Insektensommer Teil 1: Schmetterlinge …

… und eine Libelle.

Findet ihr die kleinen Tierchen auch so spannend? Ich ja. Und, weil das so ist, konnte ich kürzlich nicht wiederstehen und habe mir GEOkompakt – Das geheime Leben der Insekten (Werbung, unbeauftragt und unbezahlt!) gekauft. Davon inspiriert, gibt es nun in lockerer Folge einige Beiträge aus dem Insektenreich.

Das eine oder andere war mir nicht ganz neu, aber ich habe auch noch viel Neues dazugelernt. Und dann diese Hammerbilder. Wirklich erstaunliche kleine Kreaturen, in jeder Hinsicht.

Heute habe ich angefangen, mein aus allen Nähten platzendes Bildarchiv aufzuräumen und tatsächlich den einen oder anderen Flattermann gefunden, der mir gar nicht mehr präsent war. Damit es nicht zu viel auf einmal wird, habe ich mich zu einer „Insektensommer-Serie“ entschlossen.

Teil 1 – Falter und Libelle(n). Teil 2 – Käfer, Wanzen & Co., Teil 3 – Bienen & Hummeln. Teil 4: Fliegen, Teil 5 – Grashüpfer/Heuschrecken und in Teil 6 werde ich den Spinnen widmen (ja, richtig, das sind keine Insekten, aber auch kleine Krabbler).

Und das sind meine Falter-Entdeckungen der letzten 10 Jahre. Es fehlen noch Bilder vom: Zitronenfalter, Weißes C, Bläuling, Aurorafalter, Dukatenfalter, Feuerfalter und der Blauen Azurjungfer (= 21 Falterarten + 2 Raupen, 2 Libellen). Wenn ich sie finde, liefere ich sie nach. – Bzw. mir fällt gerade ein, für das >> Weiße C hatte ich sogar mal einen kleinen Beitrag geschrieben und auch für den >> Kaisermantel.

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Heidrun’s extra scharf-wilde Roggenvollkorn-Tomatenpizza

Heute wird es mal kulinarisch. Zwar ist meine Tomatenpizza (und der Beilagensalat) überwiegend mit „normalen“ Zutaten zubereitet, aber es kommen auch (je nach Verfügbarkeit) ein paar wilde Sachen dazu, wie Wilde Rauke, wilder Majoran, Giersch, Brennnessel und wenn ich habe (dieses Jahr leider nicht) Wilde Tomaten (z. B. Golden Currant oder Rote Murmel).

Rezept extra scharfe Tomatenpizza mit Roggenvollkornteig - © wildgruenbunt

Mein Rezept ergibt 4 Portionen/ist für ein Standard-Backblech.

Zutaten für den Hefeteig:

130 g Roggenvollkornmehl
70 g Weizenmehl (Type 1050)
½ Würfel frische Hefe (od. Trockenhefe – Gehzeit ist dann länger)
1 TL Meersalz
1 TL Zucker
1 EL Olivenöl und
ca. 150 ml lauwarmes Wasser

Wie Hefeteig geht, wisst ihr ja, oder?!

Für die Gehzeit plant eine gute Stunde oder mehr ein.

Zutaten für den  Belag:

1 EL Tomatenmark
ca. 80 g Frischkäse eurer Wahl (ich nehme einen schlanken „Balance“)
1 große (ca. 250 g) aromatische Fleischtomate
ca. 125-150 g Wild- oder Cocktailtomaten
2-3 Frühlingszwiebeln
1 große Knoblauchzehe
1 grüne, scharfe Chilischote (oder Pepperoni, wenn es milder sein soll)
ca. 40 g Parmesankäse (am Stück)
Gewürze/Kräuter: Meersalz, schwarzer, frisch gemahlener Pfeffer, Cayennepfeffer, Agavendicksaft oder Zucker, etwas edelsüßes Paprikapulver, Oregano,
2 kl. Stängel Rosmarin, ein paar Stiele Thymian, ein paar Blätter Giersch und/oder Brennnesselblätter, Basilikum (oder Rauke) und evtl. etwas Fleur de Sel

Zubereitung:

Ist der Hefeteig schön aufgegangen, gebt ihn auf ein Backblech mit Backpapier oder einer –matte. Einfach mit den Händen grob auseinander drücken/ziehen und dann auf Backblechgröße ausrollen (keinen Rand formen).

