Selbstgemacht: Wilder Brombeer-Likör

Heute wird es kulinarisch bei WILD.GRÜN.BUNT.

Mein vor gut acht Wochen angesetzter Wildbrombeer-Likör ist fertig. Ich sag’s euch, der ist so was von köstlich, ich könnte glatt so ’ne kleine Flasche leertrinken 😉 Und der Duft vom Trester in der Küche. Himmlisch. Aber: Keine Bange, als Foodie und Genießerin werde ich mir nur hin und wieder an trüben Tagen ein kleines Gläschen (nach dem Abendessen) gönnen.

Selbstgemachter Wildbrombeer-Likör

Es war übrigens eine Premiere. Ich habe außer einem Würzwein vor einigen Jahren noch nie Likör angesetzt. Da es dieses Jahr so unglaublich viele Brombeeren gab und ich schon zig Gläser Konfitüre und Kompott eingekocht hatte, habe ich mich an den Likör getraut. Das wird nächstes Jahr sicher wiederholt.

Das Rezept, falls es euch interessiert, kann ich leider nicht mehr exakt wiedergeben, war eine Mischung aus Eigenkreation und Rezept (hab’s blöderweise nicht notiert :-/ ): Wodka, trockener Bio-Rotwein, 1 Zimtstange, etwas Vanille, brauner Kandis.

Und hier noch das Etikett (natürlich von mir gestaltet) in Original-Format …





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Hagebutten, lecker und gesund

Gestern habe ich die erste Hagebutten-Konfitüre meines Lebens gekocht. Kaum zu glauben, aber wahr. Ich habe schon alle möglichen Wildfrüchte in meiner Küche verarbeitet. Brombeeren und Holunder. Auch Kornelkirschen, Berberitze, Weißdornfrüchte und die besonders leckeren Felsenbirnen. Seltsam, dass ich noch nie Hagebutten zu Konfitüre oder Mus verarbeitet habe, nur getrocknet für Tee …

Aber, wie heißt es so schön, besser spät als nie 😉

Über drei Tage habe ich Hagebutten gesammelt. Immer nur ein paar Hände voll, weil mein felltragender Mitarbeiter zurzeit sehr verliebt ist und ihm die Geduld fehlt länger zu warten, bis Frauchen genug Hagebutten gepflückt hat. So war die Menge etwas knapp mit rund 700 Gramm. Geplant hatte ich etwas das doppelte, damit es nach dem Durchdrehen durch die Flotte Lotte ungefähr ein Kilogramm Fruchtmasse ergeben hätte.

Nun ja, vielleicht klappt es und ich kann später noch einmal eine größere Portion sammeln und zu einer zweiten Portion leckerer und gesunder Konfitüre verarbeiten.

So habe ich die Konfitüre gekocht. Zuerst das Mus

  1. Hagebutten waschen und Stiel- und Blütenansatz abschneiden
  2. Hagebutten mit Wasser aufkochen (Früchte knapp mit Wasser bedeckt)
  3. Bei reduzierter Hitze ca. 35-40 Minuten kochen lassen, bis die Früchte schön weich sind, hin und wieder umrühren und evtl. noch etwas Wasser zufügen
  4. Dann alles in die Flotte Lotte geben und drehen, drehen, drehen … puh, da braucht man schon ein paar Mucki’s 😉
  5. Entweder das pure Mus abfüllen – hält sich ein paar Tage im Kühlschrank oder ihr macht es wie ich und macht Konfitüre davon.

Mein Rezept für Hagebutten-Konfitüre

Zum Mus (ca. 500 g) habe ich 150 ml naturtrüben Apfelsaft gegeben, 200 g Gelierzucker (2:1) und den Saft einer halben Zitrone. 2 Minuten rührend gekocht und abgefüllt. Übrigens, falls ihr es nicht wisst, die Gläser muss man nicht umdrehen. Das ist völlig überflüssig! So spart ihr euch die Konfitüre im Deckel.

Ich fand die Mischung perfekt so. Nicht zu süß und vom Apfelsaft schmeckt man eigentlich nichts. Den hatte ich auch nur deshalb dazu gegeben, weil das Mus doch sehr kompakt war. Ich hätte auch Wasser nehmen können, aber so ist noch etwas mehr Vitaminpower im Glas.

