Selbstaussaat im Topf: Schlafmohn

Auch so etwas passiert, wenn man die >> Natur machen lässt. Dann siedeln sich auch solche eigentlich verbotenen (zumindest diese gewissen 😉 Sorten) Gäste im (Topf-)Garten an: Der Schlafmohn.

Schlafmohn (Papaver somniferum) wird schon seit mehreren tausend Jahren kultiviert. Ursprünglich kommt er aus dem Mittelmeerraum. Man kann also sagen, dass der Schlafmohn eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt ist. – Er ist übrigens „Giftpflanze“ des Jahres 2021! – Wer ihn in größerem Stil anbauen möchte, muss es genehmigen lassen. Gegen meine zwei Pflanzen wird sicher niemand etwas haben. 🙂

Es gibt zum Beispiel in Hessen ein Anbaugebiet zur Backmohn-Gewinnung (das sind extra morphinarme Sorten). Der Ort fällt mir aber gerade nicht ein. In Österreich wird er sogar im größeren Stil angebaut, was ich super finde, denn ich liebe Mohnkuchen in allen Variationen und so ist der Nachschub sichergestellt 😉

PS: Leider wird der Saft auch noch immer in Afghanistan und einigen anderen Ländern in Zentralasien zur Opium-Gewinnung angebaut. Das ist weniger schön.

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Schlupfwespe im Topfgarten

Heute kann ich mal wieder über eine Neuentdeckung berichten: Eine Schlupfwespe.

Heute Morgen bei meiner kleinen Inspektionsrunde durch meinen Topfgarten habe ich diese Schlupfwespe an der Schweizer Minze entdeckt. Leider war dieses hübsche Tierchen so flink unterwegs, sodass die Fotos nicht sonderlich scharf geworden sind. Auch mit dem Smartphone klappte es nicht besser. Zu schnell, der kleine Flitzer. Dennoch habe ich mich gefreut, mal wieder ein Tierchen bei mir zu finden, dass sich bisher noch nie hierher verirrt hat.

Nach meiner Recherche müsste es eine Schlupfwespe der Gattung Ichneumon spec. sein. Sie sind sehr schwer exakt zu bestimmen. Aber die Gattung müsste passen. Es soll ca. 3.000 Vertreter dieser artenreichen Familie der Hautflügler in Deutschland geben. Wahnsinn, oder?

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Inventur Terrassengarten Teil 2 – Blühpflanzen

Wie versprochen, hier kommt Teil 2 meiner Inventur, heute: Blühpflanzen.

Zurzeit wachsen bei mir: Roter Sonnenhut, >> Diptam (Brennender Busch), Echter Ziest, Rose de Resht (die zusammen mit einer mir unbekannten Rose in einem Topf wächst), Hundsrose, Hängepolster- und Pfirsichblättrige Glockenblume, Herbstaster, Chrysantheme, Christrose, Frauenmantel, Stinkender Storchschnabel, Australisches Gänseblümchen (eigentlich 1-jährig, hat überwintert und blüht wieder), >> Schwarzer Geißklee, Wildblumen-Mix (noch offen, was es alles wird), >> Akelei, Mauerpfeffer, Hauswurz, Zymbelkraut, Klatschmohn, Glockenheide & Erika und Frauenmantel.

23 verschiedene Blühpflanzen in
ca. 26 Töpfen/Kästen (zum Teil mit anderen Pflanzen in Gesellschaft).

Wenn das Grün in meinem Terrassengarten auch überwiegt, es blüht fast das ganze Jahr etwas.

Leider verabschieden sich immer wieder Pflanzen. Sei es durch Spätfröste, die oft begrenzte Lebensdauer im Topf und hin und wieder wohl auch Pflegefehler oder Schädlinge, die manchen Pflanzen so zusetzen, dass sie die Segel streichen, wie zum Beispiel mein Buchsbäumchen (Zünsler) letztes Jahr. – Gegen Schädlinge gehe ich nicht vor – höchstens mal ne kräftige Dusche. Was nicht robust genug ist oder wenn nicht genügend Feinde der Schädlinge da sind, dann ist es eben so. Auch mit Hausmittelchen, wie verdünnte Frischmilch bei Krautfäule oder Mehltau, habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Was nicht will, wird eben nicht mehr gepflanzt. 🙂 (Zum Thema Dünger kommt die Tage noch ein extra Beitrag.)