Jetzt den Frischkäse, Tomatenmark, feingehackte Knoblauchzehe, ca. ½ TL Salz, 1 TL Oregano, Schwarzen und Cayennepfeffer, Paprika verrühren, abschmecken (es sollte ordentlich Feuer haben) und gleichmäßig auf den Teig streichen.

Extra scharfe Tomaten-Vollkornpizza, Rezept von © wildgruenbunt

Die Fleischtomate in sehr dünne Scheiben schneiden, Cocktail- oder Wildtomaten (je nach Größe) halbieren. Beide Tomatensorten gleichmäßig auf dem Teig verteilen. Frühlingszwiebeln und Chilischote (entkernt) in dünne Ringe/Steifen schneiden und beides gleichmäßig auf der Pizza verteilen. Jetzt den Parmesan (oder anderen Hartkäse) grob raspeln sowie klein gehackten Rosmarin und Thymian (und/oder Wildkräuter) aufstreuen. Zum Schluss noch ein paar Tropfen Olivenöl und Agavendicksaft darüber träufeln und …

… bei 220 Grad (keine Umluft) ca. 12-13 Min. auf der mittleren Schiene backen.

Vor dem Servieren mit einigen grob gerupften Basilikumblättern und etwas Fleur de Sel betreuen. Statt Basilikum könnt ihr auch Wilde Rauke nach dem Backen aufstreuen.

Bon Appetit!

PS: Als Beilage hatte ich heute einen einfachen Romanasalat mit einer Vinaigrette aus Zitronensaft, Olivenöl, 1 Spritzer Agavendicksaft, Salz, Pfeffer und div. Kräutern (Borretsch, Schnittlauch, Liebstöckel, Estragon, Wilde Rauke) und Frühlingszwiebelringen.

Kräuter Topfgarten, für Tomatenpizza und Salat
Rosmarin, Thymian, Liebstöckel, Borretsch, wilde Rauke
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Ökologisch Topfgärtnern: Erde, Dünger, Pflanzgefäße

Ein kleiner Erfahrungsbericht von meinem Topf-/Terrassengarten.

Topfpflanzen optimal zu versorgen, ist etwas anspruchsvoller als bei Gartenpflanzen. Warum? Durch den begrenzten Raum im Topf wirken sich „unpassende“ Erde, Nährstoffdefizite bzw. Überdüngung einfach schneller und unter Umständen gravierender aus, als im Garten.

Terrassengarten, Gärtnern in Töpfen, Topfgarten im Sommer

Ich pflanze ausschließlich in torffreie BioErde. Für meine „Südländer“ wie Rosmarin, Salbei und Thymian, mische ich ein paar kleine Steinchen unter die Erde und gemörserte, getrocknete Eierschalen. Auf den Topfboden gebe ich als Dränageschicht entweder zerkleinerte Tonscherben (von aufgefrorenen Tontöpfen) oder unterschiedlich kleine Steine (oder Hydrokulturkügelchen).

Vor ein paar Jahren hatte ich testweise einen Sack Terra Preta (Werbung, unbeauftragt & unbezahlt) gekauft und unter die Erde einiger Pflanzen gemischt. Das tat ihnen sichtlich gut. Die Feuchtigkeit hielt sich länger und die Pflanzen sahen besonders gesund und kräftig aus. Auch hatte ich den Eindruck, dass die Erde weniger schnell auslaugt & austrocknet, die Erde über einige Jahre eine gute Struktur behält. Leider ist Terra Preta ziemlich teuer.

Ein weiterer Versuch war es, Laubkompost selber herzustellen. Da ich keinen großen Aufwand und Investition für einen Komposter betreiben wollte und auch nicht genug Platz habe, habe ich im Herbst einfach das Laub von meinen Pflanzen zusammengekehrt und als Winterschutz auf den Töpfen verteilt. Im Frühjahr alles runtergesammelt und einfach in einen „Gelben Sack“ gefüllt. Diesen habe ich locker mit einem aufgelegten Stein verschlossen und ein Jahr lang sich selbst überlassen. Letzten Sommer habe ich das Ganze inspiziert und für gut befunden und etwas vom Kompost beim Umtopfen zur gekauften Erde gegeben. Einen besonderen positiven Effekt habe ich nicht festgestellt. Aber auch keinen negativen.

