Lebensraum Trockensteinmauer

So schön, was sich im Laufe der Zeit alles in und auf der Trockensteinmauer angesiedelt hat. Die einzigen Pflanzen, die meine Vermieterin in die Zwischenräume eingepflanzt hatte, waren Glockenblumen. Nach und nach fanden sich Zimbelkraut (aus einem meiner Töpfe ausgezogen 😉 ), Farne und der Stinkende Storchschnabel ein. Auf den Steinen siedelte schon bald Moos.

Natürlich fühlen sich hier auch div. Tierchen wohl. Spinnen, Käfer, Asseln und auch die eine oder andere Maus. Sogar eine Eidechse wohnte mal eine Zeitlang hier. Hummeln bauen Nester in die Ritzen und Zwischenräume. Hain-Bänderschnecken verschlafen hier gerne den Tag. Und auch der eine oder andere „Schleimer“ und Tigerschnegel nutzt die Minihöhlen als Versteck.

Jetzt komme ich endlich zu meinem eigentlich Anlass für diesen Beitrag. Moos sieht nicht nur hübsch aus, vor allem, wenn es so richtig saftig grün ist, sondern es wird auch gerne zum Nestbau verwendet. Gestern konnte ich „unseren“ Hausrotschwanz beobachten, wie er bzw. sie Moos „gepflückt“ hat und heute Mittag kam eine Blaumeise und holte sich die Unterwolle von Remo, den ich gestern mal wieder so richtig ausgiebig gebürstet und die kleinen Fellknäuel in die Ritzen gesteckt hatte.

Die Unterwolle kam offensichtlich gut an. Denn die Blaumeise kam mehrere Male und packte sich den Schnabel richtig voll. Leider ist das Foto etwas verwackelt. Aber egal. Trotzdem ein schöner Moment.

PS: Falls ihr Probleme habt Haus- und Gartenrotschwanz zu unterscheiden >> klick >>

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Pflanzt Hausbäume

Hausbäume, ein Relikt aus alten Tagen? Ja, zumindest wie ich sie von früher kenne. Ich meine richtig große Bäume, die prägend fürs Straßen-/Ortsbild waren.

Früher war es gang und gäbe, dass vor jedem Haus auch ein Hausbaum stand. Obstbäume, häufig Walnussbäume oder auch Linden waren beliebt. Zumindest hier in der Gegend. Ich erinnere mich, als ich noch ein Dreikäsehoch war, vor nahezu jedem Haus stand ein Baum. Oder sogar zwei. Oft Walnussbäume. Stattliche „Kerls“, die zuverlässig jeden Herbst leckere Nüsse nicht nur für uns Menschen produzierten. Kein Wunder, dass so auch immer Eichhörnchen in den Gärten herumgewuselt sind. Ich habe sie so gerne beobachtet, diese kleinen, flinken, wuscheligen Tierchen.

Gerne hätte ich euch ein schönes Foto mit einem alten Hausbaum gezeigt, aber ich habe leider nichts in meinem Archiv gefunden, deshalb diese beiden Ortsansichten (von > Bindsachsen und > Hitzkirchen) als Ersatz. Immerhin, Bäume sind anwesend. 😉

Irgendwann – ich glaube in den 80ern – kamen Hausbäume aus der Mode. Einer nach dem anderen musste weichen, denn sie machten so unendlich viel Dreck. Das viele Laub im Herbst. Und was soll man nur mit so vielen Walnüssen tun? Die müssen gesammelt, getrocknet und geknackt werden. So viel Arbeit. Die kann man doch einfach im Supermarkt kaufen. Tja und mit den „entsorgten“ Walnüssen verschwanden auch die Eichhörnchen. :-/

Dabei hat ein Hausbaum so viele Vorteile.

  1. Im Sommer, wenn er belaubt ist, spendet er Schatten und das Haus heizt sich nicht so schnell auf.
  2. Im Winter, wenn er kahl ist, kann die Wintersonne beim Heizen helfen und damit Energie sparen.
  3. Je nachdem welcher Baum es ist, bietet er nicht nur Nahrung für uns Menschen, sondern auch für Tiere. Früchte und Nüsse. Lindenblüten für Tee. Vögel, Insekten, Käfer alle profitieren davon. Ein (großer) Hausbaum ist ein kleines Ökosystem für sich.
  4. Und jeder Baum ist natürlich ein Teil der Grünen Lunge unserer Erde.