Den Trester (Kerne und kleinere Fruchtstückchen) habe ich auf ein Backblech verteilt und zusammen – auf weiteren Blechen – mit Apfelschalen, Zitronenzucker und ein paar Kräutern im Backofen langsam trocknen lassen.

Der getrocknete Trester wird dann zu Hagebuttenkern-Tee für die kalte Jahreszeit. Ach ja, fast vergessen, einen kleinen Teil vom Trester habe ich mit Apfelessig angesetzt. – Der Hagebutten-Essig müsste gut zu fruchtigen Herbst-/Winter-Salaten passen. Bin gespannt.

Und zum Schluss noch ein paar Worte zu den Vorzügen von Hunds- bzw. Heckenrosen/Hagebutten: Die Blüten sind eine erstklassige Nahrungsquelle für viele Insekten. Der bewehrte Strauch ist ein sehr gutes Vogelschutzgehölz und sehr wüchsig. Ich kenne Hunds- bzw. Heckenrosen, die ca. vier Meter hochgeklettert sind, z. B. bis hoch in die Krone einer Walnuss. Die Hagebutten dienen Vögeln als Nahrungsquelle im Herbst und Winter.

Hagebutten sind wahre Vitaminbomben.

Hagebutten strotzen nur so vor Vitamin C und weiteren Vitaminen und Mineralien. Auch in den Kernen. Wer eine Presse hat, könnte sogar Hagebuttenöl pressen. Wenn ihr es genau wissen wollt, diese Vitamine und Mineralstoffe stecken in den Hagebutten >>

Falls ihr noch keine Hunds- oder Heckenrose im Garten habt oder eine der anderen Wildrosen, die Hagebutten tragen, macht ein Plätzchen frei. Sie ist/sind auf jeden Fall eine Bereicherung. Bei mir wächst übrigens eine Hundsrose im Topf, die sich selber gesät hat und letztes Jahr die ersten drei, vier Hagebutten hatte.

Dies dürfte eine Heckenrose (Rosa corymbifera) sein.

Last but not least, hier noch ein älterer Beitrag >> „Wildrosen – Charmant, robust, vielseitig

PS: Die Hundsrose (Rosa canina) ist nicht dasselbe wie die Heckenrose (Rosa corymbifera). Beide Rosen sind aber heimisch und tragen Hagebutten. Sie unterscheiden sich nur leicht in der Blütengröße und -Farbe und bei den Stacheln. Wer mag, liest z. B. bei „Wiki“ nach >>

Update 4. Okt. 2021
Gestern hatte ich Hilfe beim Hagebutten sammeln. Und so habe ich noch einmal eine etwas größere Portion Hagebuttenmus (gesüßt) gekocht. Dieses Mal mit Vanille. Sehr lecker. Und heute eine kleine Food-Fotoübung angehängt … 🙂

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Heidrun’s extra scharf-wilde Roggenvollkorn-Tomatenpizza

Heute wird es mal kulinarisch. Zwar ist meine Tomatenpizza (und der Beilagensalat) überwiegend mit „normalen“ Zutaten zubereitet, aber es kommen auch (je nach Verfügbarkeit) ein paar wilde Sachen dazu, wie Wilde Rauke, wilder Majoran, Giersch, Brennnessel und wenn ich habe (dieses Jahr leider nicht) Wilde Tomaten (z. B. Golden Currant oder Rote Murmel).

Rezept extra scharfe Tomatenpizza mit Roggenvollkornteig - © wildgruenbunt

Mein Rezept ergibt 4 Portionen/ist für ein Standard-Backblech.

Zutaten für den Hefeteig:

130 g Roggenvollkornmehl
70 g Weizenmehl (Type 1050)
½ Würfel frische Hefe (od. Trockenhefe – Gehzeit ist dann länger)
1 TL Meersalz
1 TL Zucker
1 EL Olivenöl und
ca. 150 ml lauwarmes Wasser

Wie Hefeteig geht, wisst ihr ja, oder?!