RegenwurmWas ich gerne probieren möchte, ist Wurmkompost und will mich hier mal durchschmökern >>

Gedüngt habe ich bis 2019 ausschließlich mit Neudorff-Gartendünger (Werbung, unbeauftragt, unbezahlt). Da da „mein“ GartenBaumarkt ihn nicht (mehr) führt, bin ich auf ein Bio-Produkt mit Schafwolle ausgewichen, das mich leider nicht wirklich überzeugt hat. Es ist für Töpfe (da eigentlich für Hochbeete gedacht) schwer genau zu dosieren (>> s. Ziest) und passt auch nicht für alle Pflanzen von der Zusammensetzung her. Die Tomaten waren 2019 allerdings wirklich wunderbar geworden.

Entweder werde ich nächstes Jahr meinen für gut befundenen Biodünger im Internet bestellen oder versuche ausschließlich mit meinem selbsthergestellten Naturdünger zu düngen. Dafür sammele ich Kaffeesatz, Bananen- und Eierschalen (alles Bio). Mische das Ganze, gebe etwas Wasser dazu und dann ab in den Mixer bis eine schöne homogene Masse entstanden ist. Manche Leute geben die Pampe direkt auf die Erde. Das mache ich nicht, weil es dann doch manchmal schimmelt. Ich verteile die Masse auf einem alten Backblech und lasse es trocknen. Wenn ich den Backofen verwende, schiebe ich das Blech nach Benutzung rein, um die Restwärme zu nutzen, dann geht es schneller.

Naturdünger selber herstellen, Kaffeesatz, Eierschalen, Bananenschalen
Naturdünger selbstgemacht aus: Kaffeesatz, Bananen- und Eierschalen

Was die Dosierung angeht, habe ich kein exaktes Rezept. Ich gebe (dieses Jahr) seit Anfang Mai alle paar Wochen ein paar Löffel davon auf alle Töpfe.

Ein weiteres Experiment steht noch aus: Das Granulat Aqua Crystal (ein Wasserspeicher) wurde mir vor einer Weile (unaufgefordert) zugeschickt. Ich habe mich auf der Website informiert und bin etwas unsicher, ob ich es wirkich testen soll, weil es kein Naturstoff ist.

Auf der Website steht: „Aqua Crystal ist ein hochabsorbierendes anionisches Polyacrylamidpolymer. Es ist ein vernetztes Copolymer bestehend aus Acrylamid und Kaliumacrylat, das wasserunlöslich ist. Polyacrylate sind von Natur aus nicht toxisch, nicht reizend und nicht korrosiv. Tests haben ergeben, dass sie mit einer Abbaurate von 10% bis 15% pro Jahr biologisch abbaubar sind. Sie zeigen ein hohes Wasserabsorptionspotential und können 95% davon durch den Saugdruck der Pflanzenwurzeln freisetzen.“

Kennt ihr das? Schon mal verwendet? Wie steht ihr dazu?

Pflanzgefäße: Die meisten meiner Pflanzen wachsen in Tontöpfen, ein paar auch in Kunststofftöpfen, diese habe ich vor allem für Pflanzen die etwas mehr Wasser benötigen, weil die Erde einfach nicht so schnell austrocknet wie bei einem Tontopf. Und dann kaufte ich mir – als Test – vor ein paar Jahren Pflanztaschen aus recyceltem Kunststoff für meine Tomaten. Eine sehr gute Investition. Denn endlich kippten meine Tomaten nicht bei jedem Wind um und sie wuchsen auch insgsamt besser. Leider lösen sie sich jetzt, da ich die Pflanztaschen ganzjährig draußen lasse, langsam auf. Kann sie dennoch empfehlen – auch für andere Pflanzen. Wer Platz hat, einfach im Herbst Erde entfernen und im Haus lagern. So solltet ihr sie viele Jahre nutzen können.

