Die Schwarze Königskerze: Insektenmagnet

Eine meiner absoluten Lieblings-Wildblumen: Die Schwarze Königskerze. Und nicht nur eine meiner Lieblinge, sondern auch von vielen Insekten. Zum Glück sind nicht alle Randstreifen (überflüssiger- und unverständlicherweise) abgemäht und an ein paar Stellen, stehen mehrere Stauden und locken unzählige Insekten an.

Heute Morgen war Hochbetrieb. Gut, dass ich die Kamera mitgenommen hatte und so einige Fotos schießen konnte. Was mich ganz besonders gefreut hat, dass ich zwei neue Brummer „erwischt“ habe: Eine Sandhummel (selten, gilt als gefährdet und ist auf der Roten Liste) und die Späte Großstirn-Schwebfliege.

Schade, dass sich nicht mehr Menschen für diese erstaunlichen kleinen Tierchen interessieren. Ich freue mich jedes Mal wie ein „Klötzchen“, wenn ich wieder eine neue Spezies entdeckt habe.

Neben der Freude über die vielen Insekten an den Schwarzen Königskerzen hier noch ein kleiner Steckbrief:

Die Schwarze Königskerze ist eine mehrjährige Staude. Die Blütezeit beginnt meist Ende Juni und dauert über mehrere Wochen – oder sogar Monate – an. (Tipp: Schneidet man ein paar Stängel ab, treibt sie sehr schnell wieder durch, mit neuen Blütenständen und man kann so ihre Blühdauer gut verlängern.)

Sie wächst gerne an Wiesen-, Weg- und lichten Waldrändern, die eher trocken sind. Sie liebt die Sonne. Blütenökologisch handelt es sich um eine sog. homogame „Pollen-Scheibenblume“. Nektar gibt es allerdings nur wenig. Sie wird zwischen 50 und 150 cm hoch. Je nach Standort.

Ich habe schon ein paar mal versucht sie durch Samen bei mir im Topf anzusiedeln, leider erfolglos. Ausgraben werde ich keine, das versteht sich von selbst. Zumal das auch sehr schwierig wäre, durch die lange Pfahlwurzel. Vielleicht muss ich mir doch mal eine Pflanze im Gartenmarkt besorgen. Damit ich auch bei mir vor der Haustüre die wunderhübschen gelben Kerzen bewundern und die Insekten in Ruhe beobachten (und fotografieren) kann.



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Blühende Sommerwiesen …

… wild bunte Wegränder und Waldsäume, darum geht es in meinem heutigen Beitrag.

Ich glaube der Jahrhundertsommer 2018 und der ebenfalls sehr heiße, wenn auch nicht ganz so trockene Sommer 2019, hat den Wildblumen sehr gut getan. Ich erinnere mich noch gut, als die Wiesen 2018 kein Fizzelchen Grün mehr hatten, eine Mahd nicht möglich war und die Wildblumen so munter bis in den Oktober hinein blühten und viel Samen bilden konnten. Das ist sicher der Hauptgrund dafür, dass die Wiesen dieses Jahr so ungewöhnlich bunt sind.

Denn normalerweise wachsen dort nur Gras, Gras und noch mehr Gras und ein paar der „üblichen Verdächtigen“ wie Löwenzahn, Wiesen-Schaumkraut, großer Wiesenknopf, Klee und eine Handvoll anderer Wildblumen bzw. -kräuter, die je nach Standort mal mehr, mal weniger häufig anzutreffen sind und mit den oft überdüngten Böden zurecht kommen.

Magerwiesen sind der Wildblume Freund!

Wiesensaum, Wildblumen, Sommer, Sumpfziest, Johanniskraut, Gilbweiderich, Sommerwiese

Dieses Jahr finde ich Kandidaten, die ich sonst nur sehr selten oder höchstens mal auf einer Öko-Wiese, am Wegrand oder auf den geschotterten Wegen finde.

Was mir in den letzten Tagen unter anderem (mal mehr mal weniger Seltenes) vor die Linse kam:

Blut-Weiderich (am Waldrand), Echtes und WiesenLabkraut, Mittlerer Wegerich, Sumpf- und Wald-Ziest, Heidenelken (an einem neuen Standort – insgesamt sehr selten), Sumpfschafgarbe, Johanniskraut, Kuckuckslichtnelke, Klatschmohn (immer öfter in Getreidefeldern bzw. am Ackerrand, sogar in extra angelegten Blühstreifen zwischen den Feldern), Wilde Malven, Gewöhnlicher Gilbweiderich, Bergplatterbse (oder Saatwicke?), Schmalblättriges Weidenröschen, Gewöhnliche Nachtkerze, Wilde Karde, Acker-Witwenblume (-skabiose), Schwarze Königskerze, drei Glockenblumenarten, Wiesenflockenblume, Gewöhnliches Leinkraut, Gewöhnliche Braunelle und erst zum zweiten Mal (in ca. 10 Jahren), das Kappenhelmkraut, Wilde Möhre, Mädesüß, Vogelwicke, Kleines und Großes Springkraut, Wegwarte.

Ein paar Impressionen …

Und, wie ihr euch denken könnt, entdecke ich durch das Mehr an blühenden Wildblumen auch mehr Insekten, einige davon, konnte ich dieses Jahr zum ersten Mal fotografieren. So wird es in den nächsten Tagen noch einen „reinen“ Insektenbeitrag geben und die eine oder andere Wildblume wird auch noch einen eigenen Beitrag erhalten (z.B. der Ziest).

