Es war einmal ein Wald

Es war zwar nur ein relativ langweiliger, von Menschenhand gepflanzter Fichtenwald. Aber, es gab ein paar schöne Wege hindurch, die wir vor allem im Sommer gerne gelaufen sind, wenn es im freien Feld einfach zu warm oder gar heiß war.

Und es wuchsen am Wegrand teilweise auch Laubbäume, wie Wildkirschen, Sträucher wie der Schwarze Holunder und es fühlten sich trotz Monokultur etliche Tiere, vor allem diverse Vögel dort wohl. Nun ist er nicht mehr. Sieht man von ein paar kleinen Resten am ehemaligen Waldrand ab.

So ein Kahlschlag ist furchtbar, egal ob Monokultur oder nicht. Es sieht eben nicht nur schlimm aus, sondern macht auf dramatische Weise klar, wie es um unseren Wald insgesamt bestellt ist. Es geht unseren Wäldern wahrlich nicht gut. Nicht nur Fichten leiden unter Trockenheit, den heißen Sommern, den Stürmen, die immer öfter und heftig(er) ausfallen. Auch Buchen und andere Laubbäume sind inzwischen sehr im Stress und leider sehe ich immer mehr vertrocknete, tote Bäume, nicht nur im Wald, auch in den Hecken sterben die Bäume und Sträucher reihenweise.

Und, als ob das nicht schon schlimm genug wäre, wurden dieses Jahr die Hecken so arg zurecht gestutzt, wie ich es noch nicht erlebt habe. Ich hätte heulen können. Es ist ja o.k., dass auch an Feldwegen von Zeit zu Zeit geschnitten werden muss, damit die Wege nicht irgendwann zuwachsen. Aber in der Art und Weise wie es dieses Jahr der Fall war, das ging weit über ein angemessenes Maß hinaus. Selbst an Stellen, an denen nicht mal ein richtiger Weg ist, wurde ohne Hirn und Verstand geschreddert 😦 So traurig. Und es macht mich wütend.

Nun aber zurück zum Wald, der nicht mehr ist. Teilweise wurden trotz besseren Wissens wieder Fichten angepflanzt, die nun aber schon ein paar Jahre alt sind. Auf dem frisch kahlgeschlagenen Gelände wurden zwei Teilbereiche eingezäunt und mit Buchen und Eichen neu angepflanzt. Meiner Meinung nach zu dicht, aber das muss wohl so sein, weil ja immer auch Bäumchen eingehen. Bin gespannt wie sie gedeihen werden, so ohne den Schutz großer Bäume, die Schatten spenden. Vor allem in den ersten Jahren dürften sie es nicht leicht haben.

Im Büdinger Wald (überwiegend Buchen/Buchen-Mischwald), zumindest der Teil hier in meiner Nähe ist seit ein paar Jahren PEFC-zertifiziert. (Das FSC-Siegel ist strenger, was die Nachhaltigkeit angeht, aber immerhin etwas.) Dort haben sie einen Bereich eingezäunt in dem jetzt div. Baumarten (?) getestet werden, um zu erfahren, wie sie mit den veränderten Klimabedingungen klarkommen, welche Baumarten in Zukunft gepflanzt werden.

Zu diesem Thema gab es übrigens vor kurzem im HR Fernsehen einen interessanten Bericht >> „Die Zukunft des Waldes“.

So, das war’s, was ich mal in Sachen Wald loswerden wollte. 🙂

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Neu entdeckt: Kappen-/Sumpfhelmkraut

Oder, genauer gesagt zum zweiten Mal entdeckt.

Blau blühende Wildblume, Kappenhelmkraut, Sumpfhelmkraut
Kappen- bzw. Sumpfhelmkraut

Das Kappen- oder Sumpfhelmkraut habe ich zum ersten Mal vor ein paar Jahren entdeckt: Am Bachrand, der überwiegend in voller Sonne liegt. Allerdings war es nur eine einzige Pflanze und im Folgejahr war sie leider verschwunden. Vielleicht, weil der Sommer 2018 so extrem trocken und heiß war und das Helmkraut einen möglichst dauerhaft feuchten Boden möchte, denn eigentlich ist es mehrjährig.