Ups, jetzt hätte ich fast die Pflanzenbrühen/-jauchen vergessen. Wie ihr sie ansetzt, dazu gibt es ja genug Quellen im Netz. Aber, was nicht jeder weiß, nicht nur Brennesseln und Schachtelhalm sind tolle Wildkräuter für Pflanzenstärkungsmittel, auch Giersch eignet sich hervorragend – falls ihr den >> Giersch nicht einfach aufesst 😉

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Giersch zum (Fr)essen gern haben

Update: 5. Juli 2020

Fragt man einen (Hobby-)Gärtner nach Giersch, wird er vermutlich erst einmal stöhnen oder sogar die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Denn Giersch ist wohl eines der hartnäckigsten und meist gehassten Wild(un-)kräuter. Zu Unrecht.

Giersch blühend, Ideen mit Giersch, Giersch essenRichtig ist, Giersch wuchert besonders an halbschattigen/schattigen und eher feuchten Stellen immens. Die vielen langen verzweigten Wurzelausläufer machen es in der Tat schwer, dem Grünen „Monster“ 😉 Einhalt zu gebieten.

Bevor man dem ungeliebten Wildkraut jedoch versucht den Garaus zu machen, möchte ich einmal die guten Seiten des Giersch beleuchten. Ihr glaubt nicht, dass Giersch auch gute Seiten hat? Na, dann lest unbedingt weiter.

Doch zuerst ein kleiner Steckbrief: Aegopodium podagraria gehört zu der Gruppe der Doldenblütengewächse, ist mehrjährig und kann bis ca. 90 cm hoch werden (je nach Standort und Nährstoffangebot). Die weißen Doldenblüten erscheinen etwa ab Mai. Die Blüte kann bis in den Juli andauern. Wie schon erwähnt, man findet den Giersch vor allem an eher schattigen und leicht feuchten Stellen. Wie zum Beispiel am Waldrand, in Hecken und Gebüschen. Und eben auch im Garten, hier besonders gerne auf nährstoffreichen Böden.

Nun zu den guten Seiten des Giersch.

Giersch einfach aufessen.

Aus Giersch lässt sich Salat, Spinat, ein grüner Smoothie oder eine grüne Suppe zubereiten. Auch im (Wild-)kräuter-Quark, in würzigen Pfannkuchen macht er eine gute Figur. Entweder solo oder zusammen mit anderen wilden oder „zahmen“ Kräutern und Salaten.

Ein Rezept zum probieren: Giersch-Pfannkuchen (Für 2 Personen)

Zutaten: 200 g Mehl, 2 Eigelb, ein guter ¼ Liter Milch (od. Milchgetränk eurer Wahl), Meersalz, 2 Eiweiß, 4 – 5 Eßl. (möglichst) junge Gierschblätter (gewaschen und feingeschnitten), Öl zum Ausbacken.

Zubereitung: Alle Zutaten – außer Eiweiß und Giersch – gut verrühren und den Teig etwa eine halbe Stunde ruhen lassen. Dann die Gierschblätter unterrühren. Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unterziehen. Im heißen Fett Pfannkuchen goldbraun backen. Lecker dazu ist ein Joghurtdip (mit Knobi) oder ein frischer Salat (mit Wildkräutern, gerne auch hier mit Giersch).

Heilsamer Giersch

In alten Kräuterbüchern wird davon berichtet, dass Giersch unter anderem für Umschläge bei Gicht verwendet wurde und als Tee bei Ischias und Rheuma.  In der Volksmedizin galt der Giersch ebenfalls als Heilmittel bei Gicht sowie bei Durchfall und als Wundmittel wurde er ebenfalls verwendet. Heute findet Giersch jedoch keine Verwendung mehr. Dafür aber umso mehr in der Wildkräuterküche.

Giersch im Frühling
Giersch: Erste Triebe im Frühling

Und nicht vergessen will ich, dass ihr Giersch – ebenso wie Brennnesseln – für eine Pflanzenjauche/-brühe zur Pflanzenstärkung verwenden kann!

Wächst der Giersch euch dann noch immer über den Kopf 😉 dann steckt am besten mit einem Spaten einen Bereich ab, in dem der Giersch wachsen darf (denn viele Insekten lieben seine Blüten). Baut eine Wurzelsperre z. B. aus alten Ziegeln oder anderen natürlichen Materialien ein – was ihr eben gerade zur Verfügung habt – je tiefer umso besser und schneidet ihn vor der Blüte, spätestens kurz vor Samenreife, damit er sich nicht zusätzlich zu den Wurzelausläufern auch über den Samen vermehrt.

