Selbstaussaat im Topf: Schlafmohn

Auch so etwas passiert, wenn man die >> Natur machen lässt. Dann siedeln sich auch solche eigentlich verbotenen (zumindest diese gewissen 😉 Sorten) Gäste im (Topf-)Garten an: Der Schlafmohn.

Schlafmohn (Papaver somniferum) wird schon seit mehreren tausend Jahren kultiviert. Ursprünglich kommt er aus dem Mittelmeerraum. Man kann also sagen, dass der Schlafmohn eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt ist. – Er ist übrigens „Giftpflanze“ des Jahres 2021! – Wer ihn in größerem Stil anbauen möchte, muss es genehmigen lassen. Gegen meine zwei Pflanzen wird sicher niemand etwas haben. 🙂

Es gibt zum Beispiel in Hessen ein Anbaugebiet zur Backmohn-Gewinnung (das sind extra morphinarme Sorten). Der Ort fällt mir aber gerade nicht ein. In Österreich wird er sogar im größeren Stil angebaut, was ich super finde, denn ich liebe Mohnkuchen in allen Variationen und so ist der Nachschub sichergestellt 😉

PS: Leider wird der Saft auch noch immer in Afghanistan und einigen anderen Ländern in Zentralasien zur Opium-Gewinnung angebaut. Das ist weniger schön.

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Neues aus meinem Topfgarten

Fast Mitte Juni und es wird täglich bunter in meinem kleinen Topfgarten. Die Blüten werden mehr und die Bienchen und Hummelchen freuen sich zurzeit (noch) an den Akeleien und am Stinkenden Storchschnabel, an den Thymianblüten und seit ein paar Tagen an den Blüten des Balkan-Storchschnabels. Die Kuckuckslichtnelke in meinem Wildblumenkübel blüht und der >> Diptam hat heute die ersten Blüten geöffnet – auch hier sind vor allem Hummeln am Werk.

Bald werden sich die Glockenblumen die Ehre geben und wieder alles in ein blaues Blütenmeer tauchen. Die erste Margeritenblüte hat sich heute auch geöffnet, Kratz-Disteln, Mannstreu, Färberkamille, meine Rose de Resht (dieses Jahr richtig üppig mit rund 20 Blüten) und der Frauenmantel werden bald folgen. Soweit zu den Blühern.

Am Donnerstag habe ich meine späten Tomaten umgetopft und haben sich schon eingewöhnt und wachsen munter weiter. Die Kartoffeln sehen prächtig aus und ich bin schon jetzt gespannt, wie viel ich im Herbst ernten kann. Meine Süßkartoffel habe ich leider etwas „zerlegt“ beim Umtopfen und dann hat die Sonne sie offensichtlich auch noch verbrannt, obwohl sie schon über eine Woche zum Abhärten draußen war … Ob das noch etwas wird?

Die Erdbeeren haben sich erholt und blühen jetzt endlich – allerdings eher bescheiden. Die >> Kapuzinerkresse gibt dieses Jahr richtig Gas. Die erst vor kurzem gesäten Ringelblumen sind schön aufgegangen. Jetzt warte ich noch auf die Rauke, ob sie keimt und bin gespannt auf meinen erneuten Test „Grünkohl im Topf“ zu ziehen – noch ist nichts aufgegangen …

Was ich gar nicht schön finde und erst heute entdeckt habe, meine Apfelminze ist voller Erdflöhe (eigentlich Käfer), die ich jetzt einfach mal abbrause und hoffe, ich kann die kleinen Plagegeister so vertreiben.

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Teil 3 Terrassengarten-Inventur: Fruchtpflanzen

Würde ich über meine diesjährigen Fruchtpflanzen schreiben, wäre ich schnell fertig, denn zum ersten Mal seit zehn Jahren habe ich nur ein paar „Nasch“-Erdbeeren, vier spontan gepflanzte Kartoffeln (sie waren gekeimt) und die Heidelbeere, die dieses Jahr exakt drei (!) Beeren trägt.

Wie das? Nun, ich hatte in den ersten zwei/zweieinhalb Monaten des Jahres so viel mit meinem Business zu tun, dass ich den optimalen Zeitpunkt zum Anziehen von Chilipflanzen und Paprika schlicht versäumt habe. Für Tomaten hätte ich noch Zeit gehabt, als ich wieder etwas Luft hatte, aber meine Samen waren wohl zu alt und/oder nicht optimal gelagert und versagten kläglich beim Keimtest Mitte März.