Verabschiedet haben sich über die Jahre (soweit ich mich erinnere): Jakobsleiter, Zistrose, Lavendel, Rainfarn, >> Orchideen-Primel, Blattgeranie (wuchterte unförmig/sparrig und hatte noch nicht mal Miniblüten, auch der angeblich zitronige Duft lies sehr zu wünschen übrig (so habe ich sie nach zwei Jahren einfach erfrieren lassen … sorry), Agastasche (hatte ich vor allem als Blühpflanze für die Bienen), >> Erdrauch, Wiesenglockenblume, Johanniskraut, Echte Gemswurz, Osterglocken (Tete a Tete), Wildtulpen, Echte Schlüsselblume, Dahlie, Canna, Islandmohn, Bechermalve, einjährige Astern, Primeln, Ginster, Karthäusernelke, Cosmée und >> Kapuzinerkresse (für mich in erster Linie Blühpflanze, aber auch als Gewürz- und Heilkraut toll (Samen sind d. J. schon wieder nicht gekeimt, obwohl es frisches Saatgut war).

Und, ein paar Kandidaten möchte ich wieder etwas genauer beleuchten.

Der Rote Sonnenhut macht mir dieses Jahr etwas Kummer. Ich denke es ist ein Pilz, der meine Staude befallen hat. Sie hat sehr viele gelbe Blätter bekommen, die zudem braune Flecken haben/hatten. Inzwischen ist es weniger geworden und die Blütenknospen sind erkennbar. Da ich nur ein paar Stunden Sonne vorm Haus habe, sind sie immer etwas spät dran mit dem Blühen.

Meinen Ziest habe ich wohl etwas zu viel Dünger verpasst 😉 Er hat lange Zeit nur riesige Blätter entwickelt, aber jetzt legt er los. Ich hatte schon die Befürchtung, dass der „Allzweck-Bio-Dünger“ zu viel Stickstoff hat und er nur Blätter treibt. Noch mal Glück gehabt. 🙂

Meine Akeleien sind fast alle verschwunden, es gefiel ihnen wohl nicht so recht bei mir. Aber eine hat im Erdbeerkasten überlebt und eine noch sehr kleine fand ich heute zwischen den Glockenblumen … (s. u.)

Sommergruß-von der Terrasse mit noch mehr Glockenblumen, Terrassengarten, Hängepolster-Glockenblumen

Die Hängepolster-Glockenblumen sind zwar sehr schön und auch die Hummeln lieben sie, aber mir wird das langsam zu viel. Sie tauchen überall auf. In allen Töpfen, in den Pflasterfugen und verdrängen leider (vor allem in meinen Töpfen) andere Blühpflanzen, wie z.B. die Akeleien. Selbst die Pfefferminzen bedrängen sie sehr stark, so dass ich beschlossen habe, sobald sie abgeblüht sind, werde ich bis auf ein, zwei Töpfe alle „entsorgen“, damit die Blütenvielfalt (wieder) besser wird. Denn im Steingarten meiner Vermieterin wachsen noch immer mehr als genug von diesen Glockenblumen, ganze Teppiche in Blau.

Im vergangenen Jahr fand ich in einem Kräutertopf plötzlich eine Hundsrose und habe beschlossen, sie darf bleiben und habe sie in einen eigenen Topf gepflanzt und siehe da, bereits nach einem Jahr hat sie mir zwei Blüten geschenkt. Zu ihr gesellt hat sich übrigens eine Brennessel, die auch bleiben darf. Ich hole mir immer mal ein paar Blätter für meinen Kräutertee.

Ein weiterer Problemfall ist die Herbstaster. Als Zwerg-Herbstaster verkauft, wuchs sie bereits im Folgejahr zu einer normalgroßen Staude heran. Leider sind sie ja für Mehltau recht anfällig. Was mich eigentlich nicht weiter stört. Aber sie ist auch sehr blühfaul. Nur in einem Jahr (s. Foto in der Galerie) sah sie recht gut aus. Ich denke, sie bekommt einfach zu wenig Sonne und für den Topf ist die Staude vielleicht doch nicht so ideal. Ich schaue es mir dieses Jahr noch mal an und dann entscheide ich, was mit ihr passiert. Entweder ich teile sie und topfe sie neu ein oder sie „fliegt“ nächstes Jahr raus und hole mir stattdessen vielleicht noch mal eine Jakobsleiter.