Ich meine: Wer Platz hat, sollte unbedingt die alte Tradition wieder aufleben lassen und einen „richtigen“ Hausbaum pflanzen. Wenn der Platz zu knapp ist, denn bei Neubauten sind die Grundstücke ja oft recht klein und ein großer Walnussbaum, eine Kirsche oder gar eine Linde würden zu mächtig werden, kann auf kleinere, heimische Bäume zurückgreifen, die auch schön anzusehen und nützlich für Mensch und Tier sind.

Es eignen sich zum Beispiel: Die Felsenbirne (die Früchte sind so lecker), ein Maulbeerbaum (o.k., der ist nicht heimisch, aber die Früchte auch lecker) oder Zieräpfel bzw. schaut einfach nach heimischen Wild(frucht)gehölzen oder Halbsträuchern. Ich bin sicher, ihr findet etwas Passendes.

Zum Schluss noch ein Lesetipp. DER HAUSBAUM >> z.B. bei Ecobookstore zu bestellen. Oder bei eurer/m Buchhändler:in eures Vertrauens.

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Die Knoblauchsrauke 2.0

Bärlauch kennt inzwischen wohl jeder. Mancher Orts wächst er sogar in Mengen wild und in einige Gärten hat er auch Einzug gehalten. Weniger bekannt ist jedoch die Knoblauchsrauke, deshalb möchte ich ihr heute noch einmal einen Beitrag widmen, als Ergänzung zu meinem ersten Beitrag >> “Die Knoblauchsrauke”.

Du kannst nicht nur die Blätter, sondern auch die Blüten ernten, schmecken fast wie Peperoni und wenn du sie in Öl einlegst, hast du ein tolles und scharfes Gewürz für deine Salate oder für Pasta. Die schwarzen, komplett ausgereiften Samen (etwas später geerntet) sind auch scharf. Früher bekannt als „Wilder Pfeffer“. Du kannst sie getrocknet – wie den normalen schwarzen Pfeffer auch – aus einer Pfeffermühle nutzen.

Durch den milden Winter und den recht warmen März ist die Knoblauchsrauke zwar noch recht klein, aber sie setzt dennoch schon Blütenknospen an. Also höchste Zeit sich einige der mild nach Knoblauch schmeckenden zarten Blätter zu sichern.

PS: Gestern habe ich z.B. ein Wildkräuter-Risotto gemacht. Außer Knoblauchsrauke habe ich Giersch, Löwenzahn, Sauerampfer und Schnittlauch aus meiner Topfkultur dazu getan.

Update 28.03.2022
Inzwischen habe ich Knoblauchsrauke auch in meiner Topfkultur und so immer frische Blätter parat bzw. dieses Jahr werde ich auch endlich mal Samen zum Würzen sammeln.

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Was blüht im März

Um meine Serie „Was blüht wann?“ zu vervollständigen, habe ich mein Bildarchiv durchforstet und neun Wildblumen zusammengestellt, die im März (je nach Witterung und Lage natürlich auch schon früher oder später) am Start sind.

Von links oben: Blaustern | Schneeglöckchen (ggf. sogar schon Ende Januar bzw. mancherorts jetzt schon abgeblüht) | Wilde Krokusse | Veilchen | Gänseblümchen (eigentlich blühen sie ja fast das ganze Jahr) | Rote Taubnessel (auch sie blüht sehr lange) | Hohler Lerchensporn | Leberblümchen | Buschwindröschen (bis April). Weiterhin blühen noch Nieswurz/Christrosen, Winterlinge (oft schon im Februar), Persischer Ehrenpreis, Märzenbecher, Scharbockskraut, Primeln und Wildtulpen. Sie alle gehören zu den frühesten Blühern.

