Abschied

Heute habe ich mich entschlossen meinen Blog „WildGruenBunt“ im Jubiläumsjahr (10 Jahre Wilde Schönheiten) zu schließen. Er wird zwar weiterhin sichtbar bleiben, aber es wird keine neuen Beiträge mehr geben.

Zum Abschied eines meiner Highlights der letzten Tage: Die Hornissen-Schwebfliege am Roten Sonnenhut …

Ein paar Worte dazu, warum ich diesen Entschluss gefasst habe: Seit dem Frühjahr, bedingt durch Corona, hatte ich mehr Zeit und auch (wieder) Spaß daran, meinen Blog „Wildeschoenheiten“ neu zu beleben. Etwa zur gleichen Zeit ging es los mit den „Schmuddel“-Werbeanzeigen in den Beiträgen und ich wurde deswegen von Facebook & Co. geblockt, sprich ich konnte keinen Link mehr zu meinem Blog setzen …

Obwohl dadurch die Zugriffszahlen um etwa 20 Prozent zurückgingen, kann ich sagen, dass sie immer noch sehr gut waren. Zwar gab es stets nur wenige Likes, aber auf Pinterest wurden viele meiner Beiträge oft geklickt und gepinnt. So kam z. B. mein Beitrag > „Kapuzinerkresse“ bis heute auf fast 85.000 Besuche! Daran wollte ich mit den neuen Beiträgen anknüpfen. – Dass nicht jeder Beitrag so einschlägt, ist klar! Aber Frau muss ja Ziele haben 😉

Leider wurde nicht mal annähernd etwas daraus. Zum einen sind wg. der Umbenennung in „WildGruenBunt“ (um die Schmuddel-Anzeigen loszuwerden, ein kostenpflichtiger Blog kam nicht in Frage) die Page Impressions und Interaktionen eingebrochen – was natürlich zu erwarten war – aber die Reichweite hat sich auch nach über zwei Monaten nicht im geringsten positiv entwickelt.

Es gibt zwei, drei Beiträge die halbwegs passable Zugriffszahlen haben, aber ansonsten „Tote Hose“. An vielen Tagen kein einziger Besucher! Dass es so einbrechen würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Selbst zu meinen Anfangszeiten vor 10 Jahren sah es besser aus. Zumal ich ja sehr aktiv war, geteilt habe usw. Woran auch immer es genau liegt, ich habe einfach keine Lust mehr, meine Zeit für eine Handvoll Leser zu „vergeuden“. Sorry.

Deshalb ist nun Schluss.

Allen, die mir gefolgt sind, meine Beiträge gerne gelesen haben und hoffentlich auch Interessantes gefunden haben: HERZLICHEN DANK!

Bye, Bye und vielleicht liest, sieht, trifft man sich irgendwo anders. Wer weiß …

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High Noon im Topfgarten

Wie ihr wisst, ist ja heute der >> Insektensommer gestartet. Da ich nicht weiß, ob ich nächste Woche Zeit habe, habe ich mich heute in die Mittagssonne gewagt und natürlich nicht lange ausgehalten – bei 33 Grad im Schatten 😉 … möchte nicht wissen wie viel Grad es in der Sonne waren.

Aber ich habe dennoch einige Fotos geschossen und sogar ein paar Hummeln und Bienen am Roten Sonnenhut „einfangen“ können. Am Bohnenkraut waren ein paar Schwebfliegen und eine winzig kleine Wildbiene. Leider waren beide zu schnell und die Fotos sind völlig unscharf. Am Zitronenstrauch tummelten sich ebenfalls ein paar Hummeln.

Was mir schon seit Tagen auffällt, dass am Sommer-/Schmetterlingsflieder (meiner Vermieterin) kaum Insekten zu sehen sind. Weder Falter noch andere Sechsbeiner. Sehr seltsam, sonst war dort immer viel los und ich konnte vor ein paar Jahren sogar ein >> Taubenschwänzchen fotografieren.