Und zu guter letzt noch der >> Klatschmohn. Er ist irgendwann zwischen den Pflasterfugen aufgetaucht und kommt inzwischen jedes Jahr wieder. Allerdings sind es dieses Jahr deutlich weniger Pflanzen, als in den letzten beiden Jahren. Lustigerweise haben sich die kräftigsten Pflanzen in dem wirklich nur sehr kleinen Topf mit dem Geißklee-Ableger eingefunden. Natürlich dürfen sie bleiben, bis der Samen reif ist und dann streue ich ihn aus. Bin gespannt, wo die roten Leuchten nächstes Jahr auftauchen.

Was mir positiv aufgefallen ist, dass der Klatschmohn im Feld und an Wegrändern jedes Jahr mehr wird. Love it!

Ups, fast vergessen, bis auf ein paar Ausnahmen (Chrysantheme, gefüllte Rosen), stehen alle Blühpflanzen bei div. Insekten hoch im Kurs!

Der nächste Inventur-Beitrag wird sich um Fruchtpflanzen drehen, die bei mir dieses Jahr ein Schattendasein führen. Es gibt nur Erdbeeren und spontan ausgepflanzte Kartoffeln.

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Inventur im Terrassengarten: Teil 1 – Kräuter

Was wächst dieses Jahr in meinem Topfgarten?

Fangen wir also mit den Kräutern an: Zurzeit habe ich sechs Minzen (je eine Carmagnola, Schweizer, Marokkanische, Englische, Orangenminze und Apfelminze). Dann wäre da der Thymian, Liebstöckel, Schnittlauch, Genoveser Basilikum, Französischer Estragon, Wilde Rauke, Zitronenmelisse, Zitronenstrauch bzw. -verbene (Aloysia citrodora), Kardamom, Sauerampfer, Kaffirlimette, >> Rosmarin, Bohnenkraut, Glatte Petersilie, Lorbeer und Salbei.

17 Kräuter bzw. Gewürzpflanzen,
in 27 Töpfen/Kästen.

Was sich leider nicht sehr lange bei mir gehalten hat: Bärlauch, Winterheckezwiebeln, Schnittkoblauch, Griechisscher Bergtee, Brunnenkresse, Pimpinelle und ein Ananassalbei, der mir leider erfroren ist, weil ich ihn zu lange draußen stehen ließ.

Marokk. Minze, Carmagnola Minze, Bohnenkraut und Glockenblumen (die überall ohne mein Zutun auftauchen)

Da eine reine Auflistung ja ziemlich langweilig 😉 ist, will ich auf ein paar Kräuter näher eingehen.

Meine Pfefferminzen sind dieses Jahr nicht in bester Verfassung. Das liegt vor allem daran, dass ich keine Zeit und (warum auch immer) keine rechte Lust zum Gärtnern und damit auch nicht zum Umtopfen hatte. Gedüngt habe ich sie wie immer im Frühjahr. Dennoch: Sie sahen schon besser aus. Ich denke es ist einfach der Platzmangel in den Töpfen. Vielleicht topfe ich die eine oder andere noch in den nächsten Tagen um. Wenn’s mich packt. 😉 //  Das gleiche gilt für meine beiden Liebstöckel.

Zitronenmelisse nach knapp zwei Jahren.

Dafür ist die Zitronenmelisse eine Pracht. Das Beste daran, ich dachte letztes Jahr meine Pflanze sei erfroren durch den Spätfrost im März, war sie auch. Aber beim Töpfe umräumen sah ich in einem noch unbepflanzten Kübel eine kleine zarte Pflanze mit nur vier Blättern, es hatte sich eine Zitronenmelisse selbst gesät. Da war meine Freude natürlichj groß, denn ich mag sie sehr gerne als Tee. Also topfte ich sie vorsichtig um, in einen passenden kleinen Topf und siehe da, sie wuchs trotz der wenigen Wurzeln an und hat sich dieses Jahr zu einem ordentlichen Busch entwickelt …

Meine Wilde Rauke ist auch so ein „Selbstläufer“. Noch immer wachsen die von mir vor drei Jahren gesäten Pflanzen in einem kleinen Terracottakasten, der 2019 in der Nähe vom Französischen Estragon stand. Und was wächst dieses Jahr in voller Pracht beim Estragon? Genau! Eine neue Wilde Rauke. Dafür ist der Estragon dieses Jahr etwas mickrig.