Was im April blüht? Hier lang >>

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Vögel erkennen und Wissen erweitern

Vom 6. bis 9. Januar lädt der NABU wieder zur Wintervogelzählung ein. Ob ihr nun mitmacht oder nicht, diese Seite ist auf jeden Fall sehr interessant, informativ, lehrreich: Der NABU-Vogeltrainer >>

Es werden 15 typischerweise bei uns im Winter anzutreffende und Gartenvögel vorgestellt. Dazu gibt es ein Quiz, um sein eigenes Wissen zu testen und ausführliche Steckbriefe, Beobachtungstipps, Tonaufnahmen der Gesänge. Denn nicht immer zeigen sich die gefiederten Freunde.

Auch gut ist die App „Vogelwelt“ >>

Viel Spaß beim Beobachten. 🙂

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Insektenschwund

Heute habe ich nur einen Lese-/Linktipp (entdeckt bei Riffreporter) für euch, weil ich die kleinen Krabbler und Flieger so mag und es ihnen gar nicht gut geht. Immer mehr Arten verschwinden. Umso mehr freue ich mich, wenn ich ein mir noch unbekanntes Insekt entdecke. (Als Beitragsfoto habe ich mich allerdings für ein auffälliges, bekanntes Tierchen entschieden, ein Tagpfauenauge.)

>> „Insektenschwund: Dieser Mann gibt kleinen Tieren eine Stimme.“

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Pilze? Pilze!

Gefühlt schon ewig will ich einen (neuen) Beitrag in Sachen Pilze schreiben. Und jetzt habe ich es endlich geschafft. Nun muss ich jedoch gleich vorwegschicken, ich bin keine gute Pilzkennerin. Nur ein paar kann ich sicher bestimmen. Aber ich fotografiere sie gerne, wenn ich welche finde. (Dieses Jahr sind sie besonders rar und erst im letzten Oktoberdrittel habe ich ein paar entdeckt.)

Jetzt fragt ihr euch womöglich, warum ich trotz meiner geringen Pilzkenntnisse, einen Beitrag schreibe? Weil sie enorm wichtig für die Natur, für unsere Ökosysteme sind, was viele gar nicht wissen.

Aber jetzt erst mal ein paar Fotos (aus der „Konserve“ und aktuelle) …

Pilze spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, nicht nur im Wald.

Pilze sind Recycling-Spezialisten und wichtige Nährstofflieferanten. Sie beziehen ihre Nährstoffe aus toten und lebenden Organismen. Es gibt winzig kleine Pilze, die nur unter dem Mikroskop sichtbar sind und riesige Exemplare, die oberirdisch zu sehen sind, wie zum Beispiel der Riesenbovist, den ich dieses Jahr zum ersten Mal entdeckt habe. Und kilometerlange Pilzgeflechte, die unterirdisch wachsen in Symbiose mit Bäumen.

ca. 100.000 Pilzarten sind bekannt

Bis heute wurden ca. 100.00 Pilzarten beschrieben, man geht jedoch davon aus, dass es bis zu fünf Millionen geben könnte.

Pilze bilden gemeinsam mit den Bakterien  die Zersetzungsorganismen im Stoffkreislauf der Ökosysteme. Sie bauen die unterschiedlichsten organischen Materialien ab. Als Symbiosepartner von Bäumen kommt ihnen eine weitere bedeutende Rolle zu.

Da unsere Wälder leider zu einem Großteil nicht mehr in bester Verfassung sind, geht es auch Pilzen nicht gut. Viele sind inzwischen bedroht oder schon ausgestorben. Stirbt der Wald, sterben auch Pilze. Bzw. ist durch die Verflechtung der beiden Lebensformen, passiert das Aussterben parallel. Pilze sind zudem recht empfindliche Gewächse und reagieren oft stark auf Umweltbelastungen und Veränderungen ihrer Lebensräume.

Wiesen-Champignons

Auch den Wiesenpilzen geht es nicht besser. Sie werden immer seltener, durch Kunstdünger, Gülle, Intensivbewirtschaftung. Und auch der Klimawandel macht ihnen das Leben schwer. Naturnahe Bewirtschaftung und Schutzgebiete wären wichtig, um das Aussterben weiterer Arten zumindest zu bremsen.