Vor ein paar Tagen hatte ich das große Glück, an anderer Stelle, ebenfalls am Bachrand sogar zwei Pflanzen zu entdecken. Leider hatte ich die Kamera nicht dabei. Da es sehr windig an dem Tag war, sind die Fotos, die ich mit meinem „Smarty“ gemacht habe leider sehr unscharf. Sollte ich noch einmal Glück haben und der Bachrand wird in nächster Zeit nicht gemäht, dann gibt es noch ein aktuelles „Beweisfoto“ 😉

Laut „Wiki“ ist das Sumpfhelmkraut angeblich weit verbreitet auf der Nordhalbkugel, in Deutschland zuweilen auch „nur“ zerstreut. In meinem schon etwas betagten Buch „Was blüht denn da?“ steht: Selten. Vielleicht ist es hier einfach zu trocken oder es ist (doch) selten … Wie auch immer, ich freue mich immer wie ein Klötzchen ;-), wenn ich etwas Neues entdecke.

Das Helmkraut wird je nach Standort ca. 40-50 cm (manchmal auch weniger) hoch und ist, wie schon erwähnt, ausdauernd. Bienen besuchen die Blüten gerne und sind auch die Hauptbestäuber. Es blüht von Juli bis August. Ein paar weitere Infos >>

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Warum Disteln in keinem Garten fehlen sollten

Und, das nicht nur in Natur- oder naturnahen Gärten!

Es ist ja so, die meisten Menschen mögen keine Disteln. Durchaus nachvollziehbar. Sie sind stachelig und damit sehr unangenehm, wenn man mit in ihnen in Kontakt kommt. Und sie neigen dazu sich gerne über den ganzen Garten zu verbreiten 😉

Aber, sie sind auch wunderschön. Die Ackerkratzdistel betört zudem mit einem wunderbaren Duft. Und das Wichtigste: Sie liefern vielen Insekten (Hummeln, Wildbienen, Käfern, Schwebfliegen, Faltern) Futter. Zudem bieten einige Arten auch leckeren Samen, der bei einigen Vögeln (z. B. dem Distelfink) sehr beliebt ist. Ganz besonders die Samen der Wilden Karde.

Sind das nicht genug Gründe, Disteln in den (naturnahen) Garten zu holen? Ihr könnt sie ja in einer sonnigen Ecke, etwas abseits säen/pflanzen, am besten vergesellschaftet mit anderen heimischen Wildblumen. Die Tierwelt wird es euch danken.

Lest gerne auch meinen kleinen Beitrag >> „Insektentankstelle Ackerkratzdistel“, den ich bereits vor einiger Zeit verfasst habe.

Update 27. Juli 2021

Lest auch meinen Beitrag zum „Mannstreu“ >>

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Teil 3 Terrassengarten-Inventur: Fruchtpflanzen

Würde ich über meine diesjährigen Fruchtpflanzen schreiben, wäre ich schnell fertig, denn zum ersten Mal seit zehn Jahren habe ich nur ein paar „Nasch“-Erdbeeren, vier spontan gepflanzte Kartoffeln (sie waren gekeimt) und die Heidelbeere, die dieses Jahr exakt drei (!) Beeren trägt.

Wie das? Nun, ich hatte in den ersten zwei/zweieinhalb Monaten des Jahres so viel mit meinem Business zu tun, dass ich den optimalen Zeitpunkt zum Anziehen von Chilipflanzen und Paprika schlicht versäumt habe. Für Tomaten hätte ich noch Zeit gehabt, als ich wieder etwas Luft hatte, aber meine Samen waren wohl zu alt und/oder nicht optimal gelagert und versagten kläglich beim Keimtest Mitte März.

Tomaten selbser ziehen, Tomatensämlinge
Tomaten und Basilikum, Anzucht auf der Fensterbank

Und dann kam Corona und machte mir endgültig einen Strich durch die Rechnung. – Ich komme nur sehr schlecht mit der Maskenpflicht klar. – Es kostet mich schon enorm viel Überwindung, meinen Wocheneinkauf damit zu erledigen und hatte/habe einfach keine Lust und Motivation, das Ding noch länger zu tragen, um damit in den Gartenbaumarkt zu fahren. Zumal, das eine Mal, das ich dennoch dort war, war das Angebot an Frucht-Pflanzen sehr bescheiden, die Qualität so lala …