Mein armer Zitronenstrauch (franz. übrigens als Verveine bekannt) hatte ganz schön zu kämpfen. Besser gesagt beide Pflanzen. Der Große und der Kleine. Denn ich hatte mich dazu entschlossen, weil ich immer wieder zu hören bekam, lass ihn doch draußen, der hält bis 10 Grad Minus aus. Weil der große Strauch, trotz jährlichem Schnitt inzwischen wirklich sehr groß und sperrig geworden war und ich nur sehr wenig Platz zum Überwintern in der Wohnung habe, habe ich gedacht, o.k. dann versuche ich es. Nun war der letzte Winter ja wirklich sehr mild für unsere Breiten, mehr als minus 5 oder 6 Grad hatten wir nicht. Also dachte ich, dann war es eine gute Entscheidung. Das sollte auf jeden Fall gutgegangen sein. (Den Kleinen hatte ich dennoch im Frühwinter in den Flur geholt.)

Zitronenstrauch mit „chaotischem“ Neutrieb an einem alten, verholzten Seitenast.

Der Frühling kam, der April war sehr warm (wenn auch mit kühlen Nächten) und wartetet sehnlichst auf den Austrieb. Nichts zu sehen. Da es kaum noch nach Frost aussah, stellte ich den Kleinen Ende April raus. Blöderweise gab’s dann zu den Eisheiligen doch noch Frost (und ich hatte es verpeilt). Bäm, da hatte ich den Salat. Beim kleinen Strauch waren alle Triebe erfroren und beim Großen noch immer kein Blättchen zu sehen. Oh nein dachte ich, das kann doch nicht wahr sein. Ich war wirklich traurig, denn es ist so ein wunderbares Teekraut.

Es vergingen noch einmal zwei, drei Wochen, kein Grün zu sehen. Nichts. Und dann, als ich es schon fast aufgegeben hatte, dachte ich, ich sehe nicht richtig, kleine grüne Sprenkel zeigten sich am großen Strauch. Yeah, er hatte ich zurück ins Leben gekämpft. 🙂 Mit jedem Tag wurde es deutlicher, er hatte tatsächlich überlebt. Allerdings beim Kleinen sah es weniger gut aus. Ich schnitt ein paar Zentimeter runter, um zu sehen, ob noch Leben im Holz war. Trocken. Noch ein paar Zentimeter. Trocken. Oh je …

Also habe ich die Schere noch etwas weiter unten angesetzt und dort war noch ein wenig Grün zu erkennen. Ich beließ es dabei und hoffte. Und nun? Inzwischen sieht er an der Basis genauso aus, wie der Große an dem einen alten Ast. Also haben es beide geschafft, aber sind ziemlich spät dran, so wird es dieses Jahr wohl nur eine kleine Ernte geben und keine zwei oder gar drei wie sonst.

Nie wieder bleiben die beiden über den Winter draußen. Das riskiere ich nicht noch mal.

Mein Lorbeer ist auch so ein Pflegefall. Ihn habe ich noch nie reingeräumt. Er hält wirklich gut was aus. Aber er macht mir seit dem Winter 2018/2019 Probleme. Auch hier war wohl vor allem der Spätfrost im Frühjahr schuld. Viele Blätter sind verkümmert und abgefallen. Ob der Frost wirklich schuld war oder eine Blattkrankheit, da bin ich mir nicht sicher.

Als auch nach Monaten kein Neutrieb zu sehen war, habe ich auch hier die Schere angesetzt (2019) und alles dürre Holz abgeschnitten. Ich habe ihn gehegt und gepflegt, kein Neutrieb. Eigentlich hatte ich ihn schon abgeschrieben, ließ ihn einfach stehen. Tja, und auch er hat es sich offenbar noch einmal überlegt und vor ein paar Tagen – nach einem jahr ohne neue Triebe – habe ich gesehen, er treibt wieder aus. Allerdings sieht er durch meine Schnibbelei etwas unförmig aus. Übrigens, Lorbeer ist nicht nur ein tolles Würzkraut, lest mal hier >>

Und doch liebe ich meine Misfits im Terrassengarten 😉

Gewürzsalbei – gelöchert von der Weißen Fliege.