Für die Gehzeit plant eine gute Stunde oder mehr ein.

Zutaten für den  Belag:

1 EL Tomatenmark
ca. 80 g Frischkäse eurer Wahl (ich nehme einen schlanken „Balance“)
1 große (ca. 250 g) aromatische Fleischtomate
ca. 125-150 g Wild- oder Cocktailtomaten
2-3 Frühlingszwiebeln
1 große Knoblauchzehe
1 grüne, scharfe Chilischote (oder Pepperoni, wenn es milder sein soll)
ca. 40 g Parmesankäse (am Stück)
Gewürze/Kräuter: Meersalz, schwarzer, frisch gemahlener Pfeffer, Cayennepfeffer, Agavendicksaft oder Zucker, etwas edelsüßes Paprikapulver, Oregano,
2 kl. Stängel Rosmarin, ein paar Stiele Thymian, ein paar Blätter Giersch und/oder Brennnesselblätter, Basilikum (oder Rauke) und evtl. etwas Fleur de Sel

Zubereitung:

Ist der Hefeteig schön aufgegangen, gebt ihn auf ein Backblech mit Backpapier oder einer –matte. Einfach mit den Händen grob auseinander drücken/ziehen und dann auf Backblechgröße ausrollen (keinen Rand formen).

Jetzt den Frischkäse, Tomatenmark, feingehackte Knoblauchzehe, ca. ½ TL Salz, 1 TL Oregano, Schwarzen und Cayennepfeffer, Paprika verrühren, abschmecken (es sollte ordentlich Feuer haben) und gleichmäßig auf den Teig streichen.

Extra scharfe Tomaten-Vollkornpizza, Rezept von © wildgruenbunt

Die Fleischtomate in sehr dünne Scheiben schneiden, Cocktail- oder Wildtomaten (je nach Größe) halbieren. Beide Tomatensorten gleichmäßig auf dem Teig verteilen. Frühlingszwiebeln und Chilischote (entkernt) in dünne Ringe/Steifen schneiden und beides gleichmäßig auf der Pizza verteilen. Jetzt den Parmesan (oder anderen Hartkäse) grob raspeln sowie klein gehackten Rosmarin und Thymian (und/oder Wildkräuter) aufstreuen. Zum Schluss noch ein paar Tropfen Olivenöl und Agavendicksaft darüber träufeln und …

… bei 220 Grad (keine Umluft) ca. 12-13 Min. auf der mittleren Schiene backen.

Vor dem Servieren mit einigen grob gerupften Basilikumblättern und etwas Fleur de Sel betreuen. Statt Basilikum könnt ihr auch Wilde Rauke nach dem Backen aufstreuen.

Bon Appetit!

PS: Als Beilage hatte ich heute einen einfachen Romanasalat mit einer Vinaigrette aus Zitronensaft, Olivenöl, 1 Spritzer Agavendicksaft, Salz, Pfeffer und div. Kräutern (Borretsch, Schnittlauch, Liebstöckel, Estragon, Wilde Rauke) und Frühlingszwiebelringen.

Kräuter Topfgarten, für Tomatenpizza und Salat
Rosmarin, Thymian, Liebstöckel, Borretsch, wilde Rauke

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Giersch zum (Fr)essen gern haben

Update: 5. Juli 2020

Fragt man einen (Hobby-)Gärtner nach Giersch, wird er vermutlich erst einmal stöhnen oder sogar die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Denn Giersch ist wohl eines der hartnäckigsten und meist gehassten Wild(un-)kräuter. Zu Unrecht.

Giersch blühend, Ideen mit Giersch, Giersch essenRichtig ist, Giersch wuchert besonders an halbschattigen/schattigen und eher feuchten Stellen immens. Die vielen langen verzweigten Wurzelausläufer machen es in der Tat schwer, dem Grünen „Monster“ 😉 Einhalt zu gebieten.

Bevor man dem ungeliebten Wildkraut jedoch versucht den Garaus zu machen, möchte ich einmal die guten Seiten des Giersch beleuchten. Ihr glaubt nicht, dass Giersch auch gute Seiten hat? Na, dann lest unbedingt weiter.