Andererseits, vielleicht hätte ich auch ohne Corona dieses Jahr nichts gesät/gepflanzt. Vieles wächst nicht mehr wirklich gut – die Krux mit dem Topfgärtnern –  irgendwann hilft auch der beste Dünger nicht mehr. Die Erde ist ausgelaugt, die Wurzeln haben keinen Platz mehr. Und Umtopfen – vor allem von größeren Pflanzen – eine mühsame Angelegenheit, die ich noch nie wirklich gerne gemacht habe. Im Garten ist das etwas Anderes, das Pflanzen, Anlegen von Beeten, Gestalten … Hach ja … ein Garten, das wäre schön. 80 oder 100 qm würden mir schon reichen … Nun denn. Ist nicht und wird wohl auch in absehbarer Zeit nichts damit.

Fruchtpflanzen: Was im Topf wächst …

Bisher im Topf kultiviert habe ich an ausdauernden Pflanzen: Erdbeeren (je ein kleiner und großer Balkonkasten), Kulturheidelbeere, Johannisbeere und Cranberries (die bereits im zweiten Jahr eingegangen sind).

Einjährige: ca. 10 Tomatensorten (Wildtomaten, Cocktailtomaten, Fleischtomaten, Salattomaten), ca. 8-10 Chilisorten (von Habanero über Türkische Pepperoni bis Cayenne), Spitz-, Tomaten- und Blockpaprika, vier Sorten Auberginen, Zucchini, Stangen- und Buschbohnen, Süßkartoffeln, Spinat, Feldsalat, Ur-Karotten, Kartoffeln, Physalis, Kohlrabi, Fenchel, Lauchzwiebeln, Lauch, Erbsen, Mangold, Snackgurken und sogar Zuckermais, der immerhin zwei Kolben hervorbrachte (als Starkzehrer hätte er sicher einen noch viel größeren Topf gebraucht).

 

Mit zwei Erdbeerpflanzen habe ich vor drei Jahren angefangen. Dann bekamen die beiden so viele „Kindel“ von denen ich die kräftigsten Ende August abgenommen habe und in einen langen Balkonkasten gepflanzt habe, sie stehen jetzt im zweiten Jahr und sehen leider – wie vieles andere auch – etwas mickrig aus. Dennoch habe ich genauso viele Früchte wie 2019 geerntet, gut 800 Gramm. Nicht viel. Aber immerhin hat es für einige leckere Erdbeer-Müslis gereicht.

Nun sind alle Beeren gegessen und warte jetzt auf die Kindel (die alten Pflanzen werde ich entsorgen), die ich in frische Erde eintopfen will und hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder gesunde und vielleicht ein paar Gramm mehr Erdbeeren ernten kann.

Meine Kulturheidelbeere ist dieses Jahr ein einziges Trauerspiel. Ich habe sie nun schon etliche Jahre (ich denke sicher schon sieben oder acht Jahre) und sie wurde jedes Jahr größer und blühte und fruchtete jedes Jahr mehr. 2018 und 2019 konnte ich jeweils knapp zwei Kilo Heidelbeeren ernten. Für eine Solitärpflanze im Topf finde ich die Menge klasse.

Kulturheidelbeeren

Letztes Frühjahr habe ich sie vor der Blüte umgetopft, weil sie ziemlich durchwurzelt war, was ihr offenbar auch gut tat. Sie sah gesund aus und lieferte ja auch tüchtig Früchte. Als dieses Frühjahr die ersten Triebspitzen zu sehen waren, freute ich mich schon auf eine erneut gute Ernte. Aber daraus wurde nichts. Der Austrieb war mickrig, es gab nur ein paar einzelne Blüten (die ich an zwei Händen abzählen konnte) aus denen, die schon erwähnten drei Beeren wuchsen. Gedüngt habe ich wie letztes Jahr. Die Erde gelockert. Mäßig gegossen, gleicher Standort. Aber sie ist bis jetzt nicht in die Gänge gekommen. Zudem leidet sie jetzt auch noch an Chlorose, die unterschiedliche Ursachen haben kann. Was genau das Problem oder ob es eine Kombination aus div. Faktoren ist, ich weiß es nicht. Auch mein >> Naturdünger zeigt bisher keinerlei positive Wirkung.

Vielleicht schneide ich sie im Herbst (wobei man das eigentlich nicht oder nur sehr selten machen soll) und setze sie wie die ErdbeerKindel in komplett frische, neue Erde. Mal sehen. Einfach aufgeben möchte ich sie nicht.

