsch blüht noch immer. Irre, oder? Wobei, ich fürchte nächste Woche ist dann endgültig Schluss mit Lustig … ähm … mit Blühen ;-), denn es soll ab Dienstag recht frostig werden. Und meine >> Christrose, die letzten Winter so blühfaul war, blüht nun schon […]

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Pilze? Pilze!

Gefühlt schon ewig will ich einen (neuen) Beitrag in Sachen Pilze schreiben. Und jetzt habe ich es endlich geschafft. Nun muss ich jedoch gleich vorwegschicken, ich bin keine gute Pilzkennerin. Nur ein paar kann ich sicher bestimmen. Aber ich fotografiere sie gerne, wenn ich welche finde. (Dieses Jahr sind sie besonders rar und erst im letzten Oktoberdrittel habe ich ein paar entdeckt.)

Jetzt fragt ihr euch womöglich, warum ich trotz meiner geringen Pilzkenntnisse, einen Beitrag schreibe? Weil sie enorm wichtig für die Natur, für unsere Ökosysteme sind, was viele gar nicht wissen.

Aber jetzt erst mal ein paar Fotos (aus der „Konserve“ und aktuelle) …

Pilze spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, nicht nur im Wald.

Pilze sind Recycling-Spezialisten und wichtige Nährstofflieferanten. Sie beziehen ihre Nährstoffe aus toten und lebenden Organismen. Es gibt winzig kleine Pilze, die nur unter dem Mikroskop sichtbar sind und riesige Exemplare, die oberirdisch zu sehen sind, wie zum Beispiel der Riesenbovist, den ich dieses Jahr zum ersten Mal entdeckt habe. Und kilometerlange Pilzgeflechte, die unterirdisch wachsen in Symbiose mit Bäumen.

ca. 100.000 Pilzarten sind bekannt

Bis heute wurden ca. 100.00 Pilzarten beschrieben, man geht jedoch davon aus, dass es bis zu fünf Millionen geben könnte.

Pilze bilden gemeinsam mit den Bakterien  die Zersetzungsorganismen im Stoffkreislauf der Ökosysteme. Sie bauen die unterschiedlichsten organischen Materialien ab. Als Symbiosepartner von Bäumen kommt ihnen eine weitere bedeutende Rolle zu.

Da unsere Wälder leider zu einem Großteil nicht mehr in bester Verfassung sind, geht es auch Pilzen nicht gut. Viele sind inzwischen bedroht oder schon ausgestorben. Stirbt der Wald, sterben auch Pilze. Bzw. ist durch die Verflechtung der beiden Lebensformen, passiert das Aussterben parallel. Pilze sind zudem recht empfindliche Gewächse und reagieren oft stark auf Umweltbelastungen und Veränderungen ihrer Lebensräume.

Wiesen-Champignons

Auch den Wiesenpilzen geht es nicht besser. Sie werden immer seltener, durch Kunstdünger, Gülle, Intensivbewirtschaftung. Und auch der Klimawandel macht ihnen das Leben schwer. Naturnahe Bewirtschaftung und Schutzgebiete wären wichtig, um das Aussterben weiterer Arten zumindest zu bremsen.

Mehr Infos/Wissenswertes über >> Pilze

PS: Und noch ein paar ältere Beiträge in Sachen Pilze …

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