In meinem Wildblumentopf blühen bisher nur ein rosafarbener Mohn, eine winzig kleine Kornblume, weiße Färber-Hundskamille. So ist meine Ausbeute eher mager ausgefallen. Dafür waren gestern viele >> Falter am Sonnenhut.

Ups, fast vergessen: Einen klitzekleinen Achtbeiner habe ich auch entdeckt – am Sonnenhut.

Und, jetzt wünsche ich euch allen ein wunderbares, heiteres Sommerwochenende! 🙂

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Insektensommer

Kennt ihr die Aktion „Insektensommer“ vom >> NABU?

Die Zählung findet vom 31. Juli bis 9. August statt. Schon mal mitgemacht und Insekten gezählt? Ich will es versuchen und hoffe, ich finde die Zeit und Muße eine Stunde Sechsbeiner zu zählen.

Falls es nicht klappt, es steht ja noch der eine oder andere Beitrag aus, in Sachen Insekten-Entdeckungen. 😉 Ich finde es einfach immer wieder spannend, was alles rund um mich herum kreucht und fleucht und hoffe, euch macht es auch ein wenig Spaß meine Entdeckungen zu betrachten und animiert euch bei der nächsten Insektensichtung mal genauer hinzuschauen, vielleicht ein Foto zu machen und zu recherchieren, was ihr entdeckt habt.

Es gibt übrigens eine nette >>App (ebenfalls vom NABU), damit lassen sich zumindest die bekannteren Insekten ziemlich sicher finden.

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Der Rote Sonnenhut

Heute mache ich mal (wieder) eine Ausnahme und stelle eine Staude vor, die nicht in Mitteleuropa/Deutschland heimisch ist, der Rote Sonnenhut. Warum? Weil ich ihn einfach sehr mag, er bei vielen Insekten sehr beliebt ist und meine Topfpflanze dieses Jahr besonders üppig blüht. Vorhin habe ich 29! Blüten/Knospen gezählt (incl. der einen, die Sonntag durch den Gewittersturm abgeknickt ist).

Roter Sonnenhut-und-Biene
Roter Sonnenhut mit Wildbiene

Zwar hat mein Sonnenhut dieses Jahr etwas mit einer Pilz- oder Viruserkranung zu kämpfen (was genau es ist, habe ich noch nicht recherchiert), dennoch blüht er so üppig. Einfach wunderbar. Die ersten Blüten geben allmählich das Insektenfutter (Pollen) frei und so konnte ich bereits die ersten Hummeln, Bienen und Schwebfliegen beobachten. Auch Schmetterlinge mögen ihn.

Mein Sonnenhut wächst in einem Tontopf von ca. 26 cm Innen-Durchmesser. Fast schon wieder zu klein, ich hatte ihn erst letztes Jahr umgetopft, denn er ist ziemlich durchwurzelt. Also wird er nächstes Frühjahr erneut einen größeren Topf bekommen 🙂

Der Rote Sonnenhut (Echinacea purpurea), manchmal auch Purpursonnenhut genannt, stammt aus Nordamerika, wird ca. 80 cm bis 1,20 m hoch. Manchmal auch noch höher (zumindest ausgepflanzt im Garten), er ist recht anspruchslos in der Pflege. Am liebsten hat er volle Sonne (sagt ja schon der Name 😉 ) aber auch Halbschatten ist noch o.k. – wie bei mir. Allerdings ist er mit der Blüte dann später dran. Aber das macht nichts, da momentan bei mir fast nichts anderes blüht. (Der Ziest ist fertig und die Wildblumen fangen gerade erst an, da ich zu spät gesät hatte).