Da ich euch nicht mit ellenlangen Gemüsestories langweilen will, noch ein paar Erfahrungen kurz und knapp: Super im Topf sind stets alle Arten von Chili und Paprika gewachsen, Auberginen auch (da wir ja seit Jahren sehr warme Sommer haben), am besten die „Schlangen“- und Thai-Auberginen. Tomaten waren bis auf die Buschtomaten alle bestens (mein Tipp für’s Pflanzgefäß: nehmt Pflanztaschen, dort wachsen sie besonders gut und ihr könnt sicher sein, dass der Wind sie nicht umkippt.

Möhren und Kohlrabi waren ganz o.k., aber der Topf hatte wohl etwas zu wenig Tiefe. Stangenbohnen gehen super, wenn sie windgeschützt stehen. Zu viel Wind und Sonne und die Blätter verbrennen und brauchen dann lange, bis sie sich wieder erholen. Aus einem Tontopf mit ca. 38 cm Durchmesser und ca. 8-10 Bohnenkernen habe ich 2018 ca. 1,5 Kilo Bohnen geerntet. 2019 deutlich weniger, weil der gewählte Standort zu sonnig und windig war. Gerankt sind sie an extra langen Tomatenstäben. Erbsen sind uninteressant für den Kübel, zu wenig Ausbeute, fällt eher in die Kategorie Liebhaberei 😉

Fenchel geht gut, wenn man ihn zu richtigen Zeit pflanzt. Ansonsten schosst er schnell. Mangold ging auch gut. Die Gurken waren o.k., jedoch funktioniert nicht jede Sorte gleich gut. Am besten war eine Snackgurke, die ich an einem Rankgerüst wachsen ließ. Halbschattig und windgeschützt aufgestellt.

 

Johannisbeere
Rote Johannisbeere im Topf

Süßkartoffeln lassen sich auch sehr gut im Topf anbauen. Allerdings sollte das Pflanzgefäß sehr geräumig sein. Ich hatte eine Bio-Knolle wie einen Avocadokern mit drei Zahnstochern ins Wasser gehängt und gewartet bis viele kleine Triebe und Wurzeln zu sehen waren und dann das komplette „Teil“ zur Hälfte die Erde gesetzt. Sie wuchs sehr schnell und rankte munter an Tomatenstäben empor. Vor dem ersten Frost leerte ich den Topf aus und freute mich über eine recht ansehnliche Ernte. Die meisten Knollen waren zwar recht klein (zu kleiner Topf), aber es zeigt, es geht.

Last but not least: Meine Rote Johannisbeere. Sie tauchte ohne mein Zutun irgendwann im „Rosentopf“ auf. Zuerst dachte ich, es ist eine Blutjohannisbeere, aber es stellte sich nach (ich denke es waren zwei Jahre) heraus, dass es eine Rote Johannisbeere ist. Wie sie bei mir gelandet ist? Keine Ahnung. Ich habe sie gehegt und gepflegt und vor zwei Jahren konnte ich eine gute Handvoll Beeren ernten. Und letztes Jahr fing sie an zu kränkeln. Dazu kamen noch Raupen in Massen, die in kürzester Zeit fast die komplette Pflanze kahlgefressen hatten. Dieses Elend mochte ich nicht mehr sehen, gab sie auf und schnitt im Herbst bis auf eine Handbreit alles ab und wollte sie dieses Frühjahr mit der Grünschnittabholung entsorgen.

Tja und was macht das dusselige Ding? Genau. Es treibt wieder aus, mit schönen kräftigen Blättern. Also darf sie bleiben und werde sie zusammen mit den anderen Beeren im Herbst umtopfen und ihr noch mal eine Chance geben.

Und, das Leckerste zum Schluss, ein paar Ernte-Impressionen …

 

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Ökologisch Topfgärtnern: Erde, Dünger, Pflanzgefäße

Ein kleiner Erfahrungsbericht von meinem Topf-/Terrassengarten.

Topfpflanzen optimal zu versorgen, ist etwas anspruchsvoller als bei Gartenpflanzen. Warum? Durch den begrenzten Raum im Topf wirken sich „unpassende“ Erde, Nährstoffdefizite bzw. Überdüngung einfach schneller und unter Umständen gravierender aus, als im Garten.