Doch zuerst ein kleiner Steckbrief: Aegopodium podagraria gehört zu der Gruppe der Doldenblütengewächse, ist mehrjährig und kann bis ca. 90 cm hoch werden (je nach Standort und Nährstoffangebot). Die weißen Doldenblüten erscheinen etwa ab Mai. Die Blüte kann bis in den Juli andauern. Wie schon erwähnt, man findet den Giersch vor allem an eher schattigen und leicht feuchten Stellen. Wie zum Beispiel am Waldrand, in Hecken und Gebüschen. Und eben auch im Garten, hier besonders gerne auf nährstoffreichen Böden.

Nun zu den guten Seiten des Giersch.

Giersch einfach aufessen.

Aus Giersch lässt sich Salat, Spinat, ein grüner Smoothie oder eine grüne Suppe zubereiten. Auch im (Wild-)kräuter-Quark, in würzigen Pfannkuchen macht er eine gute Figur. Entweder solo oder zusammen mit anderen wilden oder „zahmen“ Kräutern und Salaten.

Ein Rezept zum probieren: Giersch-Pfannkuchen (Für 2 Personen)

Zutaten: 200 g Mehl, 2 Eigelb, ein guter ¼ Liter Milch (od. Milchgetränk eurer Wahl), Meersalz, 2 Eiweiß, 4 – 5 Eßl. (möglichst) junge Gierschblätter (gewaschen und feingeschnitten), Öl zum Ausbacken.

Zubereitung: Alle Zutaten – außer Eiweiß und Giersch – gut verrühren und den Teig etwa eine halbe Stunde ruhen lassen. Dann die Gierschblätter unterrühren. Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unterziehen. Im heißen Fett Pfannkuchen goldbraun backen. Lecker dazu ist ein Joghurtdip (mit Knobi) oder ein frischer Salat (mit Wildkräutern, gerne auch hier mit Giersch).

Heilsamer Giersch

In alten Kräuterbüchern wird davon berichtet, dass Giersch unter anderem für Umschläge bei Gicht verwendet wurde und als Tee bei Ischias und Rheuma.  In der Volksmedizin galt der Giersch ebenfalls als Heilmittel bei Gicht sowie bei Durchfall und als Wundmittel wurde er ebenfalls verwendet. Heute findet Giersch jedoch keine Verwendung mehr. Dafür aber umso mehr in der Wildkräuterküche.

Giersch im Frühling
Giersch: Erste Triebe im Frühling

Und nicht vergessen will ich, dass ihr Giersch – ebenso wie Brennnesseln – für eine Pflanzenjauche/-brühe zur Pflanzenstärkung verwenden kann!

Wächst der Giersch euch dann noch immer über den Kopf 😉 dann steckt am besten mit einem Spaten einen Bereich ab, in dem der Giersch wachsen darf (denn viele Insekten lieben seine Blüten). Baut eine Wurzelsperre z. B. aus alten Ziegeln oder anderen natürlichen Materialien ein – was ihr eben gerade zur Verfügung habt – je tiefer umso besser und schneidet ihn vor der Blüte, spätestens kurz vor Samenreife, damit er sich nicht zusätzlich zu den Wurzelausläufern auch über den Samen vermehrt.

Giersch, Wildkraut zum essenAlles was außerhalb des geduldeten Gierschbereichs wuchert, lockert ihr am besten tiefgründig mit der Grabgabel und zieht vorsichtig die Wurzelstücke heraus. Je gründlicher ihr arbeitet umso eher bekommt ihr den Wucherer in den Griff. Wenn ihr dann hin und wieder das Procedere wiederholt, wird nicht mehr viel übrig sein und ihr könnt ihn vielleicht sogar nahezu ganz loswerden – so ihr das denn wollt.

Etwas Zeit lässt sich übrigens sparen, indem man eine dicke Mulchschicht (oder dunkle Folie) einige Zeit auf dem zu befreienden Bereich legt. So findet ihr schneller die Wurzel-Kindel und könnt Sie nach dem Lockern relativ leicht herausziehen – wie oben beschrieben.

