Mein Wild-Grün-Bunt-Jahr in 12 Bildern

Eigentlich hatte ich einen Kalender machen wollen. Ich hatte sogar schon mit der Auswahl der Bilder begonnen und dann „vertrödelte“ ich Stunde um Stunde. Schwelgte in gefühlten Millionen 😉 von Bildern und konnte mich nicht entscheiden, welche 12 wohl die besten für meinen ersten Wild-Grün-Bunt-Kalender wären.

Dann dachte ich: Nimm ein Thema, zum Beispiel das Steinbachtal. Eine Pflanzenart, ein Tier oder … Da ich mein Bildarchiv nur rudimentär organisiert habe, hätte ich wohl Monate gebraucht, um nicht nur die besten, sondern auch nur die Bilder zu einem Thema zu finden. Also habe ich die Idee wieder verworfen.

Dazu kam: Die Zeit lief mir davon. Also wird es dieses Jahr noch keinen Kalender geben. Aber meine Top 12 Bilder des Jahres. Ganz spontan, ohne lange nachzudenken und zu suchen, die habe ich heute zusammengestellt …

Gefällt euch meine Auswahl? Nächstes Jahr, so hoffe ich, gibt es dann endlich den ersten Wild-Grün-Bunt-Kalender.

PS: Es gibt noch einen Nachschlag: Meine Top 12 „Tierisch“. (Vermutlich morgen, wenn nichts dazwischen kommt.)

PPS: Mein Jahresrückblick gibt es zwischen den Jahren.

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Pilze? Pilze!

Gefühlt schon ewig will ich einen (neuen) Beitrag in Sachen Pilze schreiben. Und jetzt habe ich es endlich geschafft. Nun muss ich jedoch gleich vorwegschicken, ich bin keine gute Pilzkennerin. Nur ein paar kann ich sicher bestimmen. Aber ich fotografiere sie gerne, wenn ich welche finde. (Dieses Jahr sind sie besonders rar und erst im letzten Oktoberdrittel habe ich ein paar entdeckt.)

Jetzt fragt ihr euch womöglich, warum ich trotz meiner geringen Pilzkenntnisse, einen Beitrag schreibe? Weil sie enorm wichtig für die Natur, für unsere Ökosysteme sind, was viele gar nicht wissen.

Aber jetzt erst mal ein paar Fotos (aus der „Konserve“ und aktuelle) …

Pilze spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, nicht nur im Wald.

Pilze sind Recycling-Spezialisten und wichtige Nährstofflieferanten. Sie beziehen ihre Nährstoffe aus toten und lebenden Organismen. Es gibt winzig kleine Pilze, die nur unter dem Mikroskop sichtbar sind und riesige Exemplare, die oberirdisch zu sehen sind, wie zum Beispiel der Riesenbovist, den ich dieses Jahr zum ersten Mal entdeckt habe. Und kilometerlange Pilzgeflechte, die unterirdisch wachsen in Symbiose mit Bäumen.

ca. 100.000 Pilzarten sind bekannt

Bis heute wurden ca. 100.00 Pilzarten beschrieben, man geht jedoch davon aus, dass es bis zu fünf Millionen geben könnte.

Pilze bilden gemeinsam mit den Bakterien  die Zersetzungsorganismen im Stoffkreislauf der Ökosysteme. Sie bauen die unterschiedlichsten organischen Materialien ab. Als Symbiosepartner von Bäumen kommt ihnen eine weitere bedeutende Rolle zu.

Da unsere Wälder leider zu einem Großteil nicht mehr in bester Verfassung sind, geht es auch Pilzen nicht gut. Viele sind inzwischen bedroht oder schon ausgestorben. Stirbt der Wald, sterben auch Pilze. Bzw. ist durch die Verflechtung der beiden Lebensformen, passiert das Aussterben parallel. Pilze sind zudem recht empfindliche Gewächse und reagieren oft stark auf Umweltbelastungen und Veränderungen ihrer Lebensräume.