Terrassengarten, Gärtnern in Töpfen, Topfgarten im Sommer

Ich pflanze ausschließlich in torffreie BioErde. Für meine „Südländer“ wie Rosmarin, Salbei und Thymian, mische ich ein paar kleine Steinchen unter die Erde und gemörserte, getrocknete Eierschalen. Auf den Topfboden gebe ich als Dränageschicht entweder zerkleinerte Tonscherben (von aufgefrorenen Tontöpfen) oder unterschiedlich kleine Steine (oder Hydrokulturkügelchen).

Vor ein paar Jahren hatte ich testweise einen Sack Terra Preta (Werbung, unbeauftragt & unbezahlt) gekauft und unter die Erde einiger Pflanzen gemischt. Das tat ihnen sichtlich gut. Die Feuchtigkeit hielt sich länger und die Pflanzen sahen besonders gesund und kräftig aus. Auch hatte ich den Eindruck, dass die Erde weniger schnell auslaugt & austrocknet, die Erde über einige Jahre eine gute Struktur behält. Leider ist Terra Preta ziemlich teuer.

Ein weiterer Versuch war es, Laubkompost selber herzustellen. Da ich keinen großen Aufwand und Investition für einen Komposter betreiben wollte und auch nicht genug Platz habe, habe ich im Herbst einfach das Laub von meinen Pflanzen zusammengekehrt und als Winterschutz auf den Töpfen verteilt. Im Frühjahr alles runtergesammelt und einfach in einen „Gelben Sack“ gefüllt. Diesen habe ich locker mit einem aufgelegten Stein verschlossen und ein Jahr lang sich selbst überlassen. Letzten Sommer habe ich das Ganze inspiziert und für gut befunden und etwas vom Kompost beim Umtopfen zur gekauften Erde gegeben. Einen besonderen positiven Effekt habe ich nicht festgestellt. Aber auch keinen negativen.

RegenwurmWas ich gerne probieren möchte, ist Wurmkompost und will mich hier mal durchschmökern >>

Gedüngt habe ich bis 2019 ausschließlich mit Neudorff-Gartendünger (Werbung, unbeauftragt, unbezahlt). Da da „mein“ GartenBaumarkt ihn nicht (mehr) führt, bin ich auf ein Bio-Produkt mit Schafwolle ausgewichen, das mich leider nicht wirklich überzeugt hat. Es ist für Töpfe (da eigentlich für Hochbeete gedacht) schwer genau zu dosieren (>> s. Ziest) und passt auch nicht für alle Pflanzen von der Zusammensetzung her. Die Tomaten waren 2019 allerdings wirklich wunderbar geworden.

Entweder werde ich nächstes Jahr meinen für gut befundenen Biodünger im Internet bestellen oder versuche ausschließlich mit meinem selbsthergestellten Naturdünger zu düngen. Dafür sammele ich Kaffeesatz, Bananen- und Eierschalen (alles Bio). Mische das Ganze, gebe etwas Wasser dazu und dann ab in den Mixer bis eine schöne homogene Masse entstanden ist. Manche Leute geben die Pampe direkt auf die Erde. Das mache ich nicht, weil es dann doch manchmal schimmelt. Ich verteile die Masse auf einem alten Backblech und lasse es trocknen. Wenn ich den Backofen verwende, schiebe ich das Blech nach Benutzung rein, um die Restwärme zu nutzen, dann geht es schneller.

Naturdünger selber herstellen, Kaffeesatz, Eierschalen, Bananenschalen
Naturdünger selbstgemacht aus: Kaffeesatz, Bananen- und Eierschalen

Was die Dosierung angeht, habe ich kein exaktes Rezept. Ich gebe (dieses Jahr) seit Anfang Mai alle paar Wochen ein paar Löffel davon auf alle Töpfe.

Ein weiteres Experiment steht noch aus: Das Granulat Aqua Crystal (ein Wasserspeicher) wurde mir vor einer Weile (unaufgefordert) zugeschickt. Ich habe mich auf der Website informiert und bin etwas unsicher, ob ich es wirkich testen soll, weil es kein Naturstoff ist.