Der Salbei, den ihr hier seht, ist ein Gewürzsalbei, der nicht blüht oder nur sehr selten. Die Mutterpflanze war sehr sparrig geworden und ich hatte deshalb im Sommer 2018 einen Steckling eingepflanzt, was sich als gute Tat herausstellte, da die „Alte Dame“ im Winter darauf erfror (wie vieles andere auch). Und der kleine Steckling, nun knapp zwei Jahre alt hat sich prächtig entwickelt (sieht man von den Löchern der Weißen Fliege mal ab).

Wenn ihr Fragen habt oder eure eigene Kräutergeschichte(n) teilen möchtet, dann freue ich mich über eure Kommentare und natürlich auch über ein Like, wenn euch mein Beitrag gefallen hat.

In Teil 2 meiner Inventur werde ich mich den Blühpflanzen widmen, incl. einem Special: Meinem >> selbstgemachten Naturdünger.

PS: Ja ihr seid bessere Fotos von mir gewohnt. 😉 Aber mein Kamera-Akku war heute Morgen leer und so habe ich einfach schnell mit dem Smartphone draufgehalten. Vielleicht tausche ich das eine oder andere Foto auch noch aus 🙂

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Wie ich zum Gärtnern und auf die Wilden Schönheiten kam

Wie alles begann, wie ich zum Gärtnern und auf die Wilden Schönheiten kam.

Dazu muss ich ein bisschen ausholen. Zu meinen Kindertagen hatte meine Oma mütterlicherseits viele Jahre einen wunderbaren Schrebergarten. Obwohl in unmittelbarer Nähe zu viel befahrenen Bahngleisen, hat man davon kaum etwas mitbekommen. Um zum Garten zu kommen, musste man ein ganzes Stück durch die Stadt (Hanau) laufen bis wir zu einer Brücke kamen, da ging es dann drunter durch und über eine sehr steile Treppe ging es hinunter, an den nahen Bahngleisen vorbei – ich erinnere mich noch an mächtiges Brombeergestrüpp das überall auf den freien Flächen, am Rand, wuchs. Das ist nun viele, viele Jahre her.

Meine Großeltern vor der Gartenlaube, ca. Anfang 70er Jahre. © wildpeppermint-design.de

Ich kann mich auch noch gut erinnern, dass meine Oma immer am liebsten draußen war und im Garten gewerkelt hat. Das Kochen und Konservieren der Früchte und Gemüse war weniger ihr Ding. Meine Mom dagegen hat auch trotz der vielen Arbeit, die damit verbunden war, immer mit viel Freude eingekocht und div. Vorräte angelegt.

60er Jahre, Garten, Kind, © wildpeppermint-design.de
Klein Heidrun im spätwinterlichen Vorgarten meiner Eltern

Warum auch immer, ganz besonders sind mir die leckeren Himbeeren in Oma’s Garten in Erinnerung geblieben und das alles so wunderbar grün und zugewuchert war. Wenn ich im Sommer einige Tage bzw. später einen Teil meiner Ferien bei Oma und Opa verbrachte, war das für mich wie ein kleiner Abenteuerurlaub. So fühlte es sich damals zumindest an.

Denn: Als Landkind in der „großen“ Stadt zu sein und dann dieses grüne Paradies. Es war so aufregend 😉 – lag vielleicht auch daran, dass ich so viel Pippi Langstrumpf geguckt habe und die Fantasie mit mir durchgegangen ist. Egal, es sind schöne Kindheitserinnerungen. – Gerne würde ich mir den Garten mit heutigen Augen noch einmal ansehen, auch um mich besser an Details erinnern zu können.

Schrebergartenglück & Stadt-Garten-Abenteuer.

Wie bereits erwähnt, auch meine Mom war gerne im Garten, hat gepflanzt, gesät, geerntet, gejätet. Was eben dazu gehört. Mein Dad war mehr für das Grobe zuständig, wie Graben, Bäume schneiden beim Gießen helfen usw. Auch hat meine Mom immer gerne Blumensträuße ins Haus geholt. Bauernblumen. Einfach bunt durcheinander. – Tja, ich denke es sind wohl die Gene, dass auch ich so gerne gegärtnert habe. Meine Liebe zur Natur. Na ja, so ein bisschen gärtnere ich ja noch immer, in Töpfen.