An sehr heißen Tagen braucht die Staude einiges an Wasser (im Topf). Aber Achtung: Keine Staunässe, die Erde sollte durchlässig sein, sonst ist er bald hinüber! Sonnenhungrig aber auch sehr durstig, ein bisschen wie Tomaten – das bringt mich auf die Idee, dass man die beiden sicher gut Vergesellschaften könnte. Der Sonnenhut ist sehr frostsicher, hält auch tiefste Minusgrade aus. Ihr müsst euch also keine Gedanken machen, ob und wie er durch den Winter kommt. Ich schiebe den Topf lediglich an die Hauswand, ansonsten mache ich nichts.

Tipp: Lasst unbedingt die Samenstände bis zum nächsten Frühjahr stehen, die Samen sind sehr beliebt bei unseren gefiederten Freunden.

Blutweiderich mit Wildbiene?, Blutweiderich blühend, violette Wildblume, Rosa Wildblume, wildeschoenheiten.wordpress.comÜbrigens, etwa zur gleichen Zeit wie der Rote Sonnenhut blüht auch der heimische Blutweiderich. Er ist nicht minder hübsch anzusehen und ebenso beliebt bei vielen Insekten. Allerdings mag er es feucht(er). Ob er sich auch im Topf wohlfühlt, will ich nächstes Jahr mal probieren.

Mehr zum Blutweiderich lest ihr in meinem (schon etwas älteren) >> Beitrag.

 

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Neu entdeckt: Kappen-/Sumpfhelmkraut

Oder, genauer gesagt zum zweiten Mal entdeckt.

Blau blühende Wildblume, Kappenhelmkraut, Sumpfhelmkraut
Kappen- bzw. Sumpfhelmkraut

Das Kappen- oder Sumpfhelmkraut habe ich zum ersten Mal vor ein paar Jahren entdeckt: Am Bachrand, der überwiegend in voller Sonne liegt. Allerdings war es nur eine einzige Pflanze und im Folgejahr war sie leider verschwunden. Vielleicht, weil der Sommer 2018 so extrem trocken und heiß war und das Helmkraut einen möglichst dauerhaft feuchten Boden möchte, denn eigentlich ist es mehrjährig.

Vor ein paar Tagen hatte ich das große Glück, an anderer Stelle, ebenfalls am Bachrand sogar zwei Pflanzen zu entdecken. Leider hatte ich die Kamera nicht dabei. Da es sehr windig an dem Tag war, sind die Fotos, die ich mit meinem „Smarty“ gemacht habe leider sehr unscharf. Sollte ich noch einmal Glück haben und der Bachrand wird in nächster Zeit nicht gemäht, dann gibt es noch ein aktuelles „Beweisfoto“ 😉

Laut „Wiki“ ist das Sumpfhelmkraut angeblich weit verbreitet auf der Nordhalbkugel, in Deutschland zuweilen auch „nur“ zerstreut. In meinem schon etwas betagten Buch „Was blüht denn da?“ steht: Selten. Vielleicht ist es hier einfach zu trocken oder es ist (doch) selten … Wie auch immer, ich freue mich immer wie ein Klötzchen ;-), wenn ich etwas Neues entdecke.

Das Helmkraut wird je nach Standort ca. 40-50 cm (manchmal auch weniger) hoch und ist, wie schon erwähnt, ausdauernd. Bienen besuchen die Blüten gerne und sind auch die Hauptbestäuber. Es blüht von Juli bis August. Ein paar weitere Infos >>

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Ein traumhafter Sommermorgen

Das Licht Golden. Sommerwarm. Gleichzeitig klar und strahlend hell. Der Himmel so Blau. Die Luft erfüllt von reifem Getreide. Es summt. Die Vögel zwitschern. So muss Sommer.

