Neue Pilzfunde. Oder: Pilze 2.0

Vor ein paar Tagen waren wir seit längerem mal wieder im Büdinger Wald unterwegs. Nach den ersten paar Hundert Metern dachte ich schon, im Wald ist auch Pilz“-Notstand“. Keine Pilze zu sehen, trotz sonnigem Wetter und guter Feuchtigkeit. Könnte es sein, dass ich zu spät bin, ist die Pilzsaison vorüber?

Nein. Ist sie offenbar noch nicht, denn ich wurde nach einiger Zeit endlich fündig. Vor allem auf dem Rückweg habe ich ein paar wirklich schöne Exemplare entdeckt! – Lag vielleicht daran, dass wir die Sonne nun im Rücken hatten. – Wie auch immer, es hat mich sehr gefreut ein paar Exemplare gefunden zu haben, besonders die hübschen Orange-Brauen auf einem Buchenstamm (vielleicht ein Hallimasch?). Sie leuchteten mir förmlich entgegen.

Und schließlich fand ich noch einen einsamen Pilz auf einer Wiese, den ich schon einige Tage zuvor gesehen und mit dem Smarty geknipst hatte und heute noch einmal. Es müsste ein > Krempling sein. Welcher genau, da bin ich mir nicht sicher. Vielleicht kennt sich jemand von euch besser mit Pilzen aus?

Ich hatte auch noch ein paar klitzekleine, weiße Pilze gefunden. Aber sie wuchsen so versteckt, an einem dunklen Eck, sodass die Bilder leider total unscharf geworden sind …

Wer meinen (Vorgänger-)Beitrag „Pilze? Pilze!“ noch nicht gelesen hat >> hier ist er …

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Pilze? Pilze!

Gefühlt schon ewig will ich einen (neuen) Beitrag in Sachen Pilze schreiben. Und jetzt habe ich es endlich geschafft. Nun muss ich jedoch gleich vorwegschicken, ich bin keine gute Pilzkennerin. Nur ein paar kann ich sicher bestimmen. Aber ich fotografiere sie gerne, wenn ich welche finde. (Dieses Jahr sind sie besonders rar und erst im letzten Oktoberdrittel habe ich ein paar entdeckt.)

Jetzt fragt ihr euch womöglich, warum ich trotz meiner geringen Pilzkenntnisse, einen Beitrag schreibe? Weil sie enorm wichtig für die Natur, für unsere Ökosysteme sind, was viele gar nicht wissen.

Aber jetzt erst mal ein paar Fotos (aus der „Konserve“ und aktuelle) …

Pilze spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, nicht nur im Wald.

Pilze sind Recycling-Spezialisten und wichtige Nährstofflieferanten. Sie beziehen ihre Nährstoffe aus toten und lebenden Organismen. Es gibt winzig kleine Pilze, die nur unter dem Mikroskop sichtbar sind und riesige Exemplare, die oberirdisch zu sehen sind, wie zum Beispiel der Riesenbovist, den ich dieses Jahr zum ersten Mal entdeckt habe. Und kilometerlange Pilzgeflechte, die unterirdisch wachsen in Symbiose mit Bäumen.

ca. 100.000 Pilzarten sind bekannt

Bis heute wurden ca. 100.00 Pilzarten beschrieben, man geht jedoch davon aus, dass es bis zu fünf Millionen geben könnte.

Pilze bilden gemeinsam mit den Bakterien  die Zersetzungsorganismen im Stoffkreislauf der Ökosysteme. Sie bauen die unterschiedlichsten organischen Materialien ab. Als Symbiosepartner von Bäumen kommt ihnen eine weitere bedeutende Rolle zu.

Da unsere Wälder leider zu einem Großteil nicht mehr in bester Verfassung sind, geht es auch Pilzen nicht gut. Viele sind inzwischen bedroht oder schon ausgestorben. Stirbt der Wald, sterben auch Pilze. Bzw. ist durch die Verflechtung der beiden Lebensformen, passiert das Aussterben parallel. Pilze sind zudem recht empfindliche Gewächse und reagieren oft stark auf Umweltbelastungen und Veränderungen ihrer Lebensräume.