Landgarten, Bauerngarten, Gärtnern Generationen
Gärtnern auf dem „Ländchen“, ca. 2010 © wildpeppermint-design.de

Als ich älter wurde, ich denke es war so mit Beginn der Schulzeit, habe ich meiner Mom im Garten und der Küche schon etwas mitgeholfen (im Hausgarten und im großen Garten außerhalb, unserem „Ländchen“. Als meine Mom einmal ins Krankhaus musste, ich war so um die 16 Jahre alt – glaube ich – hat meine Oma vor allem die Gärten versorgt und geerntet und ich habe eingekocht von Morgens bis Abends und die Vorräte im Keller wuchsen stetig an, bis meine Mom wieder zuhause war. Bohnen, Möhren, Mixed Pickels, Erbsen, Konfitüren und anderes. Auch das mache ich noch heute gerne, vor allem Konfitüren, Kräuterpasten u. ä.

Wenn ich so drüber nachdenke, wird mir so richtig bewusst, wie lange das alles schon zurück liegt, wie alt ich schon bin … oh je 😉 Meine Oma wurde stolze 93 Jahre alt, meine Mom wird dieses Jahr 87 Jahre …

Fast 20 Jahre mit eigenem Naturgarten.

Nun zu meinem Garten. Fast 20 Jahre lang hatte ich einen. Genauer gesagt: Einen kleinen Vorgarten, Weinreben am Haus und einen knapp 400 qm großen Garten, den ich nach und nach komplett umgestaltete und neu anlegte und einen Naturgarten daraus machte. – Den Garten hatte ich von meiner SchwiMu nach und nach übernommen. Ziemlich chaotisch das Ganze und hoffnugslos mit „Blaukorn“ überdüngt.

Hier ein paar Eindrücke von meinem „alten“ Garten …

Nach der Umgestaltung zum Naturgarten, gab es Hochbeete, Gemüsebeete, viele Stauden, Blumenbeete, heimische Wildsträucher und Beerensträucher, rund 160 (Wild-)Kräuter, ein Trockenbachbett, Wildblumenecken, überall wuchernde Walderdbeeren, dazu  bestehende Obstbäume und –sträucher, eine Sitzecke, die ich mit alten Backsteinen pflasterte. Keine Ahnung wie viele Stunden ich dort verbracht habe … Es müssen Tausende gewesen sein.

Da mir die Natur und besonders die Wildpflanzen schon immer besonders am Herz lagen, ich Ende der 90er nach einer Neuausrichtung im Job suchte, absolvierte ich eine 2-jährige Ausbildung zur „Wohn- und Umweltberaterin“. Ihr könnt euch sicher denken, was mein Lieblingsthema war? Ja, das ökologische Gärtnern. So konnte ich mein bis dahin angelesenes Wissen noch vertiefen, ökologische Zusammenhänge besser verstehen und ersetzte nach und nach nahezu alle nicht heimischen Gewächse im Garten, machte Bodenanalysen, setzte Gründung ein und pflanzte und säte Wildblumen.

„Wie sieht das denn aus? Dieses ganze Unkraut …“

Im Ort war ich eine der ersten, und eine von wenigen, die so gärtnerten. Auch in den Balkonkästen und auf der Dachterrasse, im Vorgarten ersetzte ich die meisten Exoten durch Wildblumen, heimische Farne, Gräser, (Klein-)Sträucher und erntete dafür viele blöde Bemerkungen, im Sinne von: „Was willst du denn mit dem Unkraut?“ oder „Wie sieht das denn aus, pflanze lieber Geranien, das sieht schön aus ….“ Ja, ja …

Aber es kam noch doller: Insbesondere ein Nachbar mockierte sich ständig über meinen „hässlichen“ Wildwuchs, dass seinen schönen 😉 Garten (ein langweiliger, ungepflegter Rasen mit einer nutzlosen Konifere und Forsythie) „angriff“. So wurde in Nacht-und-Nebel-Aktionen öfter mal Glyphosat über die Grundstücksgrenze hinaus gespritzt. Über einen halben Meter auf „meiner“ Seite war einen Tag später alles gelb. Darauf angesprochen: „Nein, er war das nicht.“ Ein anderes Mal, gab er es halbherzig zu, denn es sähe ja auch wirklich schlimm bei mir aus und würde alles zu ihm rüberwachsen – was nicht stimmte. Egal. Das ist Geschichte. Aber manchmal ärgere ich mich doch noch etwas darüber.