Giersch im Topf

Wer keinen Giersch im Garten hat (oder haben möchte), aber gerne einmal das Wildkraut versuchen will, empfehle ich die Kultur im Topf. So hat er keine Chance sich auszubreiten und vielleicht sogar den Nachbarn zu ärgern. Er lässt sich ja ganz easy mit einem Wurzelstückchen oder Samen kultivieren.

Ach ja, Giersch ist auch gut für die Fitness: Das kontinuierliche Jäten hält fit 😉

Und, habe ich zu viel versprochen? Gar nicht so übel der Giersch, oder?

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Aus meinem KräuterReich: Der Kardamom

Hallo Ihr Lieben, da bin ich schon wieder 😉 Heute ein Gruß aus meinem KräuterReich. Vor ein paar Tagen hatte ich meine >> Kräuterpflanzen ja schon etwas näher beschrieben bzw. mein Leid mit einigen Kandidaten geklagt 😉

Kennt ihr Kardamom? Die kleinen Samenkapseln wahrscheinlich schon, oder? – Bei uns sehr beliebt in der Weihnachtsbäckerei. – Kennt ihr auch die Pflanze dazu? Ich habe dieses Prachtexemplar nun schon viele Jahre. Im Winter leidet er immer etwas, da ich keinen wirklich optimalen Standort habe, aber bis zum Frühsommer erholt er sich stets und sieht dann bis zum ersten Frost sehr fein aus. Dann muss er wieder ins Haus, da er null Frosttoleranz hat.

Kardamom, grüner Kardamom, Blattkardamom
Mein ca. 10-jähriger Kardamom, im Kübel in der Sommerfrische (halbschattig), mit ein paar Macken vom Hagel

Kleiner Steckbrief: Der Kardamom (Elettaria cardamomum) gehört zu den Ingwergewächsen. In seiner Heimat wächst er 2 bis 3 Meter in die Höhe. Die Pflanze, die ihr auf dem Foto seht, ist einen guten Meter hoch und fast genauso breit. Der Kardamom bildet Rhizome, so dass man ihn leicht vermehren kann. Testweise habe ich im Frühjahr einen Ableger eingetopft, der allerdings (noch) nicht so richtig will. Na ja, ein Versuch und vielleicht wird er ja noch. So schnell gebe ich ihn nicht auf.

Standort und Verwendung: Am liebsten hat er es feucht (aber nicht nass) und warm und steht halbschattig oder schattig, jedoch nie in der direkten Sonne, die Blätter verbrennen sehr schnell! Blüten (und damit Samen) wird er in unseren Breiten leider keine ansetzen, dafür braucht es eine dauerhaft hohe Temperatur und gleichzeitig genügend Tageslicht, soweit ich weiß. Aber das ist nicht schlimm, denn die Blätter haben auch ein wunderbares, zimtähnliches Aroma, wovon man einen leckeren Tee machen kann. Ich gebe gerne ein Blatt zu meinem Grüntee oder mische ihn mit anderen Kräutern, die ich mag – z. B. mit Blättern vom Zitronenstrauch.

Als Gewürz werden die Samen(kapseln) verwendet. Heilwirkungen sollen sie auch haben, besonders bei Verdauungsproblemen.

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Was mache ich mit Rosmarin?

Nach meinem >> Lavendel-Beitrag, bleibe ich noch ein bisschen bei den mediterranen Gewächsen. Wie ihr sicher wisst, wächst Rosmarin im Mittelmeerraum wild und das bis zu zwei Meter hoch. Meine zwei „Kleinen“ sind von solchen Maßen weit entfernt. Aber das reicht auch so 😉

Der ältere Strauch, ca. 5 Jahre alt, misst ca 55 – 60 cm Höhe. Der Kleinere, letztes Jahr gekauft, weil ich dachte mir geht der andere ein (er war völlig durchlöchert von der Weißen Fliege und mickerte arg vor sich hin), ca. 30 cm hoch. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, woran es liegt, aber dieses Jahr ist der ältere Strauch ganz wunderbar saftig grün und der kleine sieht jetzt so ähnlich aus wie der Große 2019. Beide habe ich aufgrund des milden Winters nicht ins Haus geholt und uneingepackt an der Hauswand überwintern lassen.