Tomaten selbser ziehen, Tomatensämlinge
Tomaten und Basilikum, Anzucht auf der Fensterbank

Und dann kam Corona und machte mir endgültig einen Strich durch die Rechnung. – Ich komme nur sehr schlecht mit der Maskenpflicht klar. – Es kostet mich schon enorm viel Überwindung, meinen Wocheneinkauf damit zu erledigen und hatte/habe einfach keine Lust und Motivation, das Ding noch länger zu tragen, um damit in den Gartenbaumarkt zu fahren. Zumal, das eine Mal, das ich dennoch dort war, war das Angebot an Frucht-Pflanzen sehr bescheiden, die Qualität so lala …

Andererseits, vielleicht hätte ich auch ohne Corona dieses Jahr nichts gesät/gepflanzt. Vieles wächst nicht mehr wirklich gut – die Krux mit dem Topfgärtnern –  irgendwann hilft auch der beste Dünger nicht mehr. Die Erde ist ausgelaugt, die Wurzeln haben keinen Platz mehr. Und Umtopfen – vor allem von größeren Pflanzen – eine mühsame Angelegenheit, die ich noch nie wirklich gerne gemacht habe. Im Garten ist das etwas Anderes, das Pflanzen, Anlegen von Beeten, Gestalten … Hach ja … ein Garten, das wäre schön. 80 oder 100 qm würden mir schon reichen … Nun denn. Ist nicht und wird wohl auch in absehbarer Zeit nichts damit.

Fruchtpflanzen: Was im Topf wächst …

Bisher im Topf kultiviert habe ich an ausdauernden Pflanzen: Erdbeeren (je ein kleiner und großer Balkonkasten), Kulturheidelbeere, Johannisbeere und Cranberries (die bereits im zweiten Jahr eingegangen sind).

Einjährige: ca. 10 Tomatensorten (Wildtomaten, Cocktailtomaten, Fleischtomaten, Salattomaten), ca. 8-10 Chilisorten (von Habanero über Türkische Pepperoni bis Cayenne), Spitz-, Tomaten- und Blockpaprika, vier Sorten Auberginen, Zucchini, Stangen- und Buschbohnen, Süßkartoffeln, Spinat, Feldsalat, Ur-Karotten, Kartoffeln, Physalis, Kohlrabi, Fenchel, Lauchzwiebeln, Lauch, Erbsen, Mangold, Snackgurken und sogar Zuckermais, der immerhin zwei Kolben hervorbrachte (als Starkzehrer hätte er sicher einen noch viel größeren Topf gebraucht).

 

Mit zwei Erdbeerpflanzen habe ich vor drei Jahren angefangen. Dann bekamen die beiden so viele „Kindel“ von denen ich die kräftigsten Ende August abgenommen habe und in einen langen Balkonkasten gepflanzt habe, sie stehen jetzt im zweiten Jahr und sehen leider – wie vieles andere auch – etwas mickrig aus. Dennoch habe ich genauso viele Früchte wie 2019 geerntet, gut 800 Gramm. Nicht viel. Aber immerhin hat es für einige leckere Erdbeer-Müslis gereicht.

Nun sind alle Beeren gegessen und warte jetzt auf die Kindel (die alten Pflanzen werde ich entsorgen), die ich in frische Erde eintopfen will und hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder gesunde und vielleicht ein paar Gramm mehr Erdbeeren ernten kann.

Meine Kulturheidelbeere ist dieses Jahr ein einziges Trauerspiel. Ich habe sie nun schon etliche Jahre (ich denke sicher schon sieben oder acht Jahre) und sie wurde jedes Jahr größer und blühte und fruchtete jedes Jahr mehr. 2018 und 2019 konnte ich jeweils knapp zwei Kilo Heidelbeeren ernten. Für eine Solitärpflanze im Topf finde ich die Menge klasse.

Kulturheidelbeeren

Letztes Frühjahr habe ich sie vor der Blüte umgetopft, weil sie ziemlich durchwurzelt war, was ihr offenbar auch gut tat. Sie sah gesund aus und lieferte ja auch tüchtig Früchte. Als dieses Frühjahr die ersten Triebspitzen zu sehen waren, freute ich mich schon auf eine erneut gute Ernte. Aber daraus wurde nichts. Der Austrieb war mickrig, es gab nur ein paar einzelne Blüten (die ich an zwei Händen abzählen konnte) aus denen, die schon erwähnten drei Beeren wuchsen. Gedüngt habe ich wie letztes Jahr. Die Erde gelockert. Mäßig gegossen, gleicher Standort. Aber sie ist bis jetzt nicht in die Gänge gekommen. Zudem leidet sie jetzt auch noch an Chlorose, die unterschiedliche Ursachen haben kann. Was genau das Problem oder ob es eine Kombination aus div. Faktoren ist, ich weiß es nicht. Auch mein >> Naturdünger zeigt bisher keinerlei positive Wirkung.