Terrassengarten im Juli, topfgarten, wilde schoenheiten
Mein vierbeiniger Gartenhelfer © wildpeppermint-design.de

Tja, und dann nach fast 20 Jahren war es vorbei mit dem Garten. Geblieben ist meine Liebe zu den Wilden Schönheiten und der Spaß am Gärtnern.

>> 10 Jahre „Wilde Schönheiten“ <<

So startete ich vor fast genau zehn Jahren meinen Blog „Wilde Schönheiten“ und meinen Topf-/Terrassengarten vorm Haus – als kleinen Ausgleich zum „Gartenverlust“. // Update 1. Juli 2020 – Nur wenige Tage später waren die „Wilden Schönheiten“ Geschichte. Lest dazu meinen >> Beitrag, warum mein Blog jetzt „Wild. Grün. Bunt“ heißt.

PS: Im nächsten Beitrag geht es um die Heilpflanze des Jahres: Der >> Lavendel!

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Pfingstgrüße aus dem Topfgarten

So langsam wird aus meiner kleinen „Grünen Hölle“ eine kleine „Bunte Hölle“ 😉 Mein Topf-/Terrassengarten blüht auf.

Seit zwei Tagen blüht der >> Diptam, der wie ihr seht, bei den Bumblebees (ich liebe den englischen Namen für die pelzigen Brummer) sehr beliebt ist. Zeitweise waren gestern Abend vier Hummeln gleichzeitig an den Blüten zugange. Das Gartenrotschwänzchen-Paar brütet auch dieses Jahr wieder am Haus. Die Rose de Resht blüht ebenfalls seit ein paar Tagen. Da ich ich versäumt hatte, sie im Frühjahr zu schneiden, hole ich es nach der Blüte nach und gebe ihr einen größeren Topf. Vielleicht dankt sie es mit einer Nachblüte, wie letztes Jahr.

Nach jedem Regen tauchen fast postwendend meine kleinen Schneggchen (Hainbänderschnecken) auf. Der Stinkende Storchschnabel hat sich wieder richtig breit gemacht, er hat sich nicht nur in den meisten Töpfen als Begleiter eingefunden, er quillt aus allen Fugen und Ritzen. Leider können nicht alle bleiben, wie die Pflanze im Topf mit der Zucchini, sie wird demnächst weichen müssen, damit die Zucchini genug Licht und Luft bekommt. – Bin gespannt wie die Ernte ausfällt. ist ja mein diesjähriges Experiment, Zucchini im Topf.

Die Hauswurz braucht noch etwas Zeit. Aber die anderen Sedumarten/Dickblattgewächse haben bereits dicke Knospen bzw. blühen zum Teil schon. Die große weiße Glockenblume, die sich ohne mein Zutun eingefunden hat, ebenso wie diie kleinen blauen Glockenblumen (zurzeit noch knospig), locken bald wieder scharenweise Hummeln an. Dann habe ich wieder eine brumemnde „Blaue Hölle“ 😉

Der >> Schwarze Geißklee ist enrom groß geworden (braucht auch dringend einen größeren Topf) und ist auch kurz vorm Aufblühen (ein weiteres Hummelmagnet). Übriengs: Es wird nicht nur zusehens bunter, sondern auch dufte(r) – dafür sorgen Diptam (zitronig), Rose de Resht (zart süßlich) und der Schwarze Geißklee (an Honig erinnernd).

>> Welche Dufter habt ihr in euren Gärten, Balkonen, Terrassen? <<

Schöne Pfingsten noch und bis bald (dann wird sich vermutlich alles um meine Minz-Liebe drehen).

 

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Auf dem Balkon: Unseren gefiederten Freunden helfen

Gerade eben habe ich den NABU-Newsletter gelesen und möchte die wirklich einfach umzusetzenden Tipps für einen vogelfreundlichen Balkon mit euch teilen. Hier der Link >> „Sieben Tipps für einen vogelfreundlichen Balkon“

Auf meiner Terrasse schauen gerne Blau- und Kohlmeisen und ein >> Gartenrotschwanzpärchen vorbei (zuweilen auch mal eine Amsel) und holen sich lecker Futter zwischen den Pflanzen. Die Vogeltränke, die ich jetzt bald wieder aufstelle, wird allerdings vor allem von Wespen und Katzen genutzt …

Apropos vogel- bzw. insektenfreundlicher Balkon/Terrasse: Da diese grauenvollen und völlig nutzlosen Steinwüsten (auch bekannt als: Gärten des Grauens) leider immer mehr werden, wollte ich etwas dagegen setzen und dieses Jahr zugunsten von Wilblumen, also Futter für alles was brummt und summt, keine Tomaten & Co. pflanzen.