Weshalb ich heute auf den Rosmarin komme? Nun, es ist eines meiner absoluten Lieblingskräutlein und habe gestern, da Gewitter vorhergesagt waren und es auch die nächsten Tage eher feucht werden soll, meine beiden Pflanzen beerntet. Das heißt, ich habe sie um ca. 6-7 cm eingekürzt.

Rosmarin, blühend

Etwa die Hälfte habe ich zu Rosmarinsalz verarbeitet. Einige Stängel sind in meinem mediterranen Kräuteröl gelandet und den Rest trockne ich pur.

Das Rosmarinsalz mache ich wie folgt: Variante 1 – ca. 1 Teil Rosmarinnadeln und schneide sie klein, aber nicht zu fein. Gebe 3 Teile gutes Meersalz dazu, mische es und trockne das Ganze auf einem Backblech bei ca. 50 Grad im Ofen. Wenn alles trocken ist, kommt die Mischung in den Mixer und anschließend in ein Schraubglas.

Rosmarin für Kräutersalz und Kräuter-Würz-Öl

Variante 2: Das Mischungsverhältnis ist ebenfalls 1:3. Allerdings mit Fleur de Sel. Diese Mischung lasse ich nur trocknen (wie vor) und verwende dieses Salz sie gerne für leckere Rosmarinkartoffeln.

Meine Mischung für das mediterrane Kräuterwürzöl: 3-4 Stängel Rosmarin, 7-8 Stängel Thymian (gerne mit Blüten), zwei hauchdünne Bio-Zitronenschalen (mit dem Sparschäler geschält, damit nichts von der weißen Haut dabei ist, sonst wird das Ganze bitter), 1-2 Knoblauchzehen und ein wenig grob gemörserte, getrocknete Chilischoten (ich habe Habanero verwendet).

Sämtliche Zutaten in eine saubere, trockene Glasflasche füllen und mit gutem Olivenöl auffüllen, so das alles gut bedeckt ist. Einmal kräftig durchschütteln und an einem hellen Ort ca. 14 Tage stehen lassen. Hin und wieder kurz aufschütteln. Nach den zwei Wochen Ziehzeit, gieße ich das Öl einen Papierkaffeefilter in eine ebenfalls saubere, trockene (hübsche) Flasche.

Ich mag dieses Kräuterwüzröl sehr gerne zu Grillgemüse(salat) oder einfach ein wenig davon auf getoastetes (oder kurz gegrilltes) Vollkornbrot, eine Prise Fleur de Sel drüber, dazu ein Tomatensalat. Einfach, schnell gemacht und sehr lecker.

Den Steckbrief spare ich mir, da es ja ohnehin genug Input im Netz gibt. Was die Kultur im Topf angeht: Schaut in meinen Lavendel-Beitrag. Der Rosmarin hat im Grunde die gleichen Wünsche an die Erde, Standort usw. mit einem Unterschied, er ist deutlich frostempfindlicher. Wenn es kälter als -5 Grad wird und das über längeren Zeitraum, holt ihn besser ins Haus. am besten an einen kühlen, hellen Ort.

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Die Knoblauchsrauke

Blüte ernten kannst, schmecken fast wie Peperoni und wenn du sie in Öl eingelegst, so hast du ein tolles und scharfes Gewürz für deine Salate oder für Pasta. Die schwarzen, komplett ausgereiften Samen (etwas später geerntet)sind auch scharf. Früher bekannt als „Wilder Pfeffer“ kannst du sie getrocknet – wie den normalen schwarzen Pfeffer auch – […]

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Frühjahrskur mit Wildkräutern

Habt ihr es gestern auch so empfunden, man konnte den Frühling fast schon fühlen 😉 Jeden Tag ist es nun spürbar länger hell und immer mehr Grün und dicke Blattknospen entdecke ich tagtäglich. Zum Beispiel haben Wildrosen an geschützten Stellen schon erste Triebe geschoben, Primeln, Winterlinge, Schneeglöckchen, Krokusse blühen und auch die Haselsträucher. Sogar meine […]

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