Giersch, Wildkraut zum essenAlles was außerhalb des geduldeten Gierschbereichs wuchert, lockert ihr am besten tiefgründig mit der Grabgabel und zieht vorsichtig die Wurzelstücke heraus. Je gründlicher ihr arbeitet umso eher bekommt ihr den Wucherer in den Griff. Wenn ihr dann hin und wieder das Procedere wiederholt, wird nicht mehr viel übrig sein und ihr könnt ihn vielleicht sogar nahezu ganz loswerden – so ihr das denn wollt.

Etwas Zeit lässt sich übrigens sparen, indem man eine dicke Mulchschicht (oder dunkle Folie) einige Zeit auf dem zu befreienden Bereich legt. So findet ihr schneller die Wurzel-Kindel und könnt Sie nach dem Lockern relativ leicht herausziehen – wie oben beschrieben.

Giersch im Topf

Wer keinen Giersch im Garten hat (oder haben möchte), aber gerne einmal das Wildkraut versuchen will, empfehle ich die Kultur im Topf. So hat er keine Chance sich auszubreiten und vielleicht sogar den Nachbarn zu ärgern. Er lässt sich ja ganz easy mit einem Wurzelstückchen oder Samen kultivieren.

Ach ja, Giersch ist auch gut für die Fitness: Das kontinuierliche Jäten hält fit 😉

Und, habe ich zu viel versprochen? Gar nicht so übel der Giersch, oder?

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Blühende Sommerwiesen …

… wild bunte Wegränder und Waldsäume, darum geht es in meinem heutigen Beitrag.

Ich glaube der Jahrhundertsommer 2018 und der ebenfalls sehr heiße, wenn auch nicht ganz so trockene Sommer 2019, hat den Wildblumen sehr gut getan. Ich erinnere mich noch gut, als die Wiesen 2018 kein Fizzelchen Grün mehr hatten, eine Mahd nicht möglich war und die Wildblumen so munter bis in den Oktober hinein blühten und viel Samen bilden konnten. Das ist sicher der Hauptgrund dafür, dass die Wiesen dieses Jahr so ungewöhnlich bunt sind.

Denn normalerweise wachsen dort nur Gras, Gras und noch mehr Gras und ein paar der „üblichen Verdächtigen“ wie Löwenzahn, Wiesen-Schaumkraut, großer Wiesenknopf, Klee und eine Handvoll anderer Wildblumen bzw. -kräuter, die je nach Standort mal mehr, mal weniger häufig anzutreffen sind und mit den oft überdüngten Böden zurecht kommen.

Magerwiesen sind der Wildblume Freund!

Wiesensaum, Wildblumen, Sommer, Sumpfziest, Johanniskraut, Gilbweiderich, Sommerwiese

Dieses Jahr finde ich Kandidaten, die ich sonst nur sehr selten oder höchstens mal auf einer Öko-Wiese, am Wegrand oder auf den geschotterten Wegen finde.

Was mir in den letzten Tagen unter anderem (mal mehr mal weniger Seltenes) vor die Linse kam:

Blut-Weiderich (am Waldrand), Echtes und WiesenLabkraut, Mittlerer Wegerich, Sumpf- und Wald-Ziest, Heidenelken (an einem neuen Standort – insgesamt sehr selten), Sumpfschafgarbe, Johanniskraut, Kuckuckslichtnelke, Klatschmohn (immer öfter in Getreidefeldern bzw. am Ackerrand, sogar in extra angelegten Blühstreifen zwischen den Feldern), Wilde Malven, Gewöhnlicher Gilbweiderich, Bergplatterbse (oder Saatwicke?), Schmalblättriges Weidenröschen, Gewöhnliche Nachtkerze, Wilde Karde, Acker-Witwenblume (-skabiose), Schwarze Königskerze, drei Glockenblumenarten, Wiesenflockenblume, Gewöhnliches Leinkraut, Gewöhnliche Braunelle und erst zum zweiten Mal (in ca. 10 Jahren), das Kappenhelmkraut, Wilde Möhre, Mädesüß, Vogelwicke, Kleines und Großes Springkraut, Wegwarte.