Zum Glück hatte ich mich vorgestern entschlossen, die Kamera zur Morgenrunde mitzunehmen. Denn nun sind alle Getreidefelder abgeerntet und meine schönen Motivhintergründe hinüber. Sämtliche Wiesen ringsum – bis auf zwei kleine „Überbleibsel“ – wurden bereits letzte Woche abgemäht und präsentieren sich nun in Steppenbraun …

Nur ein paar Randstreifen sind noch ungemäht und zum Teil an den Bach- und Grabenrändern ist es noch etwas bunt. – Hoffentlich bleiben die Wildblumen dieses Jahr stehen! – Denn es blüht noch viel Blutweiderich (erstklassige Bienenweide!), etwas Mädesüß, ein bisschen Labkraut, Reste vom Johanniskraut und vom Gewöhnlichen Gilbweiderich. An den Wegrändern gibt es noch vereinzelt blühende Wegwarten, Wilde Möhren, Nachtkerzen und Wilde Malven. Die Wilden Karden starten gerade mit der Blüte. Allerdings gibt es davon nur sehr wenige hier.

Auf den erwähnten Wiesen blühen noch Flockenblumen, Wiesen-Skabiose, Glockenblumen, Klee und Schafgarbe. So bleiben den Wildbienen, Hummeln und Faltern wenigstens ein paar Futterquellen. Da Ende Juli auch natürlicherweise viele Wildblumen abgeblüht sind und insgesamt immer weniger Futterquellen zur Verfügung stehen, wäre es umso wichtiger, dass alles was jetzt noch blüht, stehen zu lassen. Sonst leiden die kleinen Sechsbeiner argen Hunger, zeitweise kommt es sogar zum Massensterben bei den Hummeln, weil sie keine Vorräte anlegen wie die Bienen. / Mehr zum Sommerlichen Hummelsterben lest ihr hier >>

Wenn ihr etwas für Hummeln, Bienen & Co. tun wollt, damit sie auch im letzten Sommermonat noch Futter finden, pflanzt/sät (für nächstes Jahr) entsprechende Wildblumen. Was im August blüht, lest ihr in meinem Beitrag >>

Und noch ein >> Tipp für Spätsommer- und Herbstblüher im Garten, die auch Futter für viele Insekten bieten und zudem unsere Augen erfreuen.

 

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Warum Disteln in keinem Garten fehlen sollten

Und, das nicht nur in Natur- oder naturnahen Gärten!

Es ist ja so, die meisten Menschen mögen keine Disteln. Durchaus nachvollziehbar. Sie sind stachelig und damit sehr unangenehm, wenn man mit in ihnen in Kontakt kommt. Und sie neigen dazu sich gerne über den ganzen Garten zu verbreiten 😉

Aber, sie sind auch wunderschön. Die Ackerkratzdistel betört zudem mit einem wunderbaren Duft. Und das Wichtigste: Sie liefern vielen Insekten (Hummeln, Wildbienen, Käfern, Schwebfliegen, Faltern) Futter. Zudem bieten einige Arten auch leckeren Samen, der bei einigen Vögeln (z. B. dem Distelfink) sehr beliebt ist. Ganz besonders die Samen der Wilden Karde.

Sind das nicht genug Gründe, Disteln in den (naturnahen) Garten zu holen? Ihr könnt sie ja in einer sonnigen Ecke, etwas abseits säen/pflanzen, am besten vergesellschaftet mit anderen heimischen Wildblumen. Die Tierwelt wird es euch danken.

Lest gerne auch meinen kleinen Beitrag >> „Insektentankstelle Ackerkratzdistel“, den ich bereits vor einiger Zeit verfasst habe.

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Fast schon Dauergäste: „Unsere“ Weißstörche

Bisher habe ich ja überwiegend über unsere kleinen Tierchen berichtet, heute sind mal (wieder) die großen an der Reihe: Weißstörche.

Zum ersten Mal konnten wir hier am Ortsrand im August 2011 eine große Gruppe (ca. 40 Tiere) >> Weißstörche bestaunen. Das war eine kleine Sensation und lockte viele Leute aus dem Ort an, um diese wunderschönen, großen Vögel zu beobachten. In den Folgejahren tauchte immer mal ein einzelner Storch auf. Wurden die Wiesen ringsum gemäht, kamen auch ein paar mehr zur gleichen Zeit, um sich den Bauch mit leckeren, kleinen Eiweißhappen zu füllen.