Auf der Website steht: „Aqua Crystal ist ein hochabsorbierendes anionisches Polyacrylamidpolymer. Es ist ein vernetztes Copolymer bestehend aus Acrylamid und Kaliumacrylat, das wasserunlöslich ist. Polyacrylate sind von Natur aus nicht toxisch, nicht reizend und nicht korrosiv. Tests haben ergeben, dass sie mit einer Abbaurate von 10% bis 15% pro Jahr biologisch abbaubar sind. Sie zeigen ein hohes Wasserabsorptionspotential und können 95% davon durch den Saugdruck der Pflanzenwurzeln freisetzen.“

Kennt ihr das? Schon mal verwendet? Wie steht ihr dazu?

Pflanzgefäße: Die meisten meiner Pflanzen wachsen in Tontöpfen, ein paar auch in Kunststofftöpfen, diese habe ich vor allem für Pflanzen die etwas mehr Wasser benötigen, weil die Erde einfach nicht so schnell austrocknet wie bei einem Tontopf. Und dann kaufte ich mir – als Test – vor ein paar Jahren Pflanztaschen aus recyceltem Kunststoff für meine Tomaten. Eine sehr gute Investition. Denn endlich kippten meine Tomaten nicht bei jedem Wind um und sie wuchsen auch insgsamt besser. Leider lösen sie sich jetzt, da ich die Pflanztaschen ganzjährig draußen lasse, langsam auf. Kann sie dennoch empfehlen – auch für andere Pflanzen. Wer Platz hat, einfach im Herbst Erde entfernen und im Haus lagern. So solltet ihr sie viele Jahre nutzen können.

Ups, jetzt hätte ich fast die Pflanzenbrühen/-jauchen vergessen. Wie ihr sie ansetzt, dazu gibt es ja genug Quellen im Netz. Aber, was nicht jeder weiß, nicht nur Brennesseln und Schachtelhalm sind tolle Wildkräuter für Pflanzenstärkungsmittel, auch Giersch eignet sich hervorragend – falls ihr den >> Giersch nicht einfach aufesst 😉

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Giersch zum (Fr)essen gern haben

Update: 5. Juli 2020

Fragt man einen (Hobby-)Gärtner nach Giersch, wird er vermutlich erst einmal stöhnen oder sogar die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Denn Giersch ist wohl eines der hartnäckigsten und meist gehassten Wild(un-)kräuter. Zu Unrecht.

Giersch blühend, Ideen mit Giersch, Giersch essenRichtig ist, Giersch wuchert besonders an halbschattigen/schattigen und eher feuchten Stellen immens. Die vielen langen verzweigten Wurzelausläufer machen es in der Tat schwer, dem Grünen „Monster“ 😉 Einhalt zu gebieten.

Bevor man dem ungeliebten Wildkraut jedoch versucht den Garaus zu machen, möchte ich einmal die guten Seiten des Giersch beleuchten. Ihr glaubt nicht, dass Giersch auch gute Seiten hat? Na, dann lest unbedingt weiter.

Doch zuerst ein kleiner Steckbrief: Aegopodium podagraria gehört zu der Gruppe der Doldenblütengewächse, ist mehrjährig und kann bis ca. 90 cm hoch werden (je nach Standort und Nährstoffangebot). Die weißen Doldenblüten erscheinen etwa ab Mai. Die Blüte kann bis in den Juli andauern. Wie schon erwähnt, man findet den Giersch vor allem an eher schattigen und leicht feuchten Stellen. Wie zum Beispiel am Waldrand, in Hecken und Gebüschen. Und eben auch im Garten, hier besonders gerne auf nährstoffreichen Böden.

Nun zu den guten Seiten des Giersch.

Giersch einfach aufessen.

Aus Giersch lässt sich Salat, Spinat, ein grüner Smoothie oder eine grüne Suppe zubereiten. Auch im (Wild-)kräuter-Quark, in würzigen Pfannkuchen macht er eine gute Figur. Entweder solo oder zusammen mit anderen wilden oder „zahmen“ Kräutern und Salaten.

Ein Rezept zum probieren: Giersch-Pfannkuchen (Für 2 Personen)

Zutaten: 200 g Mehl, 2 Eigelb, ein guter ¼ Liter Milch (od. Milchgetränk eurer Wahl), Meersalz, 2 Eiweiß, 4 – 5 Eßl. (möglichst) junge Gierschblätter (gewaschen und feingeschnitten), Öl zum Ausbacken.