Aber wie das so ist, kam es anders. Ein paar Tomaten, Paprika und Pepperoni fanden doch den Weg (zusätzlich zu den Wildblumen) zu mir. Und jetzt habe ich sogar noch Zucchinisamen (den ich über die Aktion von >> Hallo Hessen) bekam) gesät. Denn ich wollte schon immer mal Zucchini im Topf probieren, also kam mir die Aktion gerade recht ;-). Ich werde von Zeit zu Zeit berichten wie sie gedeihen und später auch meine Zucchini-Lieblingsrezepte posten 🙂

(Nur zur Info: Beide Links sind unbeauftragt und unbezahlt! Also KEINE Werbung.)

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In jeder Hinsicht Dufte: Schwarzer Geißklee

Jedes Jahr auf’s Neue hatte ich es mir vorgenommen, ein kleines Pflanzenportrait zum Schwarzen Geißklee zu schreiben, zur Blütezeit. Aber immer kam etwas dazwischen und dann war die Blüte rum … Und dann: Aus den Augen, aus dem Sinn. Nun habe ich es endlich geschafft. Here comes the … *Trommelwirbel* … der SCHWARZE GEISSKLEE

Dieses Jahr hat er sehr früh geblüht (wie vieles andere auch) und ist nach rund drei Wochen Blütezeit, jetzt nahezu abgeblüht und hat bereits Samen angesetzt. – Zur Hochblüte …

Kennt ihr nicht? Noch nie vom Schwarzen Geißklee gehört? Dann wird’s aber Zeit 🙂

Schwarzer Geißklee in Blüte, © wildpeppermint-design.de

Der Schwarze (oder: Schwarzwerdender) Geißklee (Cytisus nigricans), ist ein Schmetterlingsblütengewächs. Er ist eine heimische Wildpflanze und relativ selten. Er blüht meist Ende Juni/Anfang Juli.  Er liebt steinig-sandigen Boden. In der Natur ist er selten und wächst dort gerne am Waldrand bzw. in lichten Trockenwäldern.

Sobald sich die Blüten öffnen, verströmt er einen wunderbaren Duft, der leicht an Honig erinnert. Deshalb steht der Kleinstrauch bei mir auch direkt an der Haustüre, damit ich möglichst oft in den Genuss von diesem Wohlgeruch komme.

Er kann, da er max. 1,00 – 1,50 hoch wird, sehr gut im Kübel kultiviert werden. Ein weiterer Pluspunkt wie ich finde, neben der schönen Blüte und dem Duft. Ich habe ihn in normale, torffreie Bioerde mit ein paar kleinen Steinchen und etwas Sand in einen Tontopf eingepflanzt.

Er ist robust und hat bis jetzt jeden Winter schadlos überstanden. Wenn man keinen Samen gewinnen möchte, kann er gerne nach der Blüte eingekürzt werden. ich schneide immer bis knapp unter der letzten Blüte.

Mein Strauch ist nun ca. fünf Jahre alt und ca. einen Meter hoch und breit. Dünger bekommt er im Frühjahr beim ersten Austrieb. Ein wenig Bio-Gartendünger und gemörserte Eierschalen.

Wenn es sehr warm ist und während der Blüte braucht er, je nach Topfgröße, etwas mehr Wasser. Aber immer erst gießen, wenn die Erde obenauf trocken ist.

Der Schwarze Geißklee ist ein echtes Hummelmagnet. Zumindest hatte ich immer viel Besuch von den kleinen pelzigen Brummern.

Neugierig geworden? Noch ein Plätzchen frei? Ihr werdet es nicht bereuen, wenn ihr eine Pflanze zu euch holt. Ihr bekommt ihn z. B. bei >> Syringa oder >> Strickler.

 

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Ein turbulentes Jahr geht zu Ende

Turbulent ist, so glaube ich, ist die perfekte Beschreibung für 2017 – vor allem für das Wetter (und auch anderweitig). Im Januar kam der Winter, spät, mit Macht. Mit viel Schnee und Sturm im Gepäck. Den Frühling habe ich relativ kalt in Erinnerung. Dann Ende Mai das Hagelunwetter, was mir fast alle Pflanzen zerschlagen hat […]

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