Und dieses Jahr sind sie seit ein paar Wochen fast Dauergäste. Nur zirka eine Woche haben sie sich nicht blicken lassen. Aber seit Freitag sind sie wieder da. Zumeist sind es vier Tiere, wovon eines beringt ist. Oft waren sogar sieben oder acht Vögel gleichzeitig zu Besuch.

Woher „unsere“ Störche kommen, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Ich weiß nur, dass in zwei Nachbarorten weche brüteten und rund um >> Lindheim (Storchenkamera) gibt es seit vielen Jahren eine größere Anzahl. How ever. Ich freue mich immer, wenn sie zu uns kommen und ich sie beobachten kann. – Im Gegensatz zu den >> Schwarzstörchen, sind sie ja nicht scheu und somit sehr dankbare Fotomodelle 😉 Dennoch gehe ich nie zu nah ran.

Lest gerne auch diesen Beitrag >> https://wildgruenbunt.wordpress.com/2016/05/27/der-klapperstorch-war-zu-besuch/  // Und hier noch ein paar Fotos aus 2017 …

Update: 15. Juli 2020 – Heute Abend waren es zum ersten Mal zehn Tiere. Drei waren kleiner, als die übrigen, ganz offensichtlich Nachwuchs 🙂

Update 18. Juli 2020 …
Die Bilder „im Flug“ sind leider etwas unscharf, denn ich musste schnell abdrücken, da ein Auto kam und ich mitten auf der Straße stand zum Fotografieren …

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Teil 3 Terrassengarten-Inventur: Fruchtpflanzen

Würde ich über meine diesjährigen Fruchtpflanzen schreiben, wäre ich schnell fertig, denn zum ersten Mal seit zehn Jahren habe ich nur ein paar „Nasch“-Erdbeeren, vier spontan gepflanzte Kartoffeln (sie waren gekeimt) und die Heidelbeere, die dieses Jahr exakt drei (!) Beeren trägt.

Wie das? Nun, ich hatte in den ersten zwei/zweieinhalb Monaten des Jahres so viel mit meinem Business zu tun, dass ich den optimalen Zeitpunkt zum Anziehen von Chilipflanzen und Paprika schlicht versäumt habe. Für Tomaten hätte ich noch Zeit gehabt, als ich wieder etwas Luft hatte, aber meine Samen waren wohl zu alt und/oder nicht optimal gelagert und versagten kläglich beim Keimtest Mitte März.

Tomaten selbser ziehen, Tomatensämlinge
Tomaten und Basilikum, Anzucht auf der Fensterbank

Und dann kam Corona und machte mir endgültig einen Strich durch die Rechnung. – Ich komme nur sehr schlecht mit der Maskenpflicht klar. – Es kostet mich schon enorm viel Überwindung, meinen Wocheneinkauf damit zu erledigen und hatte/habe einfach keine Lust und Motivation, das Ding noch länger zu tragen, um damit in den Gartenbaumarkt zu fahren. Zumal, das eine Mal, das ich dennoch dort war, war das Angebot an Frucht-Pflanzen sehr bescheiden, die Qualität so lala …

Andererseits, vielleicht hätte ich auch ohne Corona dieses Jahr nichts gesät/gepflanzt. Vieles wächst nicht mehr wirklich gut – die Krux mit dem Topfgärtnern –  irgendwann hilft auch der beste Dünger nicht mehr. Die Erde ist ausgelaugt, die Wurzeln haben keinen Platz mehr. Und Umtopfen – vor allem von größeren Pflanzen – eine mühsame Angelegenheit, die ich noch nie wirklich gerne gemacht habe. Im Garten ist das etwas Anderes, das Pflanzen, Anlegen von Beeten, Gestalten … Hach ja … ein Garten, das wäre schön. 80 oder 100 qm würden mir schon reichen … Nun denn. Ist nicht und wird wohl auch in absehbarer Zeit nichts damit.