Zubereitung: Alle Zutaten – außer Eiweiß und Giersch – gut verrühren und den Teig etwa eine halbe Stunde ruhen lassen. Dann die Gierschblätter unterrühren. Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unterziehen. Im heißen Fett Pfannkuchen goldbraun backen. Lecker dazu ist ein Joghurtdip (mit Knobi) oder ein frischer Salat (mit Wildkräutern, gerne auch hier mit Giersch).

Heilsamer Giersch

In alten Kräuterbüchern wird davon berichtet, dass Giersch unter anderem für Umschläge bei Gicht verwendet wurde und als Tee bei Ischias und Rheuma.  In der Volksmedizin galt der Giersch ebenfalls als Heilmittel bei Gicht sowie bei Durchfall und als Wundmittel wurde er ebenfalls verwendet. Heute findet Giersch jedoch keine Verwendung mehr. Dafür aber umso mehr in der Wildkräuterküche.

Giersch im Frühling
Giersch: Erste Triebe im Frühling

Und nicht vergessen will ich, dass ihr Giersch – ebenso wie Brennnesseln – für eine Pflanzenjauche/-brühe zur Pflanzenstärkung verwenden kann!

Wächst der Giersch euch dann noch immer über den Kopf 😉 dann steckt am besten mit einem Spaten einen Bereich ab, in dem der Giersch wachsen darf (denn viele Insekten lieben seine Blüten). Baut eine Wurzelsperre z. B. aus alten Ziegeln oder anderen natürlichen Materialien ein – was ihr eben gerade zur Verfügung habt – je tiefer umso besser und schneidet ihn vor der Blüte, spätestens kurz vor Samenreife, damit er sich nicht zusätzlich zu den Wurzelausläufern auch über den Samen vermehrt.

Giersch, Wildkraut zum essenAlles was außerhalb des geduldeten Gierschbereichs wuchert, lockert ihr am besten tiefgründig mit der Grabgabel und zieht vorsichtig die Wurzelstücke heraus. Je gründlicher ihr arbeitet umso eher bekommt ihr den Wucherer in den Griff. Wenn ihr dann hin und wieder das Procedere wiederholt, wird nicht mehr viel übrig sein und ihr könnt ihn vielleicht sogar nahezu ganz loswerden – so ihr das denn wollt.

Etwas Zeit lässt sich übrigens sparen, indem man eine dicke Mulchschicht (oder dunkle Folie) einige Zeit auf dem zu befreienden Bereich legt. So findet ihr schneller die Wurzel-Kindel und könnt Sie nach dem Lockern relativ leicht herausziehen – wie oben beschrieben.

Giersch im Topf

Wer keinen Giersch im Garten hat (oder haben möchte), aber gerne einmal das Wildkraut versuchen will, empfehle ich die Kultur im Topf. So hat er keine Chance sich auszubreiten und vielleicht sogar den Nachbarn zu ärgern. Er lässt sich ja ganz easy mit einem Wurzelstückchen oder Samen kultivieren.

Ach ja, Giersch ist auch gut für die Fitness: Das kontinuierliche Jäten hält fit 😉

Und, habe ich zu viel versprochen? Gar nicht so übel der Giersch, oder?

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Schwebfliegen fliegen auf Acker-Winden

Ja, es gibt schon wieder kleine Tierchen zum Gucken 😉

Bisher sind mir an den Ackerwinden kaum Insekten bzw. Schwebfliegen aufgefallen, nur hin und wieder Falter, wie zum Beispiel dieser hier (ist das ein Fleckleib-Labkrautspanner?), den ich vor ein paar Jahren vor die Linse bekommen habe.

Schachbrett Falter an Ackerwinde

Heute Morgen, auf der Suche nach ein paar neuen Fotomotiven, fiel mein Blick unter anderem auf die Acker-Winden, ich hatte gar nicht damit gerechnet etwas Interessantes zu entdecken und dachte zuerst, oh da sind ja Bienen an den Blüten. Die Kamera draufgehalten, herangezoomt und siehe da: Es waren keine Bienen, sondern allesamt Schwebfliegen. Drei verschiedene Arten sogar, die ich euch gerne zeigen möchte …

Apropos Fliegen, div. Fliegenarten waren letztes Jahr ganz hin und weg von meinen Minzen >>

Noch ein Wort zur Ackerwinde. Ich mag sie ja sehr, vor allem wegen der hübschen weiß-rosa Blüten. Wie ich erfahren habe, fungieren zwar viele Insekten als Bestäuber, aber nur die Spiralhornbiene ist auf Windengewächse spezialisiert. Sie wälzen sich in den Blüten, um an den Nektar zu kommen. Wieder etwas gelernt, so spannend. – Da muss ich demnächst die Winden wohl mal genauer inspizieren, vielleicht bekomme ich sogar eine >> Spiralhornbiene vor die Linse. 🙂 Übrigens: Sehr viele Wildbienenarten sind extrem spezialisiert. Manche besuchen nur eine einzige Wildblume.