Mehr Infos/Wissenswertes über >> Pilze

PS: Und noch ein paar ältere Beiträge in Sachen Pilze …

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Wiesen-Skabiose und ihre vielfältigen Bewohner

Heute am Rande des Steinbachtals. An einem Wiesenrand haben sich unzählige Wiesen-Skabiosen (auch: Wiesen-Witwenblumen) angesiedelt und erfreulicherweise ebenso viele Insekten eingefunden. Nicht alle kann ich benennen. Viele Exemplare sehen sich so ähnlich, sodass ich sie nur schwer oder nicht (sicher) bestimmen kann. Wie dem auch sei, ich habe mich sehr gefreut, dass wieder ein paar für mich „neue“ Insekten dabei waren.

Vor allem viele Tagpfauenaugen, Ochsenaugen, Weißlinge und den Kleinen Fuchs konnte ich beobachten. Div. Hummelarten und einige Wildbienen habe ich entdeckt. Leider halten nicht alle Brummer lange genug still für ein gutes Foto. Ein für mich besonderer Fund: Die Wespe. Eine Grabwespenart oder eine Schlupfwespenart? Für eine sichere Bestimmung ist das Foto leider nicht aussagekräftig genug. Gefreut habe ich mich dennoch über diesen Fund. 🙂

Div. > Disteln, Flockenblumen, Skabiosen und > Königskerzen ziehen meiner Meinung nach die meisten und unterschiedlichsten Insekten an.

Eine Edeldistel (> Mannstreu) habe ich ja seit letzten Herbst, die Flockenblumen (2020 gesät) fangen jetzt endlich an zu blühen, fehlen mir noch Skabiosen und die Schwarze Königskerze. Dann könnte ich vor der Haustüre sicher noch mehr und öfter „spannende“ Insekten beobachten und fotografieren.

Nicht vergessen will ich den Ziest, der jetzt im Hochsommer ebenfalls sehr beliebt ist.

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Die Schwarze Königskerze: Insektenmagnet

Eine meiner absoluten Lieblings-Wildblumen: Die Schwarze Königskerze. Und nicht nur eine meiner Lieblinge, sondern auch von vielen Insekten. Zum Glück sind nicht alle Randstreifen (überflüssiger- und unverständlicherweise) abgemäht und an ein paar Stellen, stehen mehrere Stauden und locken unzählige Insekten an.

Heute Morgen war Hochbetrieb. Gut, dass ich die Kamera mitgenommen hatte und so einige Fotos schießen konnte. Was mich ganz besonders gefreut hat, dass ich zwei neue Brummer „erwischt“ habe: Eine Sandhummel (selten, gilt als gefährdet und ist auf der Roten Liste) und die Späte Großstirn-Schwebfliege.

Schade, dass sich nicht mehr Menschen für diese erstaunlichen kleinen Tierchen interessieren. Ich freue mich jedes Mal wie ein „Klötzchen“, wenn ich wieder eine neue Spezies entdeckt habe.

Neben der Freude über die vielen Insekten an den Schwarzen Königskerzen hier noch ein kleiner Steckbrief:

Die Schwarze Königskerze ist eine mehrjährige Staude. Die Blütezeit beginnt meist Ende Juni und dauert über mehrere Wochen – oder sogar Monate – an. (Tipp: Schneidet man ein paar Stängel ab, treibt sie sehr schnell wieder durch, mit neuen Blütenständen und man kann so ihre Blühdauer gut verlängern.)

Sie wächst gerne an Wiesen-, Weg- und lichten Waldrändern, die eher trocken sind. Sie liebt die Sonne. Blütenökologisch handelt es sich um eine sog. homogame „Pollen-Scheibenblume“. Nektar gibt es allerdings nur wenig. Sie wird zwischen 50 und 150 cm hoch. Je nach Standort.

Ich habe schon ein paar mal versucht sie durch Samen bei mir im Topf anzusiedeln, leider erfolglos. Ausgraben werde ich keine, das versteht sich von selbst. Zumal das auch sehr schwierig wäre, durch die lange Pfahlwurzel. Vielleicht muss ich mir doch mal eine Pflanze im Gartenmarkt besorgen. Damit ich auch bei mir vor der Haustüre die wunderhübschen gelben Kerzen bewundern und die Insekten in Ruhe beobachten (und fotografieren) kann.



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