Fruchtpflanzen: Was im Topf wächst …

Bisher im Topf kultiviert habe ich an ausdauernden Pflanzen: Erdbeeren (je ein kleiner und großer Balkonkasten), Kulturheidelbeere, Johannisbeere und Cranberries (die bereits im zweiten Jahr eingegangen sind).

Einjährige: ca. 10 Tomatensorten (Wildtomaten, Cocktailtomaten, Fleischtomaten, Salattomaten), ca. 8-10 Chilisorten (von Habanero über Türkische Pepperoni bis Cayenne), Spitz-, Tomaten- und Blockpaprika, vier Sorten Auberginen, Zucchini, Stangen- und Buschbohnen, Süßkartoffeln, Spinat, Feldsalat, Ur-Karotten, Kartoffeln, Physalis, Kohlrabi, Fenchel, Lauchzwiebeln, Lauch, Erbsen, Mangold, Snackgurken und sogar Zuckermais, der immerhin zwei Kolben hervorbrachte (als Starkzehrer hätte er sicher einen noch viel größeren Topf gebraucht).

 

Mit zwei Erdbeerpflanzen habe ich vor drei Jahren angefangen. Dann bekamen die beiden so viele „Kindel“ von denen ich die kräftigsten Ende August abgenommen habe und in einen langen Balkonkasten gepflanzt habe, sie stehen jetzt im zweiten Jahr und sehen leider – wie vieles andere auch – etwas mickrig aus. Dennoch habe ich genauso viele Früchte wie 2019 geerntet, gut 800 Gramm. Nicht viel. Aber immerhin hat es für einige leckere Erdbeer-Müslis gereicht.

Nun sind alle Beeren gegessen und warte jetzt auf die Kindel (die alten Pflanzen werde ich entsorgen), die ich in frische Erde eintopfen will und hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder gesunde und vielleicht ein paar Gramm mehr Erdbeeren ernten kann.

Meine Kulturheidelbeere ist dieses Jahr ein einziges Trauerspiel. Ich habe sie nun schon etliche Jahre (ich denke sicher schon sieben oder acht Jahre) und sie wurde jedes Jahr größer und blühte und fruchtete jedes Jahr mehr. 2018 und 2019 konnte ich jeweils knapp zwei Kilo Heidelbeeren ernten. Für eine Solitärpflanze im Topf finde ich die Menge klasse.

Kulturheidelbeeren

Letztes Frühjahr habe ich sie vor der Blüte umgetopft, weil sie ziemlich durchwurzelt war, was ihr offenbar auch gut tat. Sie sah gesund aus und lieferte ja auch tüchtig Früchte. Als dieses Frühjahr die ersten Triebspitzen zu sehen waren, freute ich mich schon auf eine erneut gute Ernte. Aber daraus wurde nichts. Der Austrieb war mickrig, es gab nur ein paar einzelne Blüten (die ich an zwei Händen abzählen konnte) aus denen, die schon erwähnten drei Beeren wuchsen. Gedüngt habe ich wie letztes Jahr. Die Erde gelockert. Mäßig gegossen, gleicher Standort. Aber sie ist bis jetzt nicht in die Gänge gekommen. Zudem leidet sie jetzt auch noch an Chlorose, die unterschiedliche Ursachen haben kann. Was genau das Problem oder ob es eine Kombination aus div. Faktoren ist, ich weiß es nicht. Auch mein >> Naturdünger zeigt bisher keinerlei positive Wirkung.

Vielleicht schneide ich sie im Herbst (wobei man das eigentlich nicht oder nur sehr selten machen soll) und setze sie wie die ErdbeerKindel in komplett frische, neue Erde. Mal sehen. Einfach aufgeben möchte ich sie nicht.