Hier noch die Echte Zaunwinde zum Vergleich …

Zaunwinde
Blüten Reinweiß und größer als die der Ackerwinde

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Neue Entdeckungen: Aus dem Insektenreich

Und schon wieder zwei Neuentdeckungen :-), beides am Waldrand.

1. Der Braunkolbige Dickkopffalter (Thymelicus sylvestris) auf einer Wiesenflockenblume.

Braunkolbiger Dickkopffalter, Tagfalter, Falter orange, © wildpeppermint-design.de

Dieser hübsche Tagfalter hat eine Spannweite von ca. 3 cm, also eine eher kleine Art. Sie sitzen gerne auf Flockenblumen (Centaurea) – wo ich ihn auch gefunden habe – und naschen dort vom Nektar. Sie sind von Ende Juni bis August anzutreffen. Mehr zum Dickkopffalter lest ihr hier >>

und

2. Der Gefleckte Schmalbock (Rutpela maculata) an einer Flatter-Binse.

GefleckterSchmalbock, Bockkäfer gelb-schwarz, Käfer am Waldrand, © wildpepeprmint-design.de

Der Schmalbock wird ca. 14 bis 20 mm groß und ist von Juni bis August an Waldrändern (wo ich ihn entdeckt habe) und in lichten Wäldern oder Lichtungen zu finden. Die Zeichnung der Flügeldecken kann variabel sein. Am besten erkennt man ihn an den gelb-schwarz geringelten Fühlern. Wie ich lese, ist die Art ist noch recht häufig.

Leider hatte ich nur mein Smartphone dabei, also sorry für die nicht so tolle Bildqualität.

PS: Auch entdeckt, legger Wilde Himbeeren. Die ihr auf dem Foto seht, sind jetzt alle in meinem Bauch 😉

Wilde Himbeeren, Waldhimbeeren, am Waldrand Himbeeren

 

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Neu entdeckt: Das Orientalische Zackenschötchen

Eigentlich stimmt das nicht ganz. Denn, genau genommen habe ich die Staude schon letzten Sommer entdeckt, nur wieder vergessen. Vor ca. zwei Wochen sind wir mal wieder eine etwas andere Route gelaufen (lohnt sich immer, wie ich stets feststelle  😉 ), um die Ecke gebogen und da leuchtete es mir schon entgegen. Im ersten Moment dachte ich an Färberwaid. Wie sich später herausstellte (auch dank gut informierter Wildpflanzenkenner bei „Ökologisch Gärtnern“ – meine Ex-Facebook-Gruppe), habe ich ein >> Orientalisches Zackenschötchen entdeckt.

Zuerst war meine Freude groß, auch, obwohl es kein Färberwaid war, denn es wurde sehr rege von verschiedenen Wildbienen besucht. Später habe ich recherchiert und herausgefunden, dass diese hübsche und insektenfreundliche Pflanze zu den Neophyten gehört. Was ich natürlich nicht so toll finde.

Wikipedia schreibt dazu u. a.: „… kommt von Sibirien bis Ost- und Südosteuropa vor … in Mitteleuropa ursprünglich nur gebietsweise, etwa in Ungarn. Es breitet sich zunehmend nach Mittel- und Nordeuropa aus. In der Schweiz tritt das Orientalische Zackenschötchen nur stellenweise auf. Heute ist die Art auch ein Neophyt in weiteren Ländern Asiens, Europas und Nordamerikas.“

Wie auch immer, bisher ist es nur eine Staude und ich werde es weiter beobachten, ob oder wie sie sich ausbreitet.

Welche Wildbiene ich fotografiert habe, muss ich noch herausfinden (vermutlich eine Langhornbiene), klicke mich nachher mal bei Wildbienen.info durch >> // Eine weitere tolle Webseite in Sachen Wildbienen: BeeBetter >>

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