Vielleicht schneide ich sie im Herbst (wobei man das eigentlich nicht oder nur sehr selten machen soll) und setze sie wie die ErdbeerKindel in komplett frische, neue Erde. Mal sehen. Einfach aufgeben möchte ich sie nicht.

Da ich euch nicht mit ellenlangen Gemüsestories langweilen will, noch ein paar Erfahrungen kurz und knapp: Super im Topf sind stets alle Arten von Chili und Paprika gewachsen, Auberginen auch (da wir ja seit Jahren sehr warme Sommer haben), am besten die „Schlangen“- und Thai-Auberginen. Tomaten waren bis auf die Buschtomaten alle bestens (mein Tipp für’s Pflanzgefäß: nehmt Pflanztaschen, dort wachsen sie besonders gut und ihr könnt sicher sein, dass der Wind sie nicht umkippt.

Möhren und Kohlrabi waren ganz o.k., aber der Topf hatte wohl etwas zu wenig Tiefe. Stangenbohnen gehen super, wenn sie windgeschützt stehen. Zu viel Wind und Sonne und die Blätter verbrennen und brauchen dann lange, bis sie sich wieder erholen. Aus einem Tontopf mit ca. 38 cm Durchmesser und ca. 8-10 Bohnenkernen habe ich 2018 ca. 1,5 Kilo Bohnen geerntet. 2019 deutlich weniger, weil der gewählte Standort zu sonnig und windig war. Gerankt sind sie an extra langen Tomatenstäben. Erbsen sind uninteressant für den Kübel, zu wenig Ausbeute, fällt eher in die Kategorie Liebhaberei 😉

Fenchel geht gut, wenn man ihn zu richtigen Zeit pflanzt. Ansonsten schosst er schnell. Mangold ging auch gut. Die Gurken waren o.k., jedoch funktioniert nicht jede Sorte gleich gut. Am besten war eine Snackgurke, die ich an einem Rankgerüst wachsen ließ. Halbschattig und windgeschützt aufgestellt.

 

Johannisbeere
Rote Johannisbeere im Topf

Süßkartoffeln lassen sich auch sehr gut im Topf anbauen. Allerdings sollte das Pflanzgefäß sehr geräumig sein. Ich hatte eine Bio-Knolle wie einen Avocadokern mit drei Zahnstochern ins Wasser gehängt und gewartet bis viele kleine Triebe und Wurzeln zu sehen waren und dann das komplette „Teil“ zur Hälfte die Erde gesetzt. Sie wuchs sehr schnell und rankte munter an Tomatenstäben empor. Vor dem ersten Frost leerte ich den Topf aus und freute mich über eine recht ansehnliche Ernte. Die meisten Knollen waren zwar recht klein (zu kleiner Topf), aber es zeigt, es geht.

Last but not least: Meine Rote Johannisbeere. Sie tauchte ohne mein Zutun irgendwann im „Rosentopf“ auf. Zuerst dachte ich, es ist eine Blutjohannisbeere, aber es stellte sich nach (ich denke es waren zwei Jahre) heraus, dass es eine Rote Johannisbeere ist. Wie sie bei mir gelandet ist? Keine Ahnung. Ich habe sie gehegt und gepflegt und vor zwei Jahren konnte ich eine gute Handvoll Beeren ernten. Und letztes Jahr fing sie an zu kränkeln. Dazu kamen noch Raupen in Massen, die in kürzester Zeit fast die komplette Pflanze kahlgefressen hatten. Dieses Elend mochte ich nicht mehr sehen, gab sie auf und schnitt im Herbst bis auf eine Handbreit alles ab und wollte sie dieses Frühjahr mit der Grünschnittabholung entsorgen.

Tja und was macht das dusselige Ding? Genau. Es treibt wieder aus, mit schönen kräftigen Blättern. Also darf sie bleiben und werde sie zusammen mit den anderen Beeren im Herbst umtopfen und ihr noch mal eine Chance geben.

Und, das Leckerste zum Schluss, ein paar Ernte-Impressionen …

 

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Inventur im Terrassengarten: Teil 1 – Kräuter

Was wächst dieses Jahr in meinem Topfgarten?

Fangen wir also mit den Kräutern an: Zurzeit habe ich sechs Minzen (je eine Carmagnola, Schweizer, Marokkanische, Englische, Orangenminze und Apfelminze). Dann wäre da der Thymian, Liebstöckel, Schnittlauch, Genoveser Basilikum, Französischer Estragon, Wilde Rauke, Zitronenmelisse, Zitronenstrauch bzw. -verbene (Aloysia citrodora), Kardamom, Sauerampfer, Kaffirlimette, >> Rosmarin, Bohnenkraut, Glatte Petersilie, Lorbeer und Salbei.