Da ich euch nicht mit ellenlangen Gemüsestories langweilen will, noch ein paar Erfahrungen kurz und knapp: Super im Topf sind stets alle Arten von Chili und Paprika gewachsen, Auberginen auch (da wir ja seit Jahren sehr warme Sommer haben), am besten die „Schlangen“- und Thai-Auberginen. Tomaten waren bis auf die Buschtomaten alle bestens (mein Tipp für’s Pflanzgefäß: nehmt Pflanztaschen, dort wachsen sie besonders gut und ihr könnt sicher sein, dass der Wind sie nicht umkippt.

Möhren und Kohlrabi waren ganz o.k., aber der Topf hatte wohl etwas zu wenig Tiefe. Stangenbohnen gehen super, wenn sie windgeschützt stehen. Zu viel Wind und Sonne und die Blätter verbrennen und brauchen dann lange, bis sie sich wieder erholen. Aus einem Tontopf mit ca. 38 cm Durchmesser und ca. 8-10 Bohnenkernen habe ich 2018 ca. 1,5 Kilo Bohnen geerntet. 2019 deutlich weniger, weil der gewählte Standort zu sonnig und windig war. Gerankt sind sie an extra langen Tomatenstäben. Erbsen sind uninteressant für den Kübel, zu wenig Ausbeute, fällt eher in die Kategorie Liebhaberei 😉

Fenchel geht gut, wenn man ihn zu richtigen Zeit pflanzt. Ansonsten schosst er schnell. Mangold ging auch gut. Die Gurken waren o.k., jedoch funktioniert nicht jede Sorte gleich gut. Am besten war eine Snackgurke, die ich an einem Rankgerüst wachsen ließ. Halbschattig und windgeschützt aufgestellt.

 

Johannisbeere
Rote Johannisbeere im Topf

Süßkartoffeln lassen sich auch sehr gut im Topf anbauen. Allerdings sollte das Pflanzgefäß sehr geräumig sein. Ich hatte eine Bio-Knolle wie einen Avocadokern mit drei Zahnstochern ins Wasser gehängt und gewartet bis viele kleine Triebe und Wurzeln zu sehen waren und dann das komplette „Teil“ zur Hälfte die Erde gesetzt. Sie wuchs sehr schnell und rankte munter an Tomatenstäben empor. Vor dem ersten Frost leerte ich den Topf aus und freute mich über eine recht ansehnliche Ernte. Die meisten Knollen waren zwar recht klein (zu kleiner Topf), aber es zeigt, es geht.

Last but not least: Meine Rote Johannisbeere. Sie tauchte ohne mein Zutun irgendwann im „Rosentopf“ auf. Zuerst dachte ich, es ist eine Blutjohannisbeere, aber es stellte sich nach (ich denke es waren zwei Jahre) heraus, dass es eine Rote Johannisbeere ist. Wie sie bei mir gelandet ist? Keine Ahnung. Ich habe sie gehegt und gepflegt und vor zwei Jahren konnte ich eine gute Handvoll Beeren ernten. Und letztes Jahr fing sie an zu kränkeln. Dazu kamen noch Raupen in Massen, die in kürzester Zeit fast die komplette Pflanze kahlgefressen hatten. Dieses Elend mochte ich nicht mehr sehen, gab sie auf und schnitt im Herbst bis auf eine Handbreit alles ab und wollte sie dieses Frühjahr mit der Grünschnittabholung entsorgen.

Tja und was macht das dusselige Ding? Genau. Es treibt wieder aus, mit schönen kräftigen Blättern. Also darf sie bleiben und werde sie zusammen mit den anderen Beeren im Herbst umtopfen und ihr noch mal eine Chance geben.

Und, das Leckerste zum Schluss, ein paar Ernte-Impressionen …

 

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