Eine Bitte: Da ich meine Domain „Wilde Schönheiten“ ja gelöscht habe, bitte aktualisiert euren Blogroll, falls ihr mich verlinkt habt. Dankeschön! 🙂

PS: Noch ein Tipp! Lest auch meine Beiträge „Welche Wildblumen blühen im April“, … Mai, Juni, Juli, August?

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Neu entdeckt: Der Trauer-Rosenkäfer

Heute Morgen war mal wieder die Kamera mit zur Gassirunde und es sind mir ein paar – wie ich finde – sehr schöne Aufnahmen gelungen (dürft ihr dann in den nächsten Tagen beurteilen). Jetzt möchte ich euch meine Neuentdeckung zeigen. Es war purer Zufall. Ich mag sehr gerne Bilder mit Schärfe-Unschärfe-Verlauf (wie ihr sicher schon festgestellt habt 😉 ) und hatte in einer Wiese diese schöne Gruppe Wiesenskabiose (bzw. Wiesen-Witwenblume) entdeckt. Da ich ohne Brille etwas blind 😉 bin, habe ich nur gesehen, dass etwas Schwarzes an einer Blüte sitzt.

Bei näherer Betrachtung am Bildschirm, habe ich einen Käfer ausgemacht. Allerdings ein mir vollkommen unbekannter. Also Insektenbuch (Pareys Buch der Insekten ist mir immer eine große Hilfe) rausgekramt und siehe da, ich habe ein seltenes Exemplar gefunden: Den Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta), der hier (Ost-Hessen) lt. meinem Buch und Wikipedia eigentlich gar nicht vorkommt. Der Klimawandel lässt grüßen?!

Kleiner Steckbrief: Er wird ca. 1 cm lang, ist schwarz-glänzend mit unregelmäßigen weißen Punkten. Wikipedia schreibt zur Verbreitung: „… in Nordafrika und dem restlichen Mittelmeerraum, östlich bis Transkaukasien auf Steppenheiden und Kalkböden … in der Nähe von Waldrändern und blütenreichen Wiesen. Sehr selten in Südwestdeutschland.“ Die Rosen-Trauerkäfer sind von Mai bis Juli aktiv.

Immer wieder spannend, was man so entdeckt. 🙂

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Welche Wildblumen blühen im Juli?

Beinahe hätte ich es vergessen, es ist ja schon wieder Monatsende, Zeit „meine“ neun Wildblumen vorzustellen, die im Juli blühen. Wobei ihr das nicht ganz so genau nehmen dürft. Einige blühen auch im August noch oder haben bereits im Juni ihre ersten Blüten geöffnet. Dazu kommt natürlich die Region, die Witterung usw., wie der Blühbeginn ausfällt.

Dies sind meine „Wilden Schönheiten“ im Juli …

(Von links oben: Gelber Steinklee, Wiesenflockenblume, Wilde (mauretanische) Malve (meist findet man die heimische, hellrosa Wilde Malve), Ackerdistel, Schwarze (kleinblütige) Königskerze (dieses Jahr leider sehr selten, weil ständig die Feldränder gemäht werden), Wiesen-Witwenblume (Scabiose), Blutweiderich (ca. ab Mitte Juli, ebenfalls sehr selten dieses Jahr, gleiches Problem wie bei der Königskerze), Nachtviole (eher selten, kenne hier nur zwei Stellen), Echtes Leinkraut.)

Weiterhin blühen u. a. der Odermennig, die >> Wegwarte (die erfreulicherweise immer öfter zu finden ist), >> Wiesen- und Echtes Labkraut (ich liebe den Duft), Kornblumen (hier habe ich noch keine dieses Jahr entdeckt), Kornrade (dto.), div. Kamille-Arten, Ziest, echtes/großes Springkraut (blüht gelb, das Drüsige ist größer und Rosa blühend), Baldrian, Mädesüß. Teilweise blüht auch schon der Rainfarn und die Weidenröschen.

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Welche Wildblumen blühen im Juni?

Da ist er. Der Sommer. Pünktlich zum meteorologischen Sommeranfang. Sommeranfang heißt (auch) für Wildblumen Zeit zum Durchstarten. Es wird auf den Wiesen und Wegrändern immer bunter – sofern noch nicht gemäht wurde (was leider überwiegend der Fall ist).

Wie schon in den vergangenen Monaten, habe ich wieder neun Wildblumen herausgesucht. Bekannte und für den einen oder anderen auch weniger bekannte. Natürlich gibt es weit mehr als diese, die im Juni blühen. Aber ich denke die wichtigsten Vertreter sind dabei.

Von links nach rechts: Schafgarbe (blüht meist weiß, aber auch in Blassrosa kommt sie wild vor), Klatschmohn, Rundblättrige Glockenblume, Heilziest, >> Orangerotes Habichtskraut, Johanniskraut (Blüte beginnt meist um den 21. Juni), Heidenelken sowie Kuckuckslichtnelken und andere >> LichtNelken, Wiesenmagerite, Zottiger Klappertopf.

Weitere Juni-Blüher sind z.B. das Salomonssiegel, div. Storchschnäbel (s. auch Mai), Vogelwicke, >> Lupinen, Rot- und Weißklee, Frauenmantel, Wiesen-Bocksbart, >> Diptam, >>Schwarzer Geißklee.

Wer Lust hat, stöbert einfach ein bisschen in meinem Blog, für mehr Wildblumen-Bilder und Infos zu Wildblumen im Garten.

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