Ein paar Impressionen …

Und, wie ihr euch denken könnt, entdecke ich durch das Mehr an blühenden Wildblumen auch mehr Insekten, einige davon, konnte ich dieses Jahr zum ersten Mal fotografieren. So wird es in den nächsten Tagen noch einen „reinen“ Insektenbeitrag geben und die eine oder andere Wildblume wird auch noch einen eigenen Beitrag erhalten (z.B. der Ziest).

Eine Bitte: Da ich meine Domain „Wilde Schönheiten“ ja gelöscht habe, bitte aktualisiert euren Blogroll, falls ihr mich verlinkt habt. Dankeschön! 🙂

PS: Noch ein Tipp! Lest auch meine Beiträge „Welche Wildblumen blühen im April“, … Mai, Juni, Juli, August?

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Inventur Terrassengarten Teil 2 – Blühpflanzen

Wie versprochen, hier kommt Teil 2 meiner Inventur, heute: Blühpflanzen.

Zurzeit wachsen bei mir: Roter Sonnenhut, >> Diptam (Brennender Busch), Echter Ziest, Rose de Resht (die zusammen mit einer mir unbekannten Rose in einem Topf wächst), Hundsrose, Hängepolster- und Pfirsichblättrige Glockenblume, Herbstaster, Chrysantheme, Christrose, Frauenmantel, Stinkender Storchschnabel, Australisches Gänseblümchen (eigentlich 1-jährig, hat überwintert und blüht wieder), >> Schwarzer Geißklee, Wildblumen-Mix (noch offen, was es alles wird), >> Akelei, Mauerpfeffer, Hauswurz, Zymbelkraut, Klatschmohn, Glockenheide & Erika und Frauenmantel.

23 verschiedene Blühpflanzen in
ca. 26 Töpfen/Kästen (zum Teil mit anderen Pflanzen in Gesellschaft).

Wenn das Grün in meinem Terrassengarten auch überwiegt, es blüht fast das ganze Jahr etwas.

Leider verabschieden sich immer wieder Pflanzen. Sei es durch Spätfröste, die oft begrenzte Lebensdauer im Topf und hin und wieder wohl auch Pflegefehler oder Schädlinge, die manchen Pflanzen so zusetzen, dass sie die Segel streichen, wie zum Beispiel mein Buchsbäumchen (Zünsler) letztes Jahr. – Gegen Schädlinge gehe ich nicht vor – höchstens mal ne kräftige Dusche. Was nicht robust genug ist oder wenn nicht genügend Feinde der Schädlinge da sind, dann ist es eben so. Auch mit Hausmittelchen, wie verdünnte Frischmilch bei Krautfäule oder Mehltau, habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Was nicht will, wird eben nicht mehr gepflanzt. 🙂 (Zum Thema Dünger kommt die Tage noch ein extra Beitrag.)

Verabschiedet haben sich über die Jahre (soweit ich mich erinnere): Jakobsleiter, Zistrose, Lavendel, Rainfarn, >> Orchideen-Primel, Blattgeranie (wuchterte unförmig/sparrig und hatte noch nicht mal Miniblüten, auch der angeblich zitronige Duft lies sehr zu wünschen übrig (so habe ich sie nach zwei Jahren einfach erfrieren lassen … sorry), Agastasche (hatte ich vor allem als Blühpflanze für die Bienen), >> Erdrauch, Wiesenglockenblume, Johanniskraut, Echte Gemswurz, Osterglocken (Tete a Tete), Wildtulpen, Echte Schlüsselblume, Dahlie, Canna, Islandmohn, Bechermalve, einjährige Astern, Primeln, Ginster, Karthäusernelke, Cosmée und >> Kapuzinerkresse (für mich in erster Linie Blühpflanze, aber auch als Gewürz- und Heilkraut toll (Samen sind d. J. schon wieder nicht gekeimt, obwohl es frisches Saatgut war).

Und, ein paar Kandidaten möchte ich wieder etwas genauer beleuchten.

Der Rote Sonnenhut macht mir dieses Jahr etwas Kummer. Ich denke es ist ein Pilz, der meine Staude befallen hat. Sie hat sehr viele gelbe Blätter bekommen, die zudem braune Flecken haben/hatten. Inzwischen ist es weniger geworden und die Blütenknospen sind erkennbar. Da ich nur ein paar Stunden Sonne vorm Haus habe, sind sie immer etwas spät dran mit dem Blühen.