Wiesen-Champignons

Auch den Wiesenpilzen geht es nicht besser. Sie werden immer seltener, durch Kunstdünger, Gülle, Intensivbewirtschaftung. Und auch der Klimawandel macht ihnen das Leben schwer. Naturnahe Bewirtschaftung und Schutzgebiete wären wichtig, um das Aussterben weiterer Arten zumindest zu bremsen.

Mehr Infos/Wissenswertes über >> Pilze

PS: Und noch ein paar ältere Beiträge in Sachen Pilze …

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Neu entdeckt: Riesenboviste

Wahrlich spannend zurzeit, ich entdecke fast jeden Tag etwas Neues. 🙂 Gerade eben, obwohl ich dort schon öfter entlang gelaufen bin, erst vor kurzem sogar, als ich die vermeintliche >> Pfeilkresse entdeckt habe (die jetzt leider abgemäht ist 😦 ), heute zum ersten Mal entdeckt:

Drei Riesenboviste!

Obwohl, wäre der Randstreifen (was mehr als überflüssig und ärgerlich ist) nicht gerade gemäht worden, hätte ich die drei Exemplare wohl gar nicht entdeckt. Dass es ein Pilz sein muss, war mir gleich klar, da ich mich mit Pilzen jedoch nur sehr laienhaft auskenne und so ein Riesending noch nie zuvor gesehen habe, „befragte“ gleich Google lens. Es besteht kein Zweifel, er ist es …

Zwei Exemplare dürften einen Durchmesser von ca. 20-25 cm haben, ein kleinerer einige Meter weiter auf der anderen Seite des Weges ca. 15 cm.

Wikipedia schreibt dazu:

„Der Riesenbovist wird im Durchmesser etwa 10–50 cm groß, ist rundlich und ohne Stiel. Die Haut ist glatt und lederartig. Die Farbe ist jung weißlich, dann grün-gelblich und alt durch die Sporen olivbraun oder rotbraun bis dunkelbraun. Die Fruchtmasse ist anfangs ebenfalls weiß und wird während der Reifung olivbraun und pulverig. Reifere Pilze riechen unangenehm harnartig. Vereinzelt wurden Exemplare mit 60 cm Durchmesser und einem Gewicht von 11,5 kg gemeldet. Riesenboviste wachsen von Juni bis September vornehmlich auf Wiesen, Weiden und lichten Wäldern …“ >> weiterlesen

Meine drei Fundstücke wachsen am Waldrand (auf einer ehemaligen Müllkippe – die aber sicher schon 40 Jahre oder länger geschlossen und von Bäumen, der Waldrand eben, überwachsen ist).

Klasse, oder?!

Jung kann man den Pilz wohl sogar essen. Roh verzehrt, ist er für Säugetiere jedoch giftig. Und: Er enthält ein Antikrebsmittel: Calvacin. Interessant.

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Wald-Romantik

Seit langem haben wir heute mal wieder eine Runde durch den Wald gedreht (in Gedenken an unseren lieben Philo, der heute leider nicht mehr dabei sein konnte – und Brennholz für den Winter sammeln konnte …). Es war sehr „dampfig“ und leider hatte sich die Sonne schon verzogen, aber der Duft von frischer, feuchter Erde, […]

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Die Pilzsaison ist eröffnet

Schon vor einigen Tagen fiel mir auf, dass dieses Jahr wohl ein gutes bis sehr gutes Pilzjahr werden dürfte. Feucht und mäßig warm, das passt. Wenn ich im Herbst Pilze, insbesondere Wiesenchampignons wachsen sehe, kommen Kindheitserinnerungen hoch. Ich kann mich noch gut daran erinnern, sobald es September war, manchmal wohl auch früher (aber so genau […]

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Winterliche Impressionen

Nach einem zu milden Dezember und Januar haben die meisten von uns ja nun Winter satt, kälter als manch einer jetzt noch erwartet hat. Hin und wieder habe ich trotz eisiger Kälte das Handy gezückt und ein paar Impressionen eingefangen. Besonders spannend fand ich den Himmel heute morgen (Bild rechts oben) und das „Milcheis“ auf […]

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