Wiesen-Champignons

Auch den Wiesenpilzen geht es nicht besser. Sie werden immer seltener, durch Kunstdünger, Gülle, Intensivbewirtschaftung. Und auch der Klimawandel macht ihnen das Leben schwer. Naturnahe Bewirtschaftung und Schutzgebiete wären wichtig, um das Aussterben weiterer Arten zumindest zu bremsen.

Mehr Infos/Wissenswertes über >> Pilze

PS: Und noch ein paar ältere Beiträge in Sachen Pilze …

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Der Oktober von der goldenen Seite

Der Oktober wird seinem Image auf die letzten Tage doch noch gerecht. 😉 Er zeigt sich doch noch von seiner goldenen Seite.

Die Rinder grasen noch auf den Wiesen. Das Laub wird zunehmend bunter. Der Senf blüht vor einem fast wolkenlosen blauen Himmel. Die Eiche präsentiert sich in modischem Herbstbraun. Meine Heidelbeere hält eisern am letzten Blatt fest. Die Herbstastern blühen trotz leichtem Frost gestern und heute Nacht. Und die Chrysantheme schmückt meinen Eingang (ohne Foto). Ein Parasolpilz (vermutlich) hält einsam und verlassen Stellung auf einer Wiese.

Wenn auch nicht wirklich hübsch anzusehen, die Windräder, vor allem, die im Wald stehen. Aber der Vollständigkeit halber, fand ich, gehört das auch zu meiner kleinen Fotostory von heute Nachmittag.

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Spinnennetz-Tautropfen-Funkeln.

Gerade (wieder) gefunden. Auf der Suche nach einem Coverfoto für meine (ehemalige) Facebook-Gruppe „Ökologisch Gärtnern“. – Wusste gar nicht mehr, dass ich sowas habe ;-).


Vielleicht klappt es morgen früh mit dem einen oder anderen neuen „Glitzer-Funkel-Foto“ …


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Spätsommermorgen. Im ehemaligen Wald.

Vor ein paar Tagen. Morgens. Bei strahlendem Sonnenschein. Der Herbst klopft deutlich sichtbar an die Türe und möchte wohl hereingelassen werden …

Der Holunder reift. Langsam. Und sehr unterschiedlich. Nur an vollsonnigen Stellen ist er bereits gut, leider meist unerreichbar hoch … Also gedulde mich noch ein wenig und hoffe, es klappt dieses Jahr endlich mal wieder mit dem Sammeln für leckeren Holunder-Gelee!

Brombeeren gibt es massig und habe schon über zwei Kilogramm gesammelt und zu Konfitüre verarbeitet bzw. Kuchen (Scones & eine Torta Nua).

Was mich sehr verwundert hat, dass vor ein paar Tagen in dem >> „Kein“-Wald einzelne der verbliebenen Fichten gefällt wurden, die gesund waren (soweit ich es erkennen konnte) und sicher zehn oder mehr Wildkirschen. Sehr merkwürdig. Was das wohl soll? Übrigens die gepflanzten Buchen und Eichen sind komplett von Disteln überwachsen, ob die Bäumchen noch leben? Ich bin gespannt.

Auf den Rodungsflächen machen sich nicht nur Disteln breit – worüber sich zahllose Insekten gefreut haben -, auch etliche andere Wildblumen haben sich eingefunden. Leider auch Neophyten wie die Kanadische Goldrute und das Drüsige Springkraut. Auch, wenn sie hier nicht heimisch sind, sie bieten immerhin einigen Insekten Nahrung. Ein kleiner Trost.

Gefreut habe ich mich über die Weiße Lichtnelke, die ich hier am Waldrand zum ersten Mal entdeckt habe. Kenne aber ein paar andere Stellen wo es sich gut etabliert hat und eine abgeblühte Große Königskerze (ohne Foto).