Meinen Ziest habe ich wohl etwas zu viel Dünger verpasst 😉 Er hat lange Zeit nur riesige Blätter entwickelt, aber jetzt legt er los. Ich hatte schon die Befürchtung, dass der „Allzweck-Bio-Dünger“ zu viel Stickstoff hat und er nur Blätter treibt. Noch mal Glück gehabt. 🙂

Meine Akeleien sind fast alle verschwunden, es gefiel ihnen wohl nicht so recht bei mir. Aber eine hat im Erdbeerkasten überlebt und eine noch sehr kleine fand ich heute zwischen den Glockenblumen … (s. u.)

Sommergruß-von der Terrasse mit noch mehr Glockenblumen, Terrassengarten, Hängepolster-Glockenblumen

Die Hängepolster-Glockenblumen sind zwar sehr schön und auch die Hummeln lieben sie, aber mir wird das langsam zu viel. Sie tauchen überall auf. In allen Töpfen, in den Pflasterfugen und verdrängen leider (vor allem in meinen Töpfen) andere Blühpflanzen, wie z.B. die Akeleien. Selbst die Pfefferminzen bedrängen sie sehr stark, so dass ich beschlossen habe, sobald sie abgeblüht sind, werde ich bis auf ein, zwei Töpfe alle „entsorgen“, damit die Blütenvielfalt (wieder) besser wird. Denn im Steingarten meiner Vermieterin wachsen noch immer mehr als genug von diesen Glockenblumen, ganze Teppiche in Blau.

Im vergangenen Jahr fand ich in einem Kräutertopf plötzlich eine Hundsrose und habe beschlossen, sie darf bleiben und habe sie in einen eigenen Topf gepflanzt und siehe da, bereits nach einem Jahr hat sie mir zwei Blüten geschenkt. Zu ihr gesellt hat sich übrigens eine Brennessel, die auch bleiben darf. Ich hole mir immer mal ein paar Blätter für meinen Kräutertee.

Ein weiterer Problemfall ist die Herbstaster. Als Zwerg-Herbstaster verkauft, wuchs sie bereits im Folgejahr zu einer normalgroßen Staude heran. Leider sind sie ja für Mehltau recht anfällig. Was mich eigentlich nicht weiter stört. Aber sie ist auch sehr blühfaul. Nur in einem Jahr (s. Foto in der Galerie) sah sie recht gut aus. Ich denke, sie bekommt einfach zu wenig Sonne und für den Topf ist die Staude vielleicht doch nicht so ideal. Ich schaue es mir dieses Jahr noch mal an und dann entscheide ich, was mit ihr passiert. Entweder ich teile sie und topfe sie neu ein oder sie „fliegt“ nächstes Jahr raus und hole mir stattdessen vielleicht noch mal eine Jakobsleiter.

Und zu guter letzt noch der >> Klatschmohn. Er ist irgendwann zwischen den Pflasterfugen aufgetaucht und kommt inzwischen jedes Jahr wieder. Allerdings sind es dieses Jahr deutlich weniger Pflanzen, als in den letzten beiden Jahren. Lustigerweise haben sich die kräftigsten Pflanzen in dem wirklich nur sehr kleinen Topf mit dem Geißklee-Ableger eingefunden. Natürlich dürfen sie bleiben, bis der Samen reif ist und dann streue ich ihn aus. Bin gespannt, wo die roten Leuchten nächstes Jahr auftauchen.

Was mir positiv aufgefallen ist, dass der Klatschmohn im Feld und an Wegrändern jedes Jahr mehr wird. Love it!

Ups, fast vergessen, bis auf ein paar Ausnahmen (Chrysantheme, gefüllte Rosen), stehen alle Blühpflanzen bei div. Insekten hoch im Kurs!

Der nächste Inventur-Beitrag wird sich um Fruchtpflanzen drehen, die bei mir dieses Jahr ein Schattendasein führen. Es gibt nur Erdbeeren und spontan ausgepflanzte Kartoffeln.

Weiterlesen "Inventur Terrassengarten Teil 2 – Blühpflanzen"

Himmelsfeuer

Ich gebe es offen zu, ich liebe kitschige Sonnenuntergänge, am liebsten kombiniert mit dramatischen Wolken.