17 Kräuter bzw. Gewürzpflanzen,
in 27 Töpfen/Kästen.

Was sich leider nicht sehr lange bei mir gehalten hat: Bärlauch, Winterheckezwiebeln, Schnittkoblauch, Griechisscher Bergtee, Brunnenkresse, Pimpinelle und ein Ananassalbei, der mir leider erfroren ist, weil ich ihn zu lange draußen stehen ließ.

Marokk. Minze, Carmagnola Minze, Bohnenkraut und Glockenblumen (die überall ohne mein Zutun auftauchen)

Da eine reine Auflistung ja ziemlich langweilig 😉 ist, will ich auf ein paar Kräuter näher eingehen.

Meine Pfefferminzen sind dieses Jahr nicht in bester Verfassung. Das liegt vor allem daran, dass ich keine Zeit und (warum auch immer) keine rechte Lust zum Gärtnern und damit auch nicht zum Umtopfen hatte. Gedüngt habe ich sie wie immer im Frühjahr. Dennoch: Sie sahen schon besser aus. Ich denke es ist einfach der Platzmangel in den Töpfen. Vielleicht topfe ich die eine oder andere noch in den nächsten Tagen um. Wenn’s mich packt. 😉 //  Das gleiche gilt für meine beiden Liebstöckel.

Zitronenmelisse nach knapp zwei Jahren.

Dafür ist die Zitronenmelisse eine Pracht. Das Beste daran, ich dachte letztes Jahr meine Pflanze sei erfroren durch den Spätfrost im März, war sie auch. Aber beim Töpfe umräumen sah ich in einem noch unbepflanzten Kübel eine kleine zarte Pflanze mit nur vier Blättern, es hatte sich eine Zitronenmelisse selbst gesät. Da war meine Freude natürlichj groß, denn ich mag sie sehr gerne als Tee. Also topfte ich sie vorsichtig um, in einen passenden kleinen Topf und siehe da, sie wuchs trotz der wenigen Wurzeln an und hat sich dieses Jahr zu einem ordentlichen Busch entwickelt …

Meine Wilde Rauke ist auch so ein „Selbstläufer“. Noch immer wachsen die von mir vor drei Jahren gesäten Pflanzen in einem kleinen Terracottakasten, der 2019 in der Nähe vom Französischen Estragon stand. Und was wächst dieses Jahr in voller Pracht beim Estragon? Genau! Eine neue Wilde Rauke. Dafür ist der Estragon dieses Jahr etwas mickrig.

Mein armer Zitronenstrauch (franz. übrigens als Verveine bekannt) hatte ganz schön zu kämpfen. Besser gesagt beide Pflanzen. Der Große und der Kleine. Denn ich hatte mich dazu entschlossen, weil ich immer wieder zu hören bekam, lass ihn doch draußen, der hält bis 10 Grad Minus aus. Weil der große Strauch, trotz jährlichem Schnitt inzwischen wirklich sehr groß und sperrig geworden war und ich nur sehr wenig Platz zum Überwintern in der Wohnung habe, habe ich gedacht, o.k. dann versuche ich es. Nun war der letzte Winter ja wirklich sehr mild für unsere Breiten, mehr als minus 5 oder 6 Grad hatten wir nicht. Also dachte ich, dann war es eine gute Entscheidung. Das sollte auf jeden Fall gutgegangen sein. (Den Kleinen hatte ich dennoch im Frühwinter in den Flur geholt.)

Zitronenstrauch mit „chaotischem“ Neutrieb an einem alten, verholzten Seitenast.

Der Frühling kam, der April war sehr warm (wenn auch mit kühlen Nächten) und wartetet sehnlichst auf den Austrieb. Nichts zu sehen. Da es kaum noch nach Frost aussah, stellte ich den Kleinen Ende April raus. Blöderweise gab’s dann zu den Eisheiligen doch noch Frost (und ich hatte es verpeilt). Bäm, da hatte ich den Salat. Beim kleinen Strauch waren alle Triebe erfroren und beim Großen noch immer kein Blättchen zu sehen. Oh nein dachte ich, das kann doch nicht wahr sein. Ich war wirklich traurig, denn es ist so ein wunderbares Teekraut.

Es vergingen noch einmal zwei, drei Wochen, kein Grün zu sehen. Nichts. Und dann, als ich es schon fast aufgegeben hatte, dachte ich, ich sehe nicht richtig, kleine grüne Sprenkel zeigten sich am großen Strauch. Yeah, er hatte ich zurück ins Leben gekämpft. 🙂 Mit jedem Tag wurde es deutlicher, er hatte tatsächlich überlebt. Allerdings beim Kleinen sah es weniger gut aus. Ich schnitt ein paar Zentimeter runter, um zu sehen, ob noch Leben im Holz war. Trocken. Noch ein paar Zentimeter. Trocken. Oh je …

Also habe ich die Schere noch etwas weiter unten angesetzt und dort war noch ein wenig Grün zu erkennen. Ich beließ es dabei und hoffte. Und nun? Inzwischen sieht er an der Basis genauso aus, wie der Große an dem einen alten Ast. Also haben es beide geschafft, aber sind ziemlich spät dran, so wird es dieses Jahr wohl nur eine kleine Ernte geben und keine zwei oder gar drei wie sonst.

Nie wieder bleiben die beiden über den Winter draußen. Das riskiere ich nicht noch mal.

Mein Lorbeer ist auch so ein Pflegefall. Ihn habe ich noch nie reingeräumt. Er hält wirklich gut was aus. Aber er macht mir seit dem Winter 2018/2019 Probleme. Auch hier war wohl vor allem der Spätfrost im Frühjahr schuld. Viele Blätter sind verkümmert und abgefallen. Ob der Frost wirklich schuld war oder eine Blattkrankheit, da bin ich mir nicht sicher.

Als auch nach Monaten kein Neutrieb zu sehen war, habe ich auch hier die Schere angesetzt (2019) und alles dürre Holz abgeschnitten. Ich habe ihn gehegt und gepflegt, kein Neutrieb. Eigentlich hatte ich ihn schon abgeschrieben, ließ ihn einfach stehen. Tja, und auch er hat es sich offenbar noch einmal überlegt und vor ein paar Tagen – nach einem jahr ohne neue Triebe – habe ich gesehen, er treibt wieder aus. Allerdings sieht er durch meine Schnibbelei etwas unförmig aus. Übrigens, Lorbeer ist nicht nur ein tolles Würzkraut, lest mal hier >>

Und doch liebe ich meine Misfits im Terrassengarten 😉

Gewürzsalbei – gelöchert von der Weißen Fliege.

Der Salbei, den ihr hier seht, ist ein Gewürzsalbei, der nicht blüht oder nur sehr selten. Die Mutterpflanze war sehr sparrig geworden und ich hatte deshalb im Sommer 2018 einen Steckling eingepflanzt, was sich als gute Tat herausstellte, da die „Alte Dame“ im Winter darauf erfror (wie vieles andere auch). Und der kleine Steckling, nun knapp zwei Jahre alt hat sich prächtig entwickelt (sieht man von den Löchern der Weißen Fliege mal ab).

Wenn ihr Fragen habt oder eure eigene Kräutergeschichte(n) teilen möchtet, dann freue ich mich über eure Kommentare und natürlich auch über ein Like, wenn euch mein Beitrag gefallen hat.

In Teil 2 meiner Inventur werde ich mich den Blühpflanzen widmen, incl. einem Special: Meinem >> selbstgemachten Naturdünger.

PS: Ja ihr seid bessere Fotos von mir gewohnt. 😉 Aber mein Kamera-Akku war heute Morgen leer und so habe ich einfach schnell mit dem Smartphone draufgehalten. Vielleicht tausche ich das eine oder andere Foto auch noch aus 🙂

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Was mache ich mit Rosmarin?

Nach meinem >> Lavendel-Beitrag, bleibe ich noch ein bisschen bei den mediterranen Gewächsen. Wie ihr sicher wisst, wächst Rosmarin im Mittelmeerraum wild und das bis zu zwei Meter hoch. Meine zwei „Kleinen“ sind von solchen Maßen weit entfernt. Aber das reicht auch so 😉

Der ältere Strauch, ca. 5 Jahre alt, misst ca 55 – 60 cm Höhe. Der Kleinere, letztes Jahr gekauft, weil ich dachte mir geht der andere ein (er war völlig durchlöchert von der Weißen Fliege und mickerte arg vor sich hin), ca. 30 cm hoch. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, woran es liegt, aber dieses Jahr ist der ältere Strauch ganz wunderbar saftig grün und der kleine sieht jetzt so ähnlich aus wie der Große 2019. Beide habe ich aufgrund des milden Winters nicht ins Haus geholt und uneingepackt an der Hauswand überwintern lassen.

Weshalb ich heute auf den Rosmarin komme? Nun, es ist eines meiner absoluten Lieblingskräutlein und habe gestern, da Gewitter vorhergesagt waren und es auch die nächsten Tage eher feucht werden soll, meine beiden Pflanzen beerntet. Das heißt, ich habe sie um ca. 6-7 cm eingekürzt.

Rosmarin, blühend

Etwa die Hälfte habe ich zu Rosmarinsalz verarbeitet. Einige Stängel sind in meinem mediterranen Kräuteröl gelandet und den Rest trockne ich pur.

Das Rosmarinsalz mache ich wie folgt: Variante 1 – ca. 1 Teil Rosmarinnadeln und schneide sie klein, aber nicht zu fein. Gebe 3 Teile gutes Meersalz dazu, mische es und trockne das Ganze auf einem Backblech bei ca. 50 Grad im Ofen. Wenn alles trocken ist, kommt die Mischung in den Mixer und anschließend in ein Schraubglas.

Rosmarin für Kräutersalz und Kräuter-Würz-Öl

Variante 2: Das Mischungsverhältnis ist ebenfalls 1:3. Allerdings mit Fleur de Sel. Diese Mischung lasse ich nur trocknen (wie vor) und verwende dieses Salz sie gerne für leckere Rosmarinkartoffeln.

Meine Mischung für das mediterrane Kräuterwürzöl: 3-4 Stängel Rosmarin, 7-8 Stängel Thymian (gerne mit Blüten), zwei hauchdünne Bio-Zitronenschalen (mit dem Sparschäler geschält, damit nichts von der weißen Haut dabei ist, sonst wird das Ganze bitter), 1-2 Knoblauchzehen und ein wenig grob gemörserte, getrocknete Chilischoten (ich habe Habanero verwendet).

Sämtliche Zutaten in eine saubere, trockene Glasflasche füllen und mit gutem Olivenöl auffüllen, so das alles gut bedeckt ist. Einmal kräftig durchschütteln und an einem hellen Ort ca. 14 Tage stehen lassen. Hin und wieder kurz aufschütteln. Nach den zwei Wochen Ziehzeit, gieße ich das Öl einen Papierkaffeefilter in eine ebenfalls saubere, trockene (hübsche) Flasche.

Ich mag dieses Kräuterwüzröl sehr gerne zu Grillgemüse(salat) oder einfach ein wenig davon auf getoastetes (oder kurz gegrilltes) Vollkornbrot, eine Prise Fleur de Sel drüber, dazu ein Tomatensalat. Einfach, schnell gemacht und sehr lecker.

Den Steckbrief spare ich mir, da es ja ohnehin genug Input im Netz gibt. Was die Kultur im Topf angeht: Schaut in meinen Lavendel-Beitrag. Der Rosmarin hat im Grunde die gleichen Wünsche an die Erde, Standort usw. mit einem Unterschied, er ist deutlich frostempfindlicher. Wenn es kälter als -5 Grad wird und das über längeren Zeitraum, holt ihn besser ins Haus. am besten an einen kühlen, hellen Ort.

Wenn euch mein Beitrag gefällt, freue ich mich über ein Like und natürlich auch euer Feedback. Danke! 🙂

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Wie ich zum Gärtnern und auf die Wilden Schönheiten kam

Wie alles begann, wie ich zum Gärtnern und auf die Wilden Schönheiten kam.

Dazu muss ich ein bisschen ausholen. Zu meinen Kindertagen hatte meine Oma mütterlicherseits viele Jahre einen wunderbaren Schrebergarten. Obwohl in unmittelbarer Nähe zu viel befahrenen Bahngleisen, hat man davon kaum etwas mitbekommen. Um zum Garten zu kommen, musste man ein ganzes Stück durch die Stadt (Hanau) laufen bis wir zu einer Brücke kamen, da ging es dann drunter durch und über eine sehr steile Treppe ging es hinunter, an den nahen Bahngleisen vorbei – ich erinnere mich noch an mächtiges Brombeergestrüpp das überall auf den freien Flächen, am Rand, wuchs. Das ist nun viele, viele Jahre her.

Meine Großeltern vor der Gartenlaube, ca. Anfang 70er Jahre. © wildpeppermint-design.de

Ich kann mich auch noch gut erinnern, dass meine Oma immer am liebsten draußen war und im Garten gewerkelt hat. Das Kochen und Konservieren der Früchte und Gemüse war weniger ihr Ding. Meine Mom dagegen hat auch trotz der vielen Arbeit, die damit verbunden war, immer mit viel Freude eingekocht und div. Vorräte angelegt.

60er Jahre, Garten, Kind, © wildpeppermint-design.de
Klein Heidrun im spätwinterlichen Vorgarten meiner Eltern

Warum auch immer, ganz besonders sind mir die leckeren Himbeeren in Oma’s Garten in Erinnerung geblieben und das alles so wunderbar grün und zugewuchert war. Wenn ich im Sommer einige Tage bzw. später einen Teil meiner Ferien bei Oma und Opa verbrachte, war das für mich wie ein kleiner Abenteuerurlaub. So fühlte es sich damals zumindest an.

Denn: Als Landkind in der „großen“ Stadt zu sein und dann dieses grüne Paradies. Es war so aufregend 😉 – lag vielleicht auch daran, dass ich so viel Pippi Langstrumpf geguckt habe und die Fantasie mit mir durchgegangen ist. Egal, es sind schöne Kindheitserinnerungen. – Gerne würde ich mir den Garten mit heutigen Augen noch einmal ansehen, auch um mich besser an Details erinnern zu können.

Schrebergartenglück & Stadt-Garten-Abenteuer.

Wie bereits erwähnt, auch meine Mom war gerne im Garten, hat gepflanzt, gesät, geerntet, gejätet. Was eben dazu gehört. Mein Dad war mehr für das Grobe zuständig, wie Graben, Bäume schneiden beim Gießen helfen usw. Auch hat meine Mom immer gerne Blumensträuße ins Haus geholt. Bauernblumen. Einfach bunt durcheinander. – Tja, ich denke es sind wohl die Gene, dass auch ich so gerne gegärtnert habe. Meine Liebe zur Natur. Na ja, so ein bisschen gärtnere ich ja noch immer, in Töpfen.

Landgarten, Bauerngarten, Gärtnern Generationen
Gärtnern auf dem „Ländchen“, ca. 2010 © wildpeppermint-design.de

Als ich älter wurde, ich denke es war so mit Beginn der Schulzeit, habe ich meiner Mom im Garten und der Küche schon etwas mitgeholfen (im Hausgarten und im großen Garten außerhalb, unserem „Ländchen“. Als meine Mom einmal ins Krankhaus musste, ich war so um die 16 Jahre alt – glaube ich – hat meine Oma vor allem die Gärten versorgt und geerntet und ich habe eingekocht von Morgens bis Abends und die Vorräte im Keller wuchsen stetig an, bis meine Mom wieder zuhause war. Bohnen, Möhren, Mixed Pickels, Erbsen, Konfitüren und anderes. Auch das mache ich noch heute gerne, vor allem Konfitüren, Kräuterpasten u. ä.

Wenn ich so drüber nachdenke, wird mir so richtig bewusst, wie lange das alles schon zurück liegt, wie alt ich schon bin … oh je 😉 Meine Oma wurde stolze 93 Jahre alt, meine Mom wird dieses Jahr 87 Jahre …

Fast 20 Jahre mit eigenem Naturgarten.

Nun zu meinem Garten. Fast 20 Jahre lang hatte ich einen. Genauer gesagt: Einen kleinen Vorgarten, Weinreben am Haus und einen knapp 400 qm großen Garten, den ich nach und nach komplett umgestaltete und neu anlegte und einen Naturgarten daraus machte. – Den Garten hatte ich von meiner SchwiMu nach und nach übernommen. Ziemlich chaotisch das Ganze und hoffnugslos mit „Blaukorn“ überdüngt.

Hier ein paar Eindrücke von meinem „alten“ Garten …

Nach der Umgestaltung zum Naturgarten, gab es Hochbeete, Gemüsebeete, viele Stauden, Blumenbeete, heimische Wildsträucher und Beerensträucher, rund 160 (Wild-)Kräuter, ein Trockenbachbett, Wildblumenecken, überall wuchernde Walderdbeeren, dazu  bestehende Obstbäume und –sträucher, eine Sitzecke, die ich mit alten Backsteinen pflasterte. Keine Ahnung wie viele Stunden ich dort verbracht habe … Es müssen Tausende gewesen sein.

Da mir die Natur und besonders die Wildpflanzen schon immer besonders am Herz lagen, ich Ende der 90er nach einer Neuausrichtung im Job suchte, absolvierte ich eine 2-jährige Ausbildung zur „Wohn- und Umweltberaterin“. Ihr könnt euch sicher denken, was mein Lieblingsthema war? Ja, das ökologische Gärtnern. So konnte ich mein bis dahin angelesenes Wissen noch vertiefen, ökologische Zusammenhänge besser verstehen und ersetzte nach und nach nahezu alle nicht heimischen Gewächse im Garten, machte Bodenanalysen, setzte Gründung ein und pflanzte und säte Wildblumen.

„Wie sieht das denn aus? Dieses ganze Unkraut …“

Im Ort war ich eine der ersten, und eine von wenigen, die so gärtnerten. Auch in den Balkonkästen und auf der Dachterrasse, im Vorgarten ersetzte ich die meisten Exoten durch Wildblumen, heimische Farne, Gräser, (Klein-)Sträucher und erntete dafür viele blöde Bemerkungen, im Sinne von: „Was willst du denn mit dem Unkraut?“ oder „Wie sieht das denn aus, pflanze lieber Geranien, das sieht schön aus ….“ Ja, ja …

Aber es kam noch doller: Insbesondere ein Nachbar mockierte sich ständig über meinen „hässlichen“ Wildwuchs, dass seinen schönen 😉 Garten (ein langweiliger, ungepflegter Rasen mit einer nutzlosen Konifere und Forsythie) „angriff“. So wurde in Nacht-und-Nebel-Aktionen öfter mal Glyphosat über die Grundstücksgrenze hinaus gespritzt. Über einen halben Meter auf „meiner“ Seite war einen Tag später alles gelb. Darauf angesprochen: „Nein, er war das nicht.“ Ein anderes Mal, gab er es halbherzig zu, denn es sähe ja auch wirklich schlimm bei mir aus und würde alles zu ihm rüberwachsen – was nicht stimmte. Egal. Das ist Geschichte. Aber manchmal ärgere ich mich doch noch etwas darüber.

Terrassengarten im Juli, topfgarten, wilde schoenheiten
Mein vierbeiniger Gartenhelfer © wildpeppermint-design.de

Tja, und dann nach fast 20 Jahren war es vorbei mit dem Garten. Geblieben ist meine Liebe zu den Wilden Schönheiten und der Spaß am Gärtnern.

>> 10 Jahre „Wilde Schönheiten“ <<

So startete ich vor fast genau zehn Jahren meinen Blog „Wilde Schönheiten“ und meinen Topf-/Terrassengarten vorm Haus – als kleinen Ausgleich zum „Gartenverlust“. // Update 1. Juli 2020 – Nur wenige Tage später waren die „Wilden Schönheiten“ Geschichte. Lest dazu meinen >> Beitrag, warum mein Blog jetzt „Wild. Grün. Bunt“ heißt.

PS: Im nächsten Beitrag geht es um die Heilpflanze des Jahres: Der >> Lavendel!

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Fliegen fliegen auf blühende Minzen

Ich liebe (Pfeffer-)Minze – als Tee oder im Infused Water, als Beigabe in div. Gerichten und als Duftpflanze – und nenne sechs verschiedene Sorten mein Eigen. Aber nicht nur ich liebe sie, auch div. Flieger, genauer gesagt: Fliegen, stehen auch auf Minze, auf deren Blüten, um genau zu sein.

Eigentlich soll man Kräuter ja am besten kurz vor der Blüte ernten, aber dann hätten im „Fall Minze“ div. Fliegenarten eine Nahrungsquelle weniger. Also dürfen sie bei mir erst blühen und anschließend wird geerntet. Zumal ich im Frühsommer immer schon eine kleine, erste Ernte einhole, vor allem, um die Stauden durch den leichten Rückschnitt zum Verzweigen anzuregen und so zur Haupternte etwas mehr „einfahren“ zu können.

Ihr seht, es ist richtig viel los an den Blüten …

Folgende Arten habe ich u. a. an meiner aktuell blühenden Marokkanischen Minze bestimmt: Gewöhnliche Langbauchschwebfliege, Mistbiene (auch eine Schwebfliegenart), Hainschwebfliege, Erzschwebfliege, Goldfliege und Xylotomima lenta.

P.S.: Eigentlich sollte es ein ausführlicher Minz-Beitrag werden, den ich schon länger angekündigt habe, aber das wird leider noch dauern, die Zeit … 😉

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Hochsommer im Terrassengarten

Hochsommer. Mein Terrassengarten (zurzeit ca. 65 Pflanzen/Töpfe) ist jetzt wieder zum kleinen Dschungel mutiert …

Terrassengarten, Gärtnern in Töpfen, Topfgarten im Sommer

Da mein letzter Lagebericht schon eine ganze Weile zurückliegt, heute ein Update:

Zuerst zu meinen Neuzugägngen – als Dauergäste: ein Ziest (s. a. Video), eine winterharte (bis  ca. -5 Grad) Verbene, eine Schale mit (bisher) zwei Sedum-Arten (Mauerpfeffer & Hauswurz) sowie ein Lavendel (mein alter war ja leider im Winter 2017/2018 erfroren). Weiterlesen