PS: Ich sehe gerade, dies war übrigens mein sechshunderteinster (in Zahlen: 601!) Beitrag. Wahnsinn, was sich so in elf Jahren angesammelt hat. 🙂

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Vom Gewitter gejagt

Hui, war das ein „Ritt“ vorhin. So hatte ich mir unsere „Gassi-Runde“ nicht vorgestellt.

Da Regen/Gewitter für heute Nachmittag angekündigt waren, habe ich mir trotz Sonnenschein den Regenradar angeschaut, bevor wir gestartet sind. Ja, da war eine Regen-/Gewitterfront unterwegs, in unsere Richtung, aber noch weit weg. Wenn es so kommen würde wie die Vorschau es anzeigt, schaffen wir locker unsere Runde und ich kann noch eine kleine Portion wilde Brombeeren pflücken – für Scones oder Muffins. So dachte ich zumindest.

Ich habe noch überlegt, nehme ich eine Jacke mit oder binde ich mir nur mein leichtes Hemd um? Falls wir doch ein paar Tropfen abbekommen? Gedacht. Getan. Denn es war sehr warm und sonnig und dunkle Wolken waren noch weit weg.

Also sind wir los. Bei der ersten Brombeerhecke Halt gemacht und in kürzester Zeit hatte ich schon eine gute Menge zusammen, die für mein Backvorhaben reichen würde. Aber es war so eine gute Stelle und ich pflückte munter weiter, bis plötzlich (in der Ferne) Donner zu hören war und der Himmel ziemlich schnell sehr bedrohlich und düster wurde. Tja, was machen? Himmel beobachtet. Wie ziehen die Wolken? Oh je …

Ich so zu Remo: „Ich fürchte wir werden nass, das sieht nicht gut aus. Es zieht genau in unsere Richtung. Was machen wir? Umdrehen oder weitergehen? Die Strecke ist fast gleich lang.“ Hm …

Ich entschied mich fürs Weitergehen, da die dunklen Wolken nach Nordosten abdrehten und kein Regen kam. Dafür blies uns jetzt ein kräftiger Wind entgegen. Um die Hecke gebogen, den Berg hoch und da sah ich, was auf uns zukommen würde. Das wird wohl nicht gut gehen. Um zumindest eine kleine Chance zu haben, wenigstens zum nächsten größeren Baum zu kommen und die Schauer dort halbwegs trocken auszusitzen, sind wir gerannt und haben einige irritierte Blicke von Autofahrern geerntet (die wegen einer Triathlon-Veranstaltung statt Umleitung durchs Feld gefahren sind).

Kurzer Stopp. Schnell noch ein weiteres Foto. Den Blick in Richtung Büdingen … oh nein: „Das wird auch nichts mit Unterstellen, Remo.“ Es rauscht schon … Mist. Tja und so blieb uns nichts anderes übrig, als weiter zu gehen bzw. zu rennen und die warme Dusche anzunehmen.

Oft hatten wir bei den letzten Schauern und Gewittern Glück und kamen noch trocken nach Hause, heute eben nicht. Aber macht nichts. Ist nur Wasser. Und es war warm. Alles halb so wild. Im Gegenteil. Eigentlich liebe ich solche Wetterüberraschungen. Die Elemente spüren, die Muskeln mal wieder so richtig „ran“ nehmen. Herrlich. Belebend. Und das Duschen gespart 😉

Schönen Sonntag noch! Eure frisch geduschte Heidrun,
die jetzt die Gewitter-Brombeeren in leckere Gebäck-Teilchen „verwandeln“ geht 🙂

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Ein Hausrotschwanz …

… war heute Nachmittag so freundlich und flog nicht weg, als ich meine Kamera zückte. Die meisten Vögel nehmen ja sehr schnell Reißaus, wenn ich das „Kamera-Monster“ auspacke und den Piepmatz anvisiere. Aber der Kleine blieb lange still sitzen und erst als ich langsam etwas näher heranging, ist er auf den „Kuhzaun“ geflogen.

Den Hausrotschwanz und Gartenrotschwanz vergleichen und unterscheiden könnt ihr hier >>

Und schaut auch gerne in meinen Beitrag >> „Flügge: Gartenrotschwanz“

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Nach dem Regen …

… kamen sie aus allen Ritzen und Fugen: Die (Hain-)Bänderschnecken. Bei 30 habe ich aufgehört zu zählen. In allen möglichen Farbvarianten, große, kleine und klitzekleine. Man konnte vorm Haus kaum laufen, ohne Gefahr zu laufen, eine der kleinen Häuserschnecken zu zertreten. Sie krochen kreuz und quer im Hof, vorm Haus, an den Hauswänden, hingen an Pflanzenstängeln kopfüber, krochen Richtung Straße – die ich alle eingesammelt und ins Grüne gesetzt habe. Ich hoffe, sie sind anschließend nicht wieder zur Straße gekrochen!

Ihre gefräßigen Verwandten, die Spanischen Wegschnecken (die übrigens gar nicht aus Spanien stammen >> ) waren zum Glück nur mit wenigen Exemplaren vertreten und die habe ich auf die Wiese hinter dem Haus geworfen.

Update 2. Aug. 2021

Noch mehr Schneggschen 😉 Und sogar eine für mich neue entdeckt: Die Gemeine Haarschnecke (links oben). Und darunter Mama-Schnegge (?) 😉 mit Baby-Schnegge. 🙂

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Neu entdeckt: Riesenboviste

Wahrlich spannend zurzeit, ich entdecke fast jeden Tag etwas Neues. 🙂 Gerade eben, obwohl ich dort schon öfter entlang gelaufen bin, erst vor kurzem sogar, als ich die vermeintliche >> Pfeilkresse entdeckt habe (die jetzt leider abgemäht ist 😦 ), heute zum ersten Mal entdeckt:

Drei Riesenboviste!

Obwohl, wäre der Randstreifen (was mehr als überflüssig und ärgerlich ist) nicht gerade gemäht worden, hätte ich die drei Exemplare wohl gar nicht entdeckt. Dass es ein Pilz sein muss, war mir gleich klar, da ich mich mit Pilzen jedoch nur sehr laienhaft auskenne und so ein Riesending noch nie zuvor gesehen habe, „befragte“ gleich Google lens. Es besteht kein Zweifel, er ist es …

Zwei Exemplare dürften einen Durchmesser von ca. 20-25 cm haben, ein kleinerer einige Meter weiter auf der anderen Seite des Weges ca. 15 cm.

Wikipedia schreibt dazu:

„Der Riesenbovist wird im Durchmesser etwa 10–50 cm groß, ist rundlich und ohne Stiel. Die Haut ist glatt und lederartig. Die Farbe ist jung weißlich, dann grün-gelblich und alt durch die Sporen olivbraun oder rotbraun bis dunkelbraun. Die Fruchtmasse ist anfangs ebenfalls weiß und wird während der Reifung olivbraun und pulverig. Reifere Pilze riechen unangenehm harnartig. Vereinzelt wurden Exemplare mit 60 cm Durchmesser und einem Gewicht von 11,5 kg gemeldet. Riesenboviste wachsen von Juni bis September vornehmlich auf Wiesen, Weiden und lichten Wäldern …“ >> weiterlesen

Meine drei Fundstücke wachsen am Waldrand (auf einer ehemaligen Müllkippe – die aber sicher schon 40 Jahre oder länger geschlossen und von Bäumen, der Waldrand eben, überwachsen ist).

Klasse, oder?!

Jung kann man den Pilz wohl sogar essen. Roh verzehrt, ist er für Säugetiere jedoch giftig. Und: Er enthält ein Antikrebsmittel: Calvacin. Interessant.

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