Ja, ihr habt Recht, eigentlich haben Wolken nichts mit Wildblumen/-kräuter oder ökologischem Topfgärtnern zu tun. Aber Wetter, Sonne, Regen, der Himmel, Wolken gehören ja auch irgendwie dazu …

*****

Genießt den herrlichen Sommerabend.

Die laue Sommerluft, den Duft nach reifwerdendem Getreide.
Vielleicht nascht ihr ein paar Früchte aus euren Gärten,
lauscht den „Grillen“, beobachtet die Wolken, den Mond und die Sterne.

Atmet tief ein und wieder aus und lasst alles einfach „nur“ sein.

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Schwebfliegen fliegen auf Acker-Winden

Ja, es gibt schon wieder kleine Tierchen zum Gucken 😉

Bisher sind mir an den Ackerwinden kaum Insekten bzw. Schwebfliegen aufgefallen, nur hin und wieder Falter, wie zum Beispiel dieser hier (ist das ein Fleckleib-Labkrautspanner?), den ich vor ein paar Jahren vor die Linse bekommen habe.

Schachbrett Falter an Ackerwinde

Heute Morgen, auf der Suche nach ein paar neuen Fotomotiven, fiel mein Blick unter anderem auf die Acker-Winden, ich hatte gar nicht damit gerechnet etwas Interessantes zu entdecken und dachte zuerst, oh da sind ja Bienen an den Blüten. Die Kamera draufgehalten, herangezoomt und siehe da: Es waren keine Bienen, sondern allesamt Schwebfliegen. Drei verschiedene Arten sogar, die ich euch gerne zeigen möchte …

Apropos Fliegen, div. Fliegenarten waren letztes Jahr ganz hin und weg von meinen Minzen >>

Noch ein Wort zur Ackerwinde. Ich mag sie ja sehr, vor allem wegen der hübschen weiß-rosa Blüten. Wie ich erfahren habe, fungieren zwar viele Insekten als Bestäuber, aber nur die Spiralhornbiene ist auf Windengewächse spezialisiert. Sie wälzen sich in den Blüten, um an den Nektar zu kommen. Wieder etwas gelernt, so spannend. – Da muss ich demnächst die Winden wohl mal genauer inspizieren, vielleicht bekomme ich sogar eine >> Spiralhornbiene vor die Linse. 🙂 Übrigens: Sehr viele Wildbienenarten sind extrem spezialisiert. Manche besuchen nur eine einzige Wildblume.

Hier noch die Echte Zaunwinde zum Vergleich …

Zaunwinde
Blüten Reinweiß und größer als die der Ackerwinde

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Neue Entdeckungen: Aus dem Insektenreich

Und schon wieder zwei Neuentdeckungen :-), beides am Waldrand.

1. Der Braunkolbige Dickkopffalter (Thymelicus sylvestris) auf einer Wiesenflockenblume.

Braunkolbiger Dickkopffalter, Tagfalter, Falter orange, © wildpeppermint-design.de

Dieser hübsche Tagfalter hat eine Spannweite von ca. 3 cm, also eine eher kleine Art. Sie sitzen gerne auf Flockenblumen (Centaurea) – wo ich ihn auch gefunden habe – und naschen dort vom Nektar. Sie sind von Ende Juni bis August anzutreffen. Mehr zum Dickkopffalter lest ihr hier >>

und

2. Der Gefleckte Schmalbock (Rutpela maculata) an einer Flatter-Binse.

GefleckterSchmalbock, Bockkäfer gelb-schwarz, Käfer am Waldrand, © wildpepeprmint-design.de

Der Schmalbock wird ca. 14 bis 20 mm groß und ist von Juni bis August an Waldrändern (wo ich ihn entdeckt habe) und in lichten Wäldern oder Lichtungen zu finden. Die Zeichnung der Flügeldecken kann variabel sein. Am besten erkennt man ihn an den gelb-schwarz geringelten Fühlern. Wie ich lese, ist die Art ist noch recht häufig.

Leider hatte ich nur mein Smartphone dabei, also sorry für die nicht so tolle Bildqualität.

PS: Auch entdeckt, legger Wilde Himbeeren. Die ihr auf dem Foto seht, sind jetzt alle in meinem Bauch 😉

Wilde Himbeeren, Waldhimbeeren, am Waldrand